Atmosphärisches von den Malediven

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StefanK
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Atmosphärisches von den Malediven

Beitrag von StefanK » 18. Feb 2010, 01:03

Hallo zusammen,

wie ja einige mitbekommen haben, bin ich Mitte Januar (12. - 16.10.2010) zur Beobachtung der Ringförmigen Sonnenfinsternis auf die Malediven gereist. Nebenbei gab es auch ein wenig Atmosphärisches zu beobachten und zu fotografieren. Alle Aufnahmen wurden mit der Panasonic DMC-FZ18 angefertigt.

Auf dem Hinflug (Nacht vom 12. auf den 13.01.2010) habe ich sowohl das Zodiakallicht als auch - letztmalig vor der Finsternis - den abnehmenden Mond gesichtet:

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Abb. 1: Brennweite 8mm, F/3.2, ISO 800, 1/20s, 13.01.10, 01:50 UT, über dem arabischen Meer.

Am Abend des 13.01.10 konnte ich während des Abendessens im Dachrestaurant meiner Unterkunft (Hotel Nalahiya in Male) eine farbenprächtige Dämmerung bewundern:

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Abb. 2: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/3s, 13.01.10, 18:36 Ortszeit, Male.


Am folgenden Nachmittag habe ich diese weit entfernte Gewitterzelle mit ausgewehtem Zirrenschirm vor die Linse bekommen:

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Abb. 3: Brennweite 5mm, F/6.3, ISO 100, 1/400s, 14.01.10, 15:01 Ortszeit, Blick von Male nach Norden.

Der Abend dieses Tages brachte dann eine Dämmerung der Extraklasse, die ich wiederum vom Balkon des Dachrestaurants aus bewundert habe. Es begann mit einem glühenden Sonnenuntergang:

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Abb. 4: Brennweite 48mm, F/8, ISO 100, 1/320s, 14.01.10, 18:08 Ortszeit, Male.

Dass da noch was richtig Buntes kommen würde war mir klar, als ich gleich nach Sonnenuntergang schwachen Strukturen (Querstreifen auf dem nachstehenden Foto) entdeckte, die sich offensichtlich in großer Höhe befanden*:

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Abb. 5: Brennweite 25mm, F/4, ISO 100, 1/100s, 14.01.10, 18:17 Ortszeit, Male.

Los ging es mit einer kräftigen Gegendämmerung, die die grauen Wolken, welche durch die Abkühlung jetzt immer zahlreicher kondensierten, mit einem rosa Farbton unterlegte:

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Abb. 6: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/20s, 14.01.10, 18:22 Ortszeit, Male.

Das rötlich getönte Gebiet verlagerte sich von Osten kommend binnen Minuten zunächst in den Zenit, bevor es im Westen mit dem Dämmerungsbogen verschmolz und sich zu einem eindrucksvollen Purpurlicht entwickelte:

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Abb. 7: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/15s, 14.01.10, 18:26 Ortszeit, Male.

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Abb. 8: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/30s, 14.01.10, 18:29 Ortszeit, Male.

Wieso häufig bildete das Purpurlicht eine wunderbare Projektionsfläche für Dämmerungsstrahlen, die (vermutlich) von den tiefen Wolken produziert wurden:

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Abb. 9: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/20s, 14.01.10, 18:31 Ortszeit, Male.

Schließlich zog sich das Purpurlicht samt Dämmerungsstrahlen mit Eintritt der nautischen Dämmerung immer mehr zum Horizont zurück:

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Abb. 10: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 200, 1/10s, 14.01.10, 18:35 Ortszeit, Male.

Der folgende Morgen (15.01.2010) begann mit drückender Schwüle und stechendem Sonnenschein. Bereits gegen 11:00 Uhr hatte sich südlich von Male eine veritable Gewitterzelle mit einem ausgedehntem Zirrenschirm gebildet:

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Abb. 11: Brennweite 5mm, F/7.1, ISO 100, 1/500s, 15.01.10, 11:03 Ortszeit, Male.

Weitere Cumulonimbus schossen empor, ein Tag mit tropischen Regengüssen schien bevor zu stehen ... doch dem war nicht so, denn inzwischen hatte der Mond etwa die Hälfte der Sonnenscheibe bedeckt. Die Temperaturen sanken fühlbar und binnen Minuten brach die Konvektion zusammen. Natürlich war noch jede Menge Feuchtigkeit in der Luft, welche im weiteren Verlauf - ähnlich wie am Vorabend nach Sonnenuntergang - in Form niedriger Wolken kondensierte. Etwa zur Mitte der Sonnenfinsternis (gegen 12:25 Uhr Ortszeit, 85% der Sonnenscheibe bedeckt) fielen sogar ein paar Regentropfen.

