hi Alexander,
die Lichtsäulen entstehen - jedenfalls ist das für mich völlig glasklar, aber ich bin zur Zeit der vermutlich welt-einzige

- an sechseckigen Pyramidenstümpfen. Das ist nichts anderes als normale schwebende Plättchen mit nicht senkrechten, sondern leicht nach oben innen (obere Lichtsäule) bzw. unten innen (untere Lichtsäule) geneigten sechs Seitenwänden. Der Kristall muss nicht unbedingt so aussehen, aber so
wirken - es könnte z.B. ein kegelförmiger Einschluss sein oder irgendetwas anderes im Aufbau des Kristalls, das eben diesen Effekt bewirkt.
Der Lichtweg ist nun
keine Spiegelung. Ich selber habe zwei Jahre lang der falschen Theorie angehangen, dass es sich um "schmutzige" Plättchen handle, die eine Art flachen treppenförmigen oder sonstwie geneigten Aufbau haben, an dem das Licht leicht schräg gespiegelt wird.
Stattdessen geht das Licht "glatt durch" (
Transmission), der Lichtweg ist also 3-6 (was das gleiche ist wie 4-7 oder 5-8 ). Das wird eh ständig der Fall sein, nur wird bei perfekten Kristallen ein "Halo" erzeugt, der genau vor der Sonne liegt, also unbeobachtbar ist: ein runder Fleck.
Wichtig ist folgendes: Die Ausrichtung des Kristalles um die Hochachse ist bedeutungslos - in keinem Fall wird das Licht
seitlich abgelenkt! Das erklärt, dass auf allen Sonnen-Lichtsäulenbildern der Welt die Lichtsäulen links und rechts völlig gerade begrenzt sind. Ich meine den Lichtweg 3-6 - bei 3-5 oder 3-7 wird natürlich ein Teil in die Pampas gestreut...
Wenn jetzt die Wände geneigt sind, kommt es zu einer Beugung nach unten bzw. oben, und bei einer gesunden Mischung der scheinbaren Wandneigungen mit Gaussverteilung kommt es
a) zur einer Überlagerung mit gegenseitiger Aufaddierung der Farben zu reinem Weiss (bzw. der aktuellen Sonnenfarbe)
b) zu einem Ausdünnen zum Ende der Lichtsäule hin.
--> Das Ergebnis ist exakt das gleiche
wie beim Schweif der Nebensonnen - ein weisser, sich nicht auffächernder, aber schwächer werdender "Strich".
Da neben Lichtsäulen (ich meine die normalen bei Sonnenuntergang etc.) selten andere Halos beobachtet werden und wenn dann nur einfache, könnte das mit dem optisch "unsauberen" Plättchen immer noch funktionieren. Ich gehe je eben von
nicht perfekten Kristallen aus. Schräge Wände würden ja z.B. den Horizontalkreis soweit nach oben und unten auffächern, dass er nicht mehr beobachtbar ist - er wäre so dick wie die Höhe der Lichtsäule!
Ausserdem sehen alle Standardlichtsäulenbilder so aus, als ob die Luft extrem ruhig ist. Ich bin überzeugt, dass dies geradezu
unabdingbare Voraussetzung für die Lichtsäulen ist - nur bei perfekter waagerechter Ausrichtung kann sich so ein senkrechter "Schweif" bilden, völlig analog zum Nebensonnen-Schweif!
Ein Häufchen spiegelnde Plättchen mit "Tilt" macht genau das was Ihr oben in der Untersonnen-Nahaufnahme seht: einen ovalen Fleck, sonst nichts!
So, jetzt ist sie raus, Bertrams Lichtsäulentheorie. Fallt her über mich!
Bertram
Nachtrag:
Die "Bahnstation" ist ein Holztunnel, der gegen Schneeverwehungen schützt. Dahinter geht es tatsächlich "schön" in die Tiefe, aber leider nicht so wie bei einer Achterbahn. Das wäre mal was...
