Für meinen Teil kann ich folgende Erfahrung dazusteuern:
Die "einfachen" Polarlichtbögen, die über Nord-Skandinavien fast dauerhaft zu sehen ist, wenn es dunkel ist, werden vom menschlichen Auge hellgrau bis leichtgrün gesehen. Je besser die Dunkeladaption desto farbiger waren die Bänder wahrzunehmen.
Um die schönen grünen Bänder so prächtig auf ein Foto zu bannen sind auch dort Belichtungszeiten von mehr als 5s bei ISO 800 und f/2.8 notwendig!
Das teilweise rot/violette Polarlicht was bei leichten Schwankungen dann hinzukommt ist farbig kaum vom grünen zu unterscheiden (mit dem Auge!).
Doch wenn sich bei etwas mehr Aktivität ein Substurm entlädt kannst Du mir glauben, dass die Farben Grün, Weiß, Rosa/Violett deutlich mit dem Auge wahrzunehmen sind.
Hierbei sinken die notwendigen Belichtungszeiten bei ISO800 auf 1s! bei 2-4s ist das PL schon überbelichtet!
Hierbei müssen wesentlich mehr Photonen aktiv sein, weshalb das Auge dann auch "Farbsehen" kann. Dazu kommt eine viel größere Dynamik: Die Lichter tanzen förmlich!
Leider sind diese Polarlichter auch in den Nord-Skandinavischen Gebieten an Störungen im Sonnenwind gebunden.
O.g. farbige Polarlichter hatte ich bei einem Kp von 4 gesehen! Dabei hat das lokale Magnetometer (Jokkmokk, Schweden) um über 120nT gezuckt!
Diese Ereignisse finden dort auch nicht jeden Tag statt. Die Wahrscheinlichkeit so etwas auf einer Hurtigruten Fahrt bei auch noch klarem Himmel zu erleben ist leider nicht sehr hoch.
Es gehört einfach Glück dazu!
Und wenn man einmal ein PL mit den Augen farbig über sich tanzen gesehen hat, wird man diesen Moment nie wieder vergessen!
Viele Grüße,
Andre´