Hallo zusammen,
ein ausführlicher Bilderthread über mehrere Tage. Die meteorologischen und optischen Beobachtungen schreibe ich zumindest teilweise der großen Menge an Saharastaub zu, der sich in diesem Zeitraum über Deutschland befand.
Außer den optischen Folgen des Staubes (Trübung, Streuung, Beugung) gab es auch einen direkten Einfluss auf das Wetter dank stark erhöhtem Angebot an Eis- und Kondensationskeimen.
1. April
8:25, trüb wirkender Himmel mit Ac stratiformis, am Rand in Ac floccus auslaufend - mit diffus-flächigen Virga

um 9:00 stehen einige Virga solo in der Luft, was an Hole Punch Clouds erinnert

10:09, Niedriger Cirrus spissatus acgen oder noch gerade so Ac virga. Die Kontrastschraube würde den visuellen Eindruck verfälschen.

Auf diesem Bild sehe ich nur noch Cirrus; Meiner Meinung nach Cirrus fibratus virga, wenn Virga an Cirrus denn zulässig wäre...die Nomenklatur ist etwas realitätsfern bisweilen

Hier jedoch wieder Ac virga...im Grunde ist es aber immer dasselbe, nur in verschiedenen Stadien

12:48, nach dem Verschwinden des Ac tauchte im oberen Stockwerk Cirrocumulus stratiformis translucidus perlucidus undulatus auf, aber schon als Grenzfall zu Cc lenticularis

Hier mit Schattenwurf eines Kondensstreifens. Der milchige Himmel kommt nicht nur durch den verteilten Staub, sondern auch durch einen (vom Staub mitverursachten) Cirrostratus zustande.

Der Cirrostratus verrät sich dann auch mit einem Halo

Cs fibratus (14:36)

Um 16:13 wieder für kurze Zeit ein Halo, diesmal mit Teilen des umschriebenen Halos

Bearbeitet

Dann gesellt sich wieder Altocumulus hinzu, hier sowohl Ac floccus, Ac stratiformis und auch Ac castellanus

17:12

2. April
Schon um 7:50 Stratocumulus castellanus. Der Eindruck war wenige Minuten vorher noch viel deutlicher

Richtung Südwest hat sich der Sc cas in weitgehend in Cumulus (hum und med) ausdifferenziert

Gegen Mittag kamen die Cumulus-Wolken bei nicht ganz so blauem Himmel wieder
13:09

14:18

17:26, der vermutlich staubbedingte Cirrostratus ist wieder deutlich zu sehen und wird halös


Gegen 19:20 auf freiem Feld: Cirrostratus fibratus mit schwacher Nebensonne.

Generell bekam ich den Eindruck, dass die vom Saharastaub erzeugten Eiswolken zwar immer wieder Halos erzeugten, aber keine "schönen" oder gar besonderen Halos hervorbringen konnten.
3. April
Um 13:05 schon wieder Cirrostratus mit Halo (umschriebener Halo)


Um 15:48 hat sich das Ganze zu Altostratus translucidus verdichtet. Dieses Gewölk hätte es ohne den Staub nicht gegeben.

4. April
17:42 bei Schlüchtern. Der Tag, an dem die Konvektion abgesagt wurde, weil der Staub mit seinem eigenbürtigen Cs und As (hier As) die Einstrahlung zu stark gedimmt hat.

Ohne Staub wäre der Himmel durchlässig gewesen
5. April
Gegen 17:30 bei Fulda. Der Altostratus ist wieder da; und diesmal wirkt der diffuse Lichtfleck um die Sonne sogar bräunlich


6. April, Fulda
Gegen 9:45 ein großer Bishop-Ring um die Sonne.

Mehrfache Erhöhung der Farbsättigung zeigt den Farbverlauf mit der rötlichen Außenseite

Etwas heller


Gruß, Gerrit