möglicherweise hat mein Spektrograf in der letzten Nacht schwaches Polarlicht registriert. Jedenfalls nimmt die Helligkeit der roten Sauerstofflinie bei 630 nm nach 2:06 UTC von einem Bild zum nächsten um ca. 60% zu. Auch vorher schon ist sie in einzelnen Bildern deutlich heller (kurz vor 0:00 UTC und um 1:40 UTC). Das fällt genau in die Phasen, an denen bei den Magnetometern in Skandinavien die großen Ausschläge zu sehen sind: http://polarlicht-vorhersage.de/magnetometer_tgo.png
Spektrum gemittelt aus Aufnahmen vor 2:06 UTC:

Spektrum gemittelt aus Aufnahmen nach 2:06 UTC (+die drei Bilder die vorher schon die hellere rote Linie drin hatten):

Der Spektrograf guckte auf eine Höhe von 15 Grad, also nicht wirklich horizontnah.
Leider habe ich keine "richtigen" Fotos. Letzte Nacht gab es aber auch sehr viel Dunst und die Sicht gen Horizont war sehr schlecht.
Hier noch die Sonnenwinddaten, die schon den ganzen gestrigen Abend ein deutlich negatives Bz aufwiesen und vor allem dann auch nochmal ab ca. 1:20 UTC. Inklusive der Verzögerungszeit wäre das also auch für PL nach 2:00 UTC förderlich gewesen:

Meinungen?
Viele Grüße
Michael
ps.: Dass die grüne und rote PL-Linie auch vorher schon da sind, ist auf den fast immer vorhandenen Airglow zurückzuführen. Die anderen Linien kommen von der Lichtverschmutzung durch Natrium- (Na) und Quecksilberdampflampen (Hg). Durch den starken Dunst waren die auch ordentlich hell, wie man sieht.
