im Zuge der Polarlicht App Entwicklung habe ich mich an einigen Stellen immer wieder mit dem Thema IMF sehr tief auseinander gesetzt, um eigenständig automatisiert anhand der vorliegenden Daten Prognosen für die Polarlichtsichtbarkeit an einem bestimmten geografischen Punkt erstellen zu können, bzw einen eigenen Index zu entwickeln der zuverlässiger ist, als Rückblickend auf einen K-Wert zu schauen, wenn schon das Beste vorbei ist
Nun habe ich viele Theorien und Punkte an denen ich Ansetzen möchte.
Dabei sind mir einige Punkte aufgefallen die anscheinend wichtiger sind, als hier in der Betrachtung der bisherigen Vorhersagen angenommen.
By: Soweit ich das verstanden habe verschiebt sich die Ausdehnung des Polarlichtovals je nach wert um xStunden Richtung Morgenseite (By < 0) oder Abendseite By >0). Das kann gerade am frühen Abend wichtig sein, da ein Aktivitätsmaximum, welches man eher in der Zeit nach Mitternacht erwartet (Übergang zwischen Morgen und Abendseite), sich entsprechend verschieben kann. Im glücklichsten Fall könnte die beste Phase der Oval-Ausdehnung schon um 23:00 sein und durch eine Anpassung von By könnte dieser Zustand für die nächsten Stunden erhalten bleiben. Umgekehrt geht es natürlich auch
Wie sehen die Experten in diesem Forum das?
Des Weiteren scheint mir bei einem zentralen CME die Auswirkung des Drucks (Wind/Dichte) bei einem südwärtsgerichteten IMF eine entscheidende Rolle beim Zeitpunkt der Auswirkung und Sichtbarkeit (t AnkunftCME + x ) eines Substorms spielt.
Trifft der CME im Nachmittagsbereich auf der Erde ein, wird ja zunächst die Magnetosphäre komprimiert und wie immer Plasma an den Polar Cusps in die Athmosphäre transferiert. Bei einem südlichen IMF wirkt es sich außerdem so aus, dass Plasma in einer Blase innerhalb des Schweifes (Nachtseite) angesammelt wird. Je höher der Druck des Sonnenwindes, desto schneller dehnt sich diese Plasma Blase aus, um sich auf der Nachtseite zu entladen (Die eventuell zur Ankunftszeit des CMEs noch die Tagseite war).
Dieser Prozess kann bedeuten, dass die beste Aktivität im Zeitpunkt nach CME-Ankunft sehr stark schwankt und abhängig von Geschwindigkeit und Dichte des Sonnenwindes ist. Ein stabiles Südlich ausgerichtetes IMF ab mittags in Kombination mit mäßigem Sonnenwinddruck kann also sinnvoller sein als hoher Druck des Sonnenwindes, da sich die Plasmablase eventuell zu schnell entlädt, und am Abend nichts mehr für uns übrig ist
Für eine kurzfristige Vorhersage halte ich außerdem das Beobachten von Magnetometern weiter östlich von uns mit einem ähnlichen Inklinationswinkel als unsere bekannten Magnetometer sehr sinnvoll. Theoretisch müsste man kurzfristig vorhersagen können, wie stark die Auswirkungen der geomagnetischen Störung beispielsweise bei uns in einer halben Stunde sind, unter der Annahme, dass die Z-Komponente des IMF beständig bleibt. Diese These werde ich in den nächsten Tagen noch einmal auswerten und versuchen eine Korrelation zur lokalen Zeit herzuleiten.
Über einen Austausch zu diesen drei Punkten würde ich mich sehr freuen.
Anregungen zur Erstellung eines Koordinatenunabhängigen Vorhersage-Index würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße,
Andre´