Also Claudia, ich habe mir gerade den Zeitraffer von letztem Jahr nochmal angeschaut und habe jetzt auch aufgrund von Bertrams Beobachtung die Theorie, dass Mammaten ein Doppeldiffusionsphänomen sind, die ungefähr so entstehen: In der Schauerzelle steigt feuchtlabile Luft auf in trockenere Luft, im Randbereich des Schauers entsteht dann eine Grenzfläche zwischen kühlerer, stabilerer, trockener und der wärmeren, feuchtlabilen aufsteigenden Luft. Es liegt also feuchte, warme Luft über trockener, kalter. Trockene Luft ist schwerer als feuchte und kalte Luft ebenso schwerer als warme. An der Grenzfläche kühlt die aufsteigende Luft aber stärker ab, als abseits der Grenzfläche und es findet (ganz gemächlich) Vermischung statt. Da der Diffusionsprozess aber eben nicht sehr effizient ist, entstehen i.d.R. keine länglichen "Konvektionsfinger", sondern lediglich die kugeligen Ausstülpungen aus der Wolke.
Im Randbereich wird außerdem manchmal etwas von der Umgebungsluft mit nach oben gerissen, sodass eine starke trockenadiabatische Abkühlung nach oben hin stattfinden kann. Fällt nun auch noch Niederschlag aus den randständigen Wolken, nimmt die im Außenbereich trockenere Luft einen Teil der Feuchtigkeit auf, kühlt durch die entzogene Verdunstungswärme überadiabatisch ab und wird dadurch noch schwerer als die Umgebungsluft, dann können die Mammaten richtig tief sinken, wie im Fall meiner Beobachtung, wo man auch teils schön die "Konvektionsfinger" sieht und der Übergang zu Virgae sichtbar wird.
Ich dokter gerade nochmal ein bisschen an dem Zeitraffer rum, so dass man den Prozess gut erkennen kann und dann stell ich es ein.
