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von StefanK » 17. Mai 2007, 22:43
Nachdem die Bewölkung hier in Bonn am Nachmittag etwa auflockerte, hatte ich einen gewissen Optimismus, am Abend die junge (24 h) Mondsichel neben dem Planeten Merkur beobachten zu können. Ich habe mir die Situation mit RedShift angesehen - gegen 22.00 Uhr sollten beide 6° über dem Horizont und die Sonne 8° unter selbigem stehen. Doch gegen 21.15 war der Himmel wieder weitgehend zugezogen ... das erinnerte an die Januartage, an denen wir hier Abend für Abend vergeblich auf Wolkenlücken gehofft hatten, um McNaught zu erspähen. Aber da es damals ja zumindest an einem Abend (09.01.07) geklappt hatte und ich ohnehin noch eine größere Menge Altpapier zu einem entsprechenden Sammelbehälter fahren wollte, bin ich trotzdem Richtung Stadtrand gefahren.
Nach Entsorgung des Papiers war ich so gegen 21.50 an meinem üblichen Standort am Messdorfer Feld. Tatsächlich ga es in Richtung Westen und Nordwesten größere Wolkenlücken; in einer davon stand unübersehbar die Venus. Von dort aus dann gedanklich eine Linie zum Untergangsort der Sonne ziehen - irgendwo dort sollten Mond und Merkur sein. Mit bloßem Auge ist erst mal nichts zu sehen; also nehme ich das kleine Fernglas, das immer griffbereit im Handschuhfach liegt, zu Hilfe. Und da ist die Mondsichel auch schon, knapp oberhalb einer Wolkenbank und überraschend hell. Ein Schwenk nach links - von Merkur keine Spur. Ich setze das Glas ab und sehe die Mondsichel jetzt auch mühelos mit bloßem Auge. Beim nächsten Blick durch das Opernglas ist dann auch Merkur da, etwas schwächlich, gelblich - aber immerhin die erste Beobachtung während der aktuellen Abendsichtbarkeit. Die Wolken bleiben freundlicherweise, wo sie sind; so kann ich 15 Minuten lang verfolgen, wie Mondsichel und Merkur langsam dem Horizont entgegenstreben und damit auch der Wolkenbank, hinter der sie dann um 22.05 beide verschwinden. Das Wolkenloch, in dem Venus sichtbar war, hat sich inzwischen ebenfalls geschlossen.
Da kann man wirklich nicht meckern - 15 Minuten; bei McNaught waren es keine 15 Sekunden. Damals hatte ich immer die Kamera dabei und stets vergebens. Heute habe ich sie zu Hause gelassen, weil ich nicht wirklich überzeugt war, dass es Petrus gut mit mir meint.
Viele Grüße aus Bonn!
Stefan