24.09.2011 Grüner Strahl und Dämmerungsstrahlen

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Alexander Haußmann
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24.09.2011 Grüner Strahl und Dämmerungsstrahlen

Beitrag von Alexander Haußmann » 24. Sep 2011, 21:48

Hallo allerseits,

heute war ich zur Beobachtung des Sonnenuntergangs auf dem "Rostigen Nagel" bei Senftenberg (http://de.wikipedia.org/wiki/Sornoer_Kanal) - da es dort außer einigen Tagebaukippen kaum Anhöhen gibt, kann man von solchen Aussichtstürmen weit ins Land schauen. Man muss natürlich auch einen finden, der nicht schon nachmittags von einem Gemeindebediensteten abgeschlossen wird.

Einige Cirruswolken führten um 18.43 MESZ zu dieser schönen Lichtsäule, die von der Reflexion auf dem Sedlitzer See vervollständigt wurde:

Bild

Ich hatte einige Sorgen, dass mir die Cirren den Sonnenuntergang verschleiern würden, aber direkt am Horizont war klare sicht. Die Sonne ging dann hinter den Windrädern des Windparks Klettwitz in 15 km Entfernung unter. Die derzeitigen Sonnenflecken sind deutlich zu sehen (18.55):

Bild

Ich wollte eigentlich eine Zeitraffer-Animation aufnehmen, aber die Vibrationen des Turms durch die anderen Besucher und die etwas wacklige Befestigung der "Russentonne" mit einer Schraubzwinge machten das unmöglich. Erste grüne Pixel gabs dann um 18.56:

Bild

Um 18.57 war dann tatsächlich soweit: Der (fast) letzte Strahl der Sonne war grün - wie bei Jules Verne beschrieben. Vielleicht nicht ganz so spektakulär, aber für mich neu, da ich bisher nur die grünen Segmente kannte.

Bild

Und nochmal in groß:

Bild

Die Lichtsäule hielt sich die ganze Zeit über und war auch noch nach Sonnenuntergang zu sehen (19.00):

Bild

Nach meinem Abstieg vom Turm gabs unten noch diesen schönen Dämmerungsstrahlenfächer (19.18 ):

Bild

Viele Grüße,
Alex

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 28. Sep 2011, 21:13

Hallo Alex,
Schöne Bilder und danke fürs Zeigen. Warum kippt die Reflexion auf dem See nach links? Wurde das Bild gesticht? Können Wellen die Ursache sein?

Glückwunsch auch zum grünen Strahl. Ich konnte ihn bisher nur zweimal am Meer beobachten. Deine Fotos ermuntern mich in den nächsten Tagen es auch hier noch einmal zu versuchen. Laut Minnaert sind die Bedingungen am besten, wenn die Sonne möglichst "weiß" untergeht. Kann das jemand bestätigen oder kann mir jemand sagen, ob man anhand der Himmelsfärbungen vor SU einen grünen Strahl in etwa voraussagen kann?

Viele Grüße aus dem Nebeltal

Sven

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 29. Sep 2011, 08:53

Hallo Sven,

danke für den Kommentar. Die kippende Reflexion kommt wahrscheinlich von Wellenbewegungen auf dem See, die in eine bestimmt Richtung laufen. Das ist auch im Minneart erklärt, ich hab aber das Buch grad nicht zur Hand um nachzuschauen, wo genau. Gestitcht ist das Bild jedenfalls nicht, das mach ich nicht so gerne (z. B. im Hinblick auf Auswertungen wie bei den NLCs oder 3./4. Regenbögen wären gestitchte Bilder kaum verwendbar wegen deer Verzerrung der Projektion).

Bezüglich Grünem Strahl: Etwa einen Monat um die Wintersonnenwende hab ich aus meinem Wohnungsfenster freie Sicht auf den Sonnenaufgang über der Sächsischen Schweiz. Daher waren Beobachtungen ohne viel Aufwand möglich. Den Grünen Strahl im engeren Sinn hab ich aber nie gesehen, dafür einige Male grüne Segmente am oberen Sonnenrand. Wenn es dazu kam, war die Sonne im oberen Bereich auch gelb und nicht rot, dunstige Tage eignen sich daher nicht. Und natürlich dürfen keine Wolken am Horizont vor der Sonne sein. In den letzten Jahren gab es um die Zeit aber ohnehin oft 8/8 Bewölkung...

