Glorie auf der Zugspitze (130113)

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Claudia Hinz
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Glorie auf der Zugspitze (130113)

Beitrag von Claudia Hinz » 13. Jan 2013, 18:57

Hallo,

heute gab es neben Untersonne, Nebensonnen (evtl. auch Übersonne, Übernebensonne) und wunderschöner Lichtsäule auch eine atemberaubende Glorie.

Leider ist es mir aufgrund der lahmen Leitung nicht möglich, irgendwo Bilder hochzuladen, deshalb soll das eine erstmal genügen. Die anderen folgen dann zum Monatsende, wenn ich wieder daheim bin.

Wer braucht schon Kino, bei solch einer grandiosen Naturvorführung:
http://alpen.yakohl.com/pop.php?pid=1078

Viele Grüße
Claudia

Edit: Habe jetzt eine Möglichkeit gefunden, Bilder online zu stellen.

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Zuletzt geändert von Claudia Hinz am 15. Jan 2013, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.

Timo Kuhmonen
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Beitrag von Timo Kuhmonen » 14. Jan 2013, 20:36

quite a many red rings visible :-)
Timo K, OH7HMS - KP32EV
http://tiku-astro.blogspot.com/

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 14. Jan 2013, 21:04

Wow. So viele Beugungsringe ! Das ist tatsächlich großes Kino was du uns zeigst.

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Beitrag von Elmar Schmidt » 14. Jan 2013, 21:40

Ja, irre, ich zähl 6 Stück.

Wobei mir auffällt, daß der dritte deutlich schwächer ist und auch auf einer vom radialen Fortschreiten des Rests abweichenden Position.

To me, the third (red) ring seems to be both weaker and not quite fitting into the progression of the other's radii. Any ideas?

Elmar


PS: ich glaube, Reinhard liegt richtig, da treffen sich Glorie und Interferenz-Nebelbögen; auf jeden Fall ABSOLUT SPEKTAKULÄR!
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 14. Jan 2013, 23:08, insgesamt 3-mal geändert.

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 14. Jan 2013, 22:57

Hallo!

Wenn mich meine Augen nicht täuschen, ist das "nur" eine 3-fach-Glorie.
Danach sieht es für mich aus, als würden sich die Farbfolgen umkehren und verbreitern, was meiner Meinung nach ein Hinweis auf Interferrenzbögen vom Nebelbogen ist. Der eigentliche Nebelbogen ist aber anscheindend nicht auf dem Bild, da die Wolken nicht in dessen wirksamen Bereich hineinreichen. Oder täusche ich mich?

Auf jeden Fall ein spektakuläres Bild! Für mich leider unerreichbar.


Viele Grüße, Reinhard!
Schnee, der heute fällt, ist morgen der Schnee von gestern...

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 15. Jan 2013, 10:33

Danke für Eure Anmerkungen. Reinhard hat recht, es sind die Interferenzen vom Nebelbogen. Hab einige Bilder, wo man das deutlich sieht. Die folgen noch, versprochen.

Aber ist Euch aufgefallen, daß die Skitrupe zwar dahinschaut, aber von da aus keiner die Glorie sehen dürfte? Keine Ahnung, wo die hinschauen, aber von oben sah es aus, als würden sie auf die Kinoleinwand kucken, auf welcher der Glorienfilm läuft.

Gestern gab es auch noch ein atemberaubendes Eisnebelhalo mit Wegeners Gegensonnenkreuz. Mal schauen, ob ich die Bilder von hier aus irgendwie online bekomme, ansonsten folgen auch die zum Monatsende.

LG Claudia

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 15. Jan 2013, 11:22

hi Claudia, tolles Bild!

Aberaberaber ich muss Dich rügen! Natürlich sehen die Skifahrer die Glorie, ihre Köpfe sind ja in der Sonne und sie dürften gerade über die Kante gucken können. Sie sehen die Glorie natürlich weiter rechts :)

Mein Vorschlag zur Benennung solcher Prachtexemplare:
Gloria gloriosa var. zugspitzensis :lol:

Bertram

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 15. Jan 2013, 12:01

Hallo Claudia,

ich find das Bild auch sehr schön! Ein echtes Prachtexemplar für künftige Atmo-Optik-Bücher. Wollte bloß noch ergänzen, dass die Abgrenzung Nebelbogen/Glorie je nach theoretischer Sichtweise nicht eindeutig ist. In der Mie-Theorie fallen Korona, Glorie und alle Regenbögen in einen Topf - "Lichtstreuung an Wassertropfen". Nun gibts ja die Debye-Reihe, um etwas Ordnung in die Entstehung der Mie-Streulichtverteilung zu bringen. Doch auch hier stellt sich heraus, dass der Hauptanteil der Glorie durch denselben "Strahlen"gang wie der (Haupt)Nebelbogen entsteht (p=2 bei http://www.philiplaven.com/p2c1a.html). Aus dieser Sicht gehören Nebelbogen und Glorie also zusammen, auch wenn sich im Verlauf die Farbstreifenbreite ändert bzw. die Farbreihenfolge umkehrt.

