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von Reinhard Nitze » 24. Jun 2005, 13:42
Hallo Manfred!
Hat also noch niemand versucht, Dir zu antworten? Na dann versuch ich es mal.
Also: Das Wetter hält Dir hier gewissermaßen einen Dia-Vortrag.
Das Projektorlicht: Die Sonne
Das zu projezierende Dias-bild: Gewitterwolke
Die Leinwand: Cirruswolke.
Warum der Schattenwurf scheinbar über der Gewitterwolke liegt:
In Wirklichkeit befindet sich der Cirrus etwas unterhalb vor dem Gewitterwolkenrand. Dein Standpunkt liegt im Schatten der Gewitterwolke. Da aber der Cirrus groß genug ist, um über den beschatteten Bereich hinauszuragen, kannst dur den Schattenumriß perspektivisch oberhalb der Gewitterwolke sehen. Angenommen, dein Standpunkt läge außerhalb des Schattens vor der Gewitterwolke, so läge der projezierte Schatten perspektivisch unterhalb des Randes der Gewitterwolke. Der abgeschattete Bereich der Gewitterwolke zwischen Wolkenrand und dem Schattenwurf auf dem Cirrus wäre dann (theoretisch) aufgehellt, also ein Lichtsaum. In der Praxis wäre das jedoch kaum zu beobachten, da die Sonne alles überstrahlt. Allerdings: In dunstiger Luft könnte man in diesem Fall einen Lichtfächer vor dem abgeschatteten Cumulonimbus sehen, vorausgestzt, eine weitere Wolke blendet die Sonne ab. Und damit kommen wir zu den Schatten/Lichtfächern, "Wasserziehende Wolken":
Ist das Projektionsfeld nicht eine dünne, duchscheinende Fläche sondern ein dreidimensionaler Raum wie die mit Dunst erfüllte Luft, so entstehen dann die Licht- und Schattenstrahlen. Steht die Sonne oberhalb der Schattenwerfenden Wolke, entsteht vor dem dunklen Hintergrund ein Lichtfächer (nach unten), steht sie hinter der schattenwerfenden Wolke, wirft sie nach oben einen Schattenfächer.
So, nun habe ich dich genug vollgetextet.
Viele Grüße, Reinhard
P.S. Dieses Posting gibt meine Meinung wieder. Sollten sich Eurer Ansicht nach Fehler darin befinden, korrigiert mich einfach! Danke![/i]