Der klassische Grüne Strahl entsteht aber über dem Meer, wenn ie Oberfläche wärmer als die Luft ist:

http://mintaka.sdsu.edu/GF/papers/Zenit/glance.html

Ich glaube meine Beobachtung vom Wochenende fällt eher in die Kategorie Grünes Segment, das nun zufällig gerade am lokalen Horizont auftrat. Das Gelände mit den Windrädern liegt noch ca. 20 m höher als der Beobachtungsort (ist aber 15 km weit weg).

Ein Arbeitskollege war vor einigen Wochen im Urlaub auf einer Atlantikinsel, dort hat er den klassischen Grünen Strahl gesehen und fotografiert.

Viele Grüße,
Alex

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Beitrag von Sven Aulenberg » 29. Sep 2011, 21:28

Hallo Alex,
Danke für die Ausführungen. Mein grüner Strahl war genau genommen auch nur ein Segment, denn es löste sich nicht ab. Den richtigen Strahl bekommen wir bestimmt auch noch vor die Linse.
Bei Minnaert steht auch, dass der GS an Mauern und Felsen gesehen wurde.
Eigentlich eine logische Sache. Ich grübele schon eine Weile über diese Berichte nach und hoffe auch so eine Stelle zu finden. Das Problem dabei ist, dass die Sonne nicht immer an der gleichen Stelle auf- bzw. untergeht. Eine solche Stelle wäre nur wenige Tage "zu gebrauchen". Aber imerhin zweimal im Jahr. Vielleicht gibt es eine solche Stelle bei dir.

Viele Grüße
Sven

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Beitrag von Michael Großmann » 30. Sep 2011, 08:47

Hallo Alex, hallo Sven,

das grüne Segment ist tatsächlich öfter zu beobachten wie angenommen, der klassische grüne Strahl wohl doch eher am Meer oder vom Berg aus.

Besonders oft kann man die sich ablösende Segmente mehrmals während des Sonnenunterganges beobachten, wenn die Luft sehr "unruhig" ist, gerade an heißen Sommertagen.
Verschwindet die Sonne während des Sonnenunterganges hinter einer Wolke sieht man gelegentlich ebenfalls grüne Segmente an der Wolkenoberkante.

Ich hab hier mal noch 2 Beispielbilder vom 18.07.2010....

Bild

Bild

Viele Grüße
Micha

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 30. Sep 2011, 10:59

Hallo Micha, hallo Sven,

ich habe ganz ähnliche Erfahrungen bei den winterlichen Sonnenaufgängen gemacht. Gerade wenn über Nacht starke Auskühlung stattfand, gab es grüne Segmente - andererseits hab ich auch schon abgelöste Segmente fotografiert, die nicht grün waren. Dazu ist noch zu sagen, dass das alles auf Film fotografiert wurde und das Scannen dieser Bilder etwas problematisch ist (z.B. gibt es keinen Weißpunkt, da eben kein Weiß im Bild...). Es besteht die Gefahr, den Rotkanal in die Sättigung zu treiben, und dann "vergilbt" das Grün, wie neulich beim Regenbogen diskutiert. Mit der neuen Technik mach ich jetzt eben so eine automatische Dreierreihe mit verschiedenen Belichtungen.

Hier auch noch zwei Beispielbilder:

11.01.2007, 08.11:
Bild

28.11.2077, 07.47:
Bild

Heute morgen gabs auch einen schönen Sonnenaufgang, aber dank 1° Horizonthöhe in diesem Azimut keine Chance auf was Grünes. Zumindest kann ich mich in der Kamerabedienung üben - wenn ich ein Zeitraffer haben möchte, muss ich mir vorher die Belichtungszeit überlegen. Die Automatik mißt in Verbindung mit der Russentonne nur mittenbetont, das wird also nichts, wenn die Sonne von links unten nach rechts oben durchs Bild wandern soll.

@Micha: Hast Du eigentlich auch eine Russentonne oder ein anderes extremes Tele?

@Sven: Bezüglich der Mauern, Felsen usw.: Muss das denn überhaupt mit dem Sonnenuntergang passen? Ich denke eher, es geht um den Zeitpunkt, an dem die Sonne hinter dem Hindernis verschwindet, und da ist man doch nicht auf wenige Tage beschränkt. Mir fällt hier insbesondere der Rostige Turm selber ein (s.o.), der hat eine riesige Fläche nach Westen, die sich immer schön aufheizt. Mal sehen, ob ich da nochmal zur richtigen Zeit hinkomme.

Viele Grüße,
Alex

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