Diese endlich mal wieder klare Nacht habe ich genutzt, um noch einmal nach den Tauriden und ggfs auch nach Leoniden zu schauen. Die zweite Nachthälfte war windstill und mild - und klar, wenn auch nicht besonders transparent (Grenzgröße ca. 6.0 mag). Als ich um 23:45 MEZ zu meinem Beobachtungsplatz kam, empfing mich die senkrecht im Osten aufragende Milchstrasse im Bereich Einhorn (Mon) und Großer Hund (CMa). Sie ist dort zwar nicht hell, war aber über dem Odenwald dennoch gut zu erkennen. Um so überraschter war ich dann, als ich gegen 1:50 MEZ den schwachen Schein des Zodiakallichtes zwischen Regulus und Präsepe erkennen konnte; evtl. ging er sogar noch bis in die Zwillinge (Gem) hinein. Regulus war knapp 20° hoch, und darunter ging der schwache Schein des Zodiakallichtes in die Horizonterhellung über und blieb unsichtbar. Als ich mich um 2:35 MEZ auf den Heimweg machte, war es immer noch zu erkennen.
Zodiakallicht-Sichtungen kurz vor der Dämmerung sind nicht selten, wird es doch in Sonnennähe deutlich heller. Aber ich kann mich nicht entsinnen, das Zodiakallicht jemals zu fast noch "mitternächtlicher" Zeit (gut 4,5 Stunden vor Dämmerungsbeginn!) gesehen zu haben.
Ist das Zodiakallicht zur Zeit außergewöhnlich hell? Hat jemand in letzter Zeit es fotografisch erfasst? Könnte es am Ende mit dem offenbar doch recht dichten "Tauridenschwarm" zusammenhängen??? Fragen über Fragen...
Gruß,
Christoph
ZODIAKALLICHT am 15./16.11.2015
Moderator: StefanK
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Re: ZODIAKALLICHT am 15./16.11.2015
Hallo Christoph,
ich habe eben deinen unbeantworteten Beitrag entdeckt und da ich im September, Oktober und jetzt im Dezember auch das Zodiakallicht beobachten konnte, würde ich sagen, dass du nichts ungewöhnliches beobachtet hast. Bei sehr (!) dunklem Himmel sieht man das Zodiakallicht quasi die ganze Nacht lang, es mündet ja in den (Zodiakal)Gegenschein, den ich im Oktober zum allerersten Mal mit bloßem Auge beobachten und fotografieren konnte.
Im Oktober (als allerdings die Sonne noch etwas früher aufging und die Uhr noch nicht umgestellt war), konnte ich das Zodiakallicht auch etwa ab 2:50 MESZ bis zur Morgendämmerung gegen 6 Uhr MESZ immer heller werdend beobachten (vgl. viewtopic.php?f=2&t=56015). Wenn kaum störende Lichtquellen vorhanden sind, wie über der Ostsee, ist es eine sehr auffällige und imposante Lichterscheinung, neulich hier über dem Schwarzwald war es dank größerer Lichtverschmutzung nicht so auffällig.
Viele Grüße und frohe Weihnachten!
Chris
ich habe eben deinen unbeantworteten Beitrag entdeckt und da ich im September, Oktober und jetzt im Dezember auch das Zodiakallicht beobachten konnte, würde ich sagen, dass du nichts ungewöhnliches beobachtet hast. Bei sehr (!) dunklem Himmel sieht man das Zodiakallicht quasi die ganze Nacht lang, es mündet ja in den (Zodiakal)Gegenschein, den ich im Oktober zum allerersten Mal mit bloßem Auge beobachten und fotografieren konnte.
Im Oktober (als allerdings die Sonne noch etwas früher aufging und die Uhr noch nicht umgestellt war), konnte ich das Zodiakallicht auch etwa ab 2:50 MESZ bis zur Morgendämmerung gegen 6 Uhr MESZ immer heller werdend beobachten (vgl. viewtopic.php?f=2&t=56015). Wenn kaum störende Lichtquellen vorhanden sind, wie über der Ostsee, ist es eine sehr auffällige und imposante Lichterscheinung, neulich hier über dem Schwarzwald war es dank größerer Lichtverschmutzung nicht so auffällig.
Viele Grüße und frohe Weihnachten!
Chris
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Re: ZODIAKALLICHT am 15./16.11.2015
Hallo Chris,
danke für deine Rückmeldung. Ich habe noch ein bißchen recherchiert, und bin auf dabei auf den Begriff der "Lichtbrücke" gestoßen:
Sie bezeichnet den sehr schwachen Bereich des Zodiakallichtes in der Umgebung des Gegenscheines.
Den Gegenschein habe ich auch vor Jahren schon beobachten können - die ideale Zeit ist im Oktober, wenn er südlich des Pegasus-Vierecks steht: hier hebt er sich besonders gut vom dunklen Himmelshintergrund ab. Die Fotos, die ich kenne, zeigen ihn in dieser Himmelsgegend – sie scheint optimal für die Gegenscheinbeobachtung zu sein.
Die Lichtbrücke dürfte den Bereich zwischen 120° und 160° von der Sonne erfassen; der Gegenschein ist etwa so hell wie das Zodiakallicht in einem Sonnenabstand von etwa 110° (vgl. Intensitätsverlauf in Wikipedia).
Der Bereich zwischen Regulus und Präsepe umfasst am 16.11. etwa den Abstand 80°–100°, ist also hier nur knapp heller als der Gegenschein! Zu dieser Zeit befindet sich der Gegenschein selbst unsichtbar vor der Milchstrasse in Tau/Gem.
Grüße aus dem Süden,
Christoph
danke für deine Rückmeldung. Ich habe noch ein bißchen recherchiert, und bin auf dabei auf den Begriff der "Lichtbrücke" gestoßen:
Sie bezeichnet den sehr schwachen Bereich des Zodiakallichtes in der Umgebung des Gegenscheines.
Den Gegenschein habe ich auch vor Jahren schon beobachten können - die ideale Zeit ist im Oktober, wenn er südlich des Pegasus-Vierecks steht: hier hebt er sich besonders gut vom dunklen Himmelshintergrund ab. Die Fotos, die ich kenne, zeigen ihn in dieser Himmelsgegend – sie scheint optimal für die Gegenscheinbeobachtung zu sein.
Die Lichtbrücke dürfte den Bereich zwischen 120° und 160° von der Sonne erfassen; der Gegenschein ist etwa so hell wie das Zodiakallicht in einem Sonnenabstand von etwa 110° (vgl. Intensitätsverlauf in Wikipedia).
Der Bereich zwischen Regulus und Präsepe umfasst am 16.11. etwa den Abstand 80°–100°, ist also hier nur knapp heller als der Gegenschein! Zu dieser Zeit befindet sich der Gegenschein selbst unsichtbar vor der Milchstrasse in Tau/Gem.
Grüße aus dem Süden,
Christoph
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