Die noch recht dicke Mondsichel steht heute etwa 60° von der Sonne entfernt. Sonniger Himmel verleitete mich dazu, mal zu sehen, wo denn der Jupiter überhaupt steht. Kurz in Stellarium nachgeschaut, Ergebnis: Sonne – 29° – Jupiter – 34° Mond. Also sollte sich Jupiter mit dem Fernglas relativ leicht auffinden lassen. Nachdem erste Versuche scheiterten (zunächst Cirren, dann Abstände vertauscht...), aber mit dem richtigen (Sonnen-)Abstand dann schnell mit 12x60 gefunden (12:15 MESZ). Überraschenderweise dann Jupiter auch mit dem bloßen Auge gesichtet, und zwar mehrmals sicher! (und wie stets: mit den Haseltrieben im Vordergrund als Anhaltspunkt!) Das hätte ich nicht erwartet – die Elongation des Jupiters beträgt nur 29.0° (Höhe immerhin noch 56.5°; Helligkeit: -1.8 mag, lt. stellarium reduziert durch Extinktion auf -1.6 mag).
Danach mit dem Fernglas zunächst nicht wiedergefunden und schon befürchtet, einer schwebenden Samenkapsel aufgesessen zu sein (das war in einem Versuch davor der Fall!), aber dann war er doch wieder im Blickfeld. Und nochmals mit bloßem Auge gesichtet. Dann den Foto geholt, aber nun den Jupiter endgültig nicht wiedergefunden...
Überrascht hat mich doch, den Jupiter freiäugig noch so nahe an der Sonne zu erfassen. Aber es ist nicht das erste Mal. Im März 2023 hatte ich ihn bei Elongationen von 24° und 31° gesichtet. Die heutige liegt dazwischen, ist aber die zweitnächste zur Sonne (eine Sichtung im September 2015 mit einer Elong. von 25° war grenzwertig). (S. hierzu die Tabelle in https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=61884)
Also: es geht! Morgen (7.9.) ist der Mond 19° vom Jupiter entfernt, übermorgen (8.9.) nur noch 5° (da sollte die Mondsichel noch gut erkennbar sein). Am 9.9. beträgt die Elongation des Mondes nur noch 22°, womit er nicht mehr als Aufsuchhilfe dienen kann.
Gruß aus HD,
Christoph
Jupiter am Tageshimmel (Herbst 2026)
Moderator: StefanK
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Re: Jupiter am Tageshimmel (Herbst 2026)
Am Dienstag (8.9.) habe ich auch eine neue Erfahrung gemacht: Der Mond stand nur 5.5° "vor" (westlich) Jupiter, aber mir gelang es nicht, ihn am aufgehellten (leicht weißlich-blauen statt tiefblauem) Himmel mit 12x60 zu finden. Nach (sehr) langer Suche hatte ich ihn nur 2x ganz kurz erfasst (gegen 12:20 MESZ). Später beim Verschwinden hinter den Bäumen am Hang hatte ich es noch einmal versucht (gegen 14:55 MESZ): Da die Bäume hier deutlich weiter weg sind, hatte ich gehofft, ihn endlich gut zu erwischen. Trotz guter Loklalisierungsmöglichkeiten war das Ergebnis dasselbe. Was ist passiert? Mein Fazit: Die Blässe der Jupiterscheibe kombiniert mit dem hellen Himmel führen dazu, dass man Jupiter nicht sieht, auch wenn er im Blickfeld ist! Erst wenn er zufällig direkt angeschaut wird, man also direkt über ihn "stolpert", ist er sichtbar – um dann gleich wieder zu verschwinden. Das war das Paradoxe: ich wusste, wo ich hinschauen musste, konnte ihn aber nicht sehen, obwohl ich ihn Augenblicke vorher gesichtet hatte. Offenbar reicht es aus ihn zu verfehlen, wenn man nur wenige Bogenminuten daneben schaut!
Und zweitens: durch den fehlenden Kontrast spielt offenbar auch das Fokussierungsproblem des Auges eine Rolle.
Gruß aus HD,
Christoph
Und zweitens: durch den fehlenden Kontrast spielt offenbar auch das Fokussierungsproblem des Auges eine Rolle.
Gruß aus HD,
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