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von Alexander Haußmann » 20. Okt 2013, 10:37
Hallo Micha,
Absorptionslinien im Regenbogen sind eine reizvolle Idee, aber ich glaube dass die 0,5° Sonnendurchmesser und die nicht "unendlich scharfen" Intensitätspeaks der einzelnen Wellenlängen diese verwischen würden. Ich hätte da einen anderen Deutungsvorschlag, denn ein ähnlicher Effekt ist mir auch neulich bei meinen Simulationen aufgefallen: Vermutlich gibt es in der Kameraempfindlichkeit ein "spektrales Loch", d.h. einen Wellenlängenbereich im Orange, in dem die Empfindlichkeit des roten Sensors schon abgefallen ist, diejenige des grünen aber noch nicht allzuweit angestiegen. Das heißt also, diese Wellenlängen werden "dunkler" wiedergegeben.
Aber man kann nie wissen, deshalb wäre eine Probe aufs Exempel gut! Mein Vorschlag wäre ein Prismenexperiment à la Newton: Ein dunkler Raum mit einer kleinen Öffnung, durch die das Sonnenlicht auf ein Prisma fällt. Hinter dem Prisma steht die Kamera (mit Objektiv). Der entscheidende Punkt ist, vor das Prisma (in Richtung Sonne also) noch zwei Sammellinsen zu setzen, deren Brennpunkte zusammenfallen. An diesen Punkt kommt eine Spalt- oder Lochblende. Machst Du die Blende klein, wird aus dem Sonnenbild in der Brennebene nur ein schmaler Streifen ausgeschnitten, der durchs Prisma läuft und im Spektrum (d.h. Foto 1) die Fraunhoferlinien zeigen müßte. Dann machst Du den Schlitz weiter, und die Linien werden wegen der Winkelausdehnung der Lichquelle verwischen und verschwinden (Foto 2). Der Vergleich der beiden Fotos zeigt dann, ob im Orange ein Kameraartefakt oder tatsächliche Absorptionslinien vorliegen.
Viele Grüße,
Alex