Viele Grüße,
Alex

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 15. Jan 2013, 12:45

@Alex: Vielen Dank für den physikalischen Hintergrund. Die Seite von Phillip muß ich mir mal in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen.

@Bertram: Nein, ich glaub nicht, daß sie die Glorie gesehen haben. Die Glorie müßte von ihrem Standpunkt aus hinter dem Ostgipfel stattgefunden haben und der ist höher als die Plattform.

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 15. Jan 2013, 13:34

ok, Du kennst natürlich die räumlichen Verhältnisse.

LG
Bertram

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 15. Jan 2013, 14:09

@Bertram: Vielleicht hast Du doch recht, denn einer von der Gruppe sagte mir gerade, er hätte einen Regenbogen gesehen. Wie er genau aussah, wußte er nicht mehr. Vielleicht einen der äußeren Ringe?

@Alex: Die Seite von Laven überfordert mich ehrlich gesagt etwas. Was ich nicht so richtig verstehe, wie kann ein recht schwacher Nebelbogen solche hellen Interferenzen haben? Beim Regenbogen sind diese immer schwächer als der Bogen selbst. Oder passiert das vielleicht dann, wenn es einen Mix aus Wassertröpfchen und Eiskristallen, also mehr Beugungspartikel gibt? Temperatur lag bei -15 Grad und ich hatte gleichzeitig eine (wenn auch schwache) Untersonne.

LG Claudia

Rüdiger Manig
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Beitrag von Rüdiger Manig » 18. Jan 2013, 20:10

Hallo liebe Claudia,
wunderschöne Fotos, leider erst heute gesehen...Wünsch dir noch
einiges mehr davon dort oben...
Herzlicher Gruß
Rüdiger

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 19. Jan 2013, 12:32

Hallo Claudia,

Entschuldigung für die späte Antwort. Es stimmt, die Seite von Philip Laven ist ziemlich theorielastig, aber es geht ihm ja gerade um die Theorie. Die Ausgangssituation ist gegenüber der Realität stark vereinfacht: Überall gleichviel, exakt kugelförmige und gleichgroße Tropfen, insgesamt auch nicht zu dicht. Also keine Nebelschwaden, Eiskristalle usw.

Worauf ich hinauswollte, ist dass Begriffe wie Reflexion, Brechung, Beugung, Interferenz usw. im Rahmen der Mie-Theorie keinen Sinn mehr haben, da das Ergebnis einfach "alles auf einmal" beinhaltet: Korona, Regenbögen, Glorie. Deswegen kann man diese Erscheinungen (in der Mie-Theorie) nur willkürlich voneinander trennen. Allerdings ist die Mie-Theorie eben die beste optische Theorie, um zu beschreiben wie Licht mit einem kugelförmigen Wassertropfen wechselwirkt.

Die Interferenzbögen sind unter den idealisierten Voraussetzungen auch nicht heller als der "Haupt"bogen, es sei denn man weitet den Begriff bis zur Glorie aus (was man tun könnte), und dort kann es dann doch noch heller zugehen als beim Nebelbogen selber.

In einer umformulierten Variante der Mie-Theorie (der Debye-Reihe) geht es dann doch wieder etwas organisierter und weniger "orakelhaft" zu - trotzdem kommt sowohl ein Großteil der Glorie als auch der Hauptbogen aus derselben Kategorie (sog. "p=2"). Wenn der Tropfen groß genug ist, dass man wieder sinnvoll die Strahlenoptik anwenden kann, ist das genau der Hauptbogenstrahlengang. Freilich haben so große Tropfen dann keine erkennbare Glorie mehr. Schlimmer noch, für die Glorie gibt es überhaupt keinen erlaubten geometrischen Strahlengang.

Also Fazit: Mit dem Zählen der Ringe und dem Übergang von der Glorie in die Nebelbogen-Interferenzen ist es nicht ganz so eindeutig. Kommt man von der eher klassisch-optischen Seite mit Reflexion, Brechung, Beugung usw., dann gibt es eine Trennung; kommt man von der Mie/Debye-Seite, dann nicht.