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Abb. 12: Brennweite 5mm, F/5.4, ISO 100, 1/200s, 15.01.10, 12:14 Ortszeit, Male; etwa 10 Minuten vor Mitte der Sonnenfinsternis.

ls der Mond die Sonne langsam freigab, wurde es wieder spürbar wärmer und die Wolken lösten sich zum größten Teil auf; es wurde ein freundlicher Nachmittag mit ein paar Schönwetterwolken. Gewitterzellen bildeten sich in den verbleibenden 4 1/2 Stunden bis zum Sonnenuntergang nicht mehr.

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Abb. 13: Brennweite 5mm, F/4.6, ISO 100, 1/400s, 15.01.10, 12:56 Ortszeit, Male; etwa 30 Minuten nach Mitte der Sonnenfinsternis.

Die Reise endete wie sie begonnen hatte, nämlich mit einer Mondsichel; diese war rund 30 Stunden nach Neumond noch extrem schmal:

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Abb. 14: Brennweite 37mm, F/3.6, ISO 100, 1/13s, 14.01.10, 16:03 UT, etwa über Ungarn.


Zum Abschluss sei noch auf zwei Youtube-Videos (mit musikalischer Untermalung) hingewiesen:
- Unter http://www.youtube.com/watch?v=umwrGkt1Nqo findet Ihr einen Clip (54s) des Purpurlichts am 14.01.2010
- http://www.youtube.com/watch?v=ntQkc4-wes8 ist eine Diashow (3m27s), die neben den hier präsentierten noch zahlreiche weitere "atmosphärische" Fotos enthält.


* Ich war jetzt dreimal binnen sieben Monaten in den Tropen (2x Australien, 1x Malediven); an jedem klaren Abend, an dem ich freien Blick zum Westhorizont hatte, habe ich mehr oder weniger stark ausgeprägtes, aber immer deutlich sichtbares Purpurlicht beobachtet. Und jedesmal habe ich bei den entsprechenden Flügen im Bereich der Zielgebiete hohe, dünne Wolken gesichtet, die noch weit über Flughöhe hinausreichten. Ich bin mir deshalb inzwischen ziemlich sicher, dass die beobachteten Phänomene keine "Vulcanic Sunsets" sind, sondern durch ganz normale Eiswolken bewirkt werden, die in diesen Breitengraden in viel größeren Höhen anzutreffen sind als als bei uns. Es würde sich dann also dort um ein lokales bis regionales Phänomen der hohen Troposphäre handeln, während es bei uns durch Ferntransport von Vulkanasche in der niedrigen Stratosphäre bewirkt wird (oder eher selten durch Bildung von PSC in der mittleren Stratosphäre).


Viele Grüße aus Bonn!

Stefan
Alles über Leuchtende Nachtwolken: https://www.leuchtende-nachtwolken.info/

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Mondsichel - Fortsetzung (mit Jupiter und Abenddämmerung)

Beitrag von StefanK » 12. Mär 2010, 16:04

Hallo zusammen,

am Tag nach meiner Rückkehr war die immer noch ziemlich schmale Mondsichel dann auch vom Erdboden aus problemlos beobachtbar, nicht weit entfernt von Jupiter. Eine gar so prächtige Dämmerung wie auf den Malediven gab es am 17.01.10 in Bonn zwar nicht, aber sie war doch ganz sehenswert. Alle Fotos sind mit der Panasonic DMC-FZ18 am Stadtrand in Bonn-Endenich aufgenommen worden.

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Abb. 1: Brennweite 15mm, F/3.6, ISO 100, 1/500s, 17.01.10, 16:44 MEZ.

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Abb. 2: Brennweite 5mm, F/2.8, ISO 100, 1/30s, 17.01.10, 17:19 MEZ.

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Abb. 3: Brennweite 13mm, F/3.2, ISO 200, 1/8s, 17.01.10, 17:30 MEZ.

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Abb. 4: Brennweite 83mm, F/4.2, ISO 100, 0.77s, 17.01.10, 17:37 MEZ.

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Abb. 5: Brennweite 6mm, F/3.2, ISO 100, 0.62s, 17.01.10, 17:42 MEZ.

Viele Grüße aus Bonn!

Stefan
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