"Zero Order Glow" bei Schneefall?

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Bertram Radelow
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"Zero Order Glow" bei Schneefall?

Beitrag von Bertram Radelow » 21. Feb 2013, 08:37

Bei dünnem Schneefall kleiner spiegelnder Schneekristalle bildet sich um die Sonne eine blendend helle Zone. Eigentlich müsste das dem Zero Order Glow entsprechen, nur eben durch zufällige Spiegelung entstanden. Bei streifender/flacher Spiegelung (nahe der Sonne) heller, bei steilerer Spiegelung (fern der Sonne) weniger hell.
Soweit trivial.
Eigentlich sollte so etwas auch bei jedem 22°-Halo auftreten? Die desorientierten Plättchen sollten doch auch in alle Richtungen spiegeln (nicht nur brechen). Mir ist aber nicht bekannt, dass das mal beschrieben oder untersucht wurde?

Ausserdem würde ich gerne wissen, ob der rötliche Saum (den ich auch auf manchen Untersonnenbildern habe) ein Kameraartefakt ist.

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(stark unterbelichtet)

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 22. Feb 2013, 13:11

Hallo Bertram,

für einen Zero Order Glow würde ich das nicht halten, denn die Sonnenstrahlen gehen ja nicht durch die Schneeflocken hindurch. Eher dürften die Flocken das Sonnenlicht streuen. Dann wäre die Erscheinung eher mit dem Ring von Bishop verwandt, auch wenn es kein richtiger Bishopring ist.

Sonne bei gleichzeitigem Schneefall hatten wir hier auch gerade eben. Am 9. Februar habe ich davon ein Bild gemacht, da sieht man diese "Scheibe" um die Sonne auch, sogar mit Ansätzen einer Lichtsäule. Zumindest ein Teil des Sonnenlichtes scheint auch gespiegelt zu werden, aber das Licht geht nicht durch die Flocken hindurch. Deshalb zeichnen die sich auf dem Bild auch als schwarze Flecken ab:
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Zu dem rötlichen Saum kann ich leider nichts sagen.

Grüße
Peter

Georg Hille
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Beitrag von Georg Hille » 22. Feb 2013, 18:39

Hier war gestern auch mal die Sonne zu sehen...Sie produzierte erfreulicherweise ne Lichtsäule...Bild

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 23. Feb 2013, 12:01

Hallo,

klarerweise sind Schneeflocken durchsichtig, vgl. die schönen Bilder von Reinhard. Doch natürlich reflektieren sie auch Licht und das durchtretende (und durchtreten "wollende") Licht wird an den den filigranen Unregelmäßigkeiten abgelenkt (durch Brechung und Streuung). Beides fehlt dann in der direkten Durchsicht. Daß die Flocken grauschwarz erscheinen, ist ein Kontrasteffekt zur flockenlosen Luft.

Wegen der Größe und unregelmäßigen Formen ist die Lichtzerstreuung an Schneeflocken im Grunde kein so "interessantes" Problem für Physiker. Die rechnen das lieber und (relativ) einfacher für Tröpfchen oder Einzelkristalle. Abhilfe könnte aus der virtuellen Realität und Computergrafik kommen, wo die Simulationsswerkzeuge immer mächtiger werden.

Gruß, Elmar

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 23. Feb 2013, 14:26

Moin moin,
Auf Bertram Fotos sieht es aus, als wären wirklich einzelne Schneesterne bzw. Schneekristalle zu sehen.
Auf den Bildern von Georg und Peter sieht man dicke Schneeflocken.
Anders als bei einzelnen Schneekristallen, kann bei einer Flocke das Licht nicht direkt durchscheinen. Das Licht wird zu oft in alle möglichen Richtungen gestreut.
Zum Betrachter hin kommt einfach kaum noch Licht an!
Die Flocke erscheint dunkel, weil zu wenig Licht durchscheint.

Bei Bertrams Bildern sehe ich das ganz anders und durchaus interessant.
Ein einzelner Schneekristall, evtl mit einer relativ großen und flächigen Basis (hexagonales Plättchen) und eher kurzen Dentriden, lässt das Licht sehr gut durch. Ich habe kürzlich mein altes Mikroskop aus Jugendzeiten wieder hervorgekramt.
Ich kann noch nicht abschließend beurteilen, wie gut oder schlecht die Linsen sind (chromatische abberation)!
Aufgrund meiner bescheidenen Beobachtungen unter anderem mit diesem Gerät halte ich es durchaus für denkbar, dass unter idealen Bedingungen ein roter Saum sichtbar wird. Viel mehr kann und will derzeit noch nicht dazu sagen.
Seit einer Weile mache ich mir Gedanken über "alternative Lichtwege", welche von der idealisierten Lehrmeinung (Halos entstehen hauptsächlich oder grundsätzlich nur an Säulen und Plättchen) deutlich abweichen.
In diesem Zusammenhang gibt es auch Gedanken zu evtl. bisher nicht dokumentierten Erscheinungen und schwupps erscheint hier Bertrams indizieller Bericht. Bitte mehr davon 8)
Die Gelegenheiten für vernünftige Untersuchungen gehen hier ab nächster Woche vermutlich gegen Null ( und die Temperaturen hoffentlich deutlich über Null :-) )
Für die nächste Wintersaison muss ich wohl technisch aufrüsten, denn ich glaube mittlerweile, dass es noch mehr zu entdecken gibt, zumindest bei Schneedeckenhalos und vielleicht auch bei "Schneefall" wie hier von Bertram beschrieben wurde.
Ich wünsche mir die technischen Möglichkeiten eines Ken Libbrecht aber dazu muss ich wohl mit dem Lottospielen anfangen :roll:

@Bertram: weiterhin Augen aufhalten und würdest du mir die originalen Bilder zur Verfügung stellen. Ich möcht mal sehen, was da per EBV noch rauszuholen ist.

Viele Grüße
Sven

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