Viele Grüße,
Alex

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 21. Jan 2013, 09:54

Lieber Alex,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Kann die Anzahl der Ringe vielleicht auch mit der Tröpfchengröße zusammen hängen? Ich beobachte sie gerade das 3. Mal in einer Woche, auf dem Wendelstein habe ich sie ur selten gesehen und in dieser Helligkeit nie! Aber hier bin ich 1200m höher und schon im Niveau mittelhoher Wolken. Die Tröpfchengröße dürfte also deutlich kleiner und sicherlich auch einheitlicher in ihrer Größe sein als bei Sc oder Cu.

Was mir auch auffällt, heute sind die Überzähligen enger beieinander mit deutlichem Abstand zur Glorie. Poste übermorgen mal ein paar Bilder, heute schaffe ich es nicht mehr.

LG Claudia

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 21. Jan 2013, 15:37

Moin moin,
tolle Fotos sind das, möchte ich auch mal sehen!
Was mir auffällt:
Im dritten und vierten Bild ist auf jeden Fall ein Nebelbogen zu sehen.
Die weiter innen liegenden Ringe werden ja als Interferenzringe bezeichnet.
Sehe ich auch so aber der erste Interferenzring hat von den Farben her schon fast Regenbogencharakter. Es ist ein deutlicher gelber Farbanteil auch Grün und Rot sind intensiver vorhanden. Das kannte ich so bisher nicht. Bei meinen Beobachtungen waren die Interferenzringe 1. vieeel schmäler und 2. bestanden diese Ringe immer nur aus zwei Farben: Rosa und Türkis.
Diese Farben sind für mich typische Interferenzfarben. Alle weiteren Interferenzringe zeigen auch genau diese Farben.
Frage 1: ist es möglich, dass der 1. Interferenzbogen das volle Spektrum zeigt?
Frage 2: Wovon hängt die Breite der Interferenzringe ab?
Frage 3: darf ich die RAW Datei haben? Ich will mal sehen, was man aus dem Bild noch rauskitzeln kann :-)

Viele Grüße
Sven

Edit: nachdem ich ein wenig recherchiert kann ich die erste Frage mir selbst beantworten, ja es ist wohl möglich aber ich durfte es noch nicht sehen.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 23. Jan 2013, 10:51

zu 2) Ich vemute ganz stark die Tröpfchengröße.
zu 3) RAW's habe ich aus Platzgründen keine gemacht, aber die Originale kann ich Dir gern zuschickn, sobald ich wieder daheim bin. Vom Modem aus macht das nicht viel Sinn ...

Hier noch die versprochenen Bilder aus dem letzten Dienst, wo zwischen (kleinerer) Glorie und den Nebelbogen-Bögen eine deutliche Lücke ist:

Bild
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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 23. Jan 2013, 18:46

Hallo Claudia,

die nachgelegten Bilder sind ja noch lehrbuchreifer, einfach grandios! Auch Antikrepuskularstrahlen hat es.

Interessant wird allmählich die Frage, in welcher absoluten und relativen Weise (Progression) sich die Ringradien bei Glorie und Nebelbögen zueinander verhalten, natürlich in Abhängigkeit von der Tröpfchengröße.

-> Alex: das steht sicher alles in MiePlot, aber da wäre doch fast mal ein Nomogramm am Platz...

Zum anderen frage ich mich, wo doch die Zugspitze nicht gerade menschenarm ist, warum das vorher offenbar noch keiner abgelichtet hat, oder meinst Du (Claudia), eine solche Erscheinung ist auch dort extrem selten?

Herzl. Gruß

Elmar

============

PS: habe mal wieder Lineal und Taschenrechner geschwungen und komme für jeweils 4 Ringe (im Roten) auf folgende Radien (in Grad)

Glorie:* 2,1 - 3,8 - 5,9 - 7,6
Interferenzbögen: 18 - 22 - 27 - 33
Nebelbogen: 42 Grad (Anpaßbedingung, stimmt die?)

*bei M. Vollmer steht eine Faustformel (die offenbar auf P. Laven basiert), in welcher der Tropfenradius R in Mikrometer eingeht:

24/R - 37/R - 56/R - 75/R

Das käme dann für 10 Mikrometer (20 Mikrometer Durchmesser!) einigermaßen hin.
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 24. Jan 2013, 12:43, insgesamt 7-mal geändert.

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 23. Jan 2013, 21:19

brutale Bilder

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 24. Jan 2013, 22:24

Moin,
da fehlen mir die Adjektive :shock:
Das möchte ich auch mal sehen und knipsen dürfen!

Gruß
Sven

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