Halophänomen am 16.04.2015

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Thomas Klein
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Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Thomas Klein » 18. Apr 2015, 18:17

Hallo zusammen,

am 16.04. konnte ich einige Halos beobachten. Als erstes habe ich in der Mittagspause um 12:15 Uhr (alle Angaben in MESZ) einen vollständigen 22° Ring mit deutlichen Aufhellungen oben und unten gesehen. Auch mein Kollege hat ihn ohne Sonnenbrille ohne Schwierigkeiten gesehen.

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Leider musste ich um 12:30 Uhr weiterarbeiten und konnte bis Feierabend kaum einen Blick aus dem Fenster werfen. Nur um 13:30 Uhr habe ich kurz mal Richtung Sonne gesehen und da war der obere Teil des umschriebenen/22° Halos zu sehen.
Nach Feierabend um 15:00 Uhr sind zum Teil tiefe Wolken durchgezogen, darüber waren weiterhin die beiden Halos zu sehen.
Da die Halos schon so lange zu sehen waren, bin ich zum Beobachten rausgefahren und habe auf mehr gehofft.
An meinem Beobachtungspunkt angekommen, habe ich um 15:44 Uhr direkt ein Segment des Horizontalkreises (Oder ist das eine Cirre, es sind immer wieder HZK-Ähnliche Cirren durchgezogen) gesehen. Auf dem zweiten Bild ist eine dieser Cirren zu sehen, welche man an der falschen Stelle leicht mit dem HZK verwechseln kann.

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Bis um 16:14 Uhr war alles ruhig, es waren nur ab und zu schwache Nebensonnen, der übliche 22° Ring und Teils Aufhellungen am oberen Teil zu sehen. Da ich wusste, dass orientierte Säulchen im Spiel waren, habe ich speziell nach dem Infralateralbogen ausschau gehalten und bin um 16:14 Uhr auf eine ganz schwache Färbung im jenem Bereich aufmerksam geworden. Um 16:23 Uhr war der Infralateral am besten zu sehen. Er war zwar nicht hell, aber deutlich als solcher auszumachen. Auf dem Foto habe ich auch wieder einen HZK entdeckt, wenn es den einer ist?

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Mit der Zeit verlor der ILB wieder an Helligkeit und es wurde ruhig. Ich wusste, dass um 16:45 Uhr die Sonne unter die 32° Marke fallen würde und habe geduldig auf einen SLB und ZZB gewartet - leider ohne Erfolg. Dafür habe ich um 17:02 Uhr meinen aller ersten unteren Berührungsbogen gesehen. Schwaches irisieren habe ich auch noch auf das Bild bekommen.

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Ab 17:15 Uhr hatte ich dann immer den Eindruck, an den Nebensonnen Lowitzansätze zu sehen, aber leider bringen mir die Bilder auch keine Gewissheit. Was meint ihr, ist das ein Hirngespenst von mir gewesen, oder sind da Lowitzkristalle mit im Spiel gewesen?

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Nahezu Zeitgleich erschien der "Parrybogen", sowie der ZZB. Der Supralateralbogen ist zwar auf den bearbeiteten Bilder drauf, war mit bloßem Auge aber nicht zu sehen. Dennoch war das erste Phänomen vollständig mit dem 22° Ring, den oberen Berührungsbogen, beiden Nebensonnen, den "Parrybogen" und dem Zikrumzenitalbogen. (+evtl. Lowitz)

Um 17:30 Uhr ist dann dieses Bild entstanden. Meiner Meinung nach ist hier an der rechten Nebensonne der mittlere Lowitzbogen zu sehen. Auch an der linken Nebensonne sind Lowitzähnliche Segmente zu erahnen. Außerdem stellt sich mir hier die Frage, ob ich denn wirklich den Parrybogen gesehen habe, oder ob es sich die ganze Zeit um den oberen Lowitzbogen gehandelt hat. Da die Halos nicht sonderlich hell waren, konnte ich es visuell nicht burteilen und auch auf den Bildern nicht richtig deuten. Ich würde mich auch hier auf eure Meinung und Deutungen freuen.

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Kurze Zeit später war wieder etwas Horizontalkreis-Ähnliches zu sehen, hierbei Tippe ich aber auf Cirrus, würde mich aber trotzdem nochmal auf eure Meinung freuen.

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Um 17:38 Uhr strahlte der ZZB ziemlich hell über mir. Es war zwar von der Helligkeit noch Luft nach oben, war aber trotzdem einer meiner schönsten bis jetzt. Speziell an der rechten Nebensonne würde ich auch wieder sagen, dass man Lowitzbögen sieht. Von der Helligkeit war es leider immer nur grenzwertig und nicht eindeutig zuzuordnen.

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Ich habe kurze Zeit später von der rechten NS eine Detailaufnahme gemacht. Die NS erscheint ziemlich breit nach oben und unten, sind das nun schon Lowitzstopsel oder gehört das zur Nebensonne?

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Bis um 18:24 Uhr waren dann nur noch die üblichen verdächtigen (NS mit Schweif, 22er, ZZB und Teils der OBB) zu sehen. Ich hatte aber weiterhin den Eindruck, dass an den Nebensonnen zum Teil Lowitzansätze zu sehen sind.

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Um 18:28 Uhr ist ein Flieger genau durch die Sonne geflogen, ich war aber leider zu langsam, um ein Bild der Sonne zu machen. Dafür konnte ich den Schatten des Kondensstreifens über den ganzen Himmel fotografieren.

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Zeitgleich wurde es nochmal richtig interessant. Mir ist eine deutliche Aufhellung auf einem Stückchen HZK aufgefallen. Ich musste sofort an diesen Thread hier denken. Der Abstand von 44° würde ja ca. passen. Ob das eine 44° Nebensonne ist, oder doch nur eine Cirre oder der Schnittpunkt von HZK und SLB? Ein kleines Stückchen darüber wurde außerdem das erste deutlich sichtbare Stückchen SLB sichtbar. Es waren zwar zuvor immer wieder SLB Ansätze am ZZB zu sehen, aber nie richtig deutlich. Außerdem ist auf dem SLB eine Aufhellung (Tapes?) zu sehen.

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Die Aufhellung auf dem SLB war für fast 30 Minuten zu sehen, was für mich für einen Tapes Bogen spricht. Ich glaube nicht, dass der SLB über diese Zeit konstant an genau diesem Punkt zu sehen war, bzw. heller war.
Um 18:47 Uhr habe ich ein Bild speziell für Claudia gemacht. Wendelstein mit schwachen 22er Segment, Nebensonnen, OBB, SLB Segement und Tapes.

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Nach fast 4 Stunden Beobachtung und einigen Halo Phänomenen habe ich mich wieder auf die Heimfahrt gemacht. Zuhause angekommen war noch ein schwaches "V" am Himmel zu sehen, danach konnte ich keine Halos mehr sehen.

Unterm Strich waren also folgende Halos zu sehen:

-22° Ring
-beide Nebensonnen mit Schweif
-umschriebener Halo, später oberer und unterer Berührungsbogen
-Parry bzw. Lowitzbogen
-Zirkumzenitalbogen
-Supralateralbogen
-Infralateralbogen
-Horizontalkreissegmente
-Tapes Bogen (?)
-Lowitzsegemente an den Nebensonnen (?)
-44° Nebensonne (?)

Leider sind es mal wieder ziemlich viele Bilder geworden, ich hoffe, sie gefallen trotzdem.

Gruß
Thomas

Kevin Förster
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Kevin Förster » 18. Apr 2015, 18:46

Hallo Thomas,

Glückwunsch zu deinem klasse Halophänomen! :wow:

Also der Tapes-Bogen und die Lowitzbögen sind meiner Meinung nach auf jeden Fall dabei.
Hast du dein zweites Bild mal mit USM bearbeitet? Dann könnte man da sehen, ob es ein HZK oder doch nur eine Cirre ist.
Auf deinem 4./5. Bild müsste der Schweif in den HZK übergehen.
Was deine 44°-Nebensonne angeht: Das ist schwer zu sagen. Es könnte ja auch der Schnittpunkt zw. SLB und HZK/ILB sein oder auch nur ne lokale Aufhellung.Zumal zwischen der linken 22°-Nebensonne und dieser Aufhellung auch noch ein kleines helleres Stück HZK zu sehen ist.Versuch vielleicht mal dieses Bild mit der RB-Methode zu bearbeiten, vielleicht kommt da dann noch mehr raus.

Viele Grüße Kevin

Alexander Haußmann
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Alexander Haußmann » 18. Apr 2015, 22:29

Hallo Thomas,

da warst Du ja wieder fleißig... und auch wieder viele Lowitze dabei.

Meine Meinung zu den einzelnen Fragen ist:

- Der Horizontalkreis ist m.E. auf dem 5. Bild eindeutig, bei Bild 11 ist es wohl nur Cirrus.

- Schwache kurze Lowitzansätze (< 1°) an Nebensonnen gibt es relativ häufig. Ich würde das noch nicht als eigenständige Lowitzbögen bezeichnen, sonst würde die Lowitz-Statistik schnell ansteigen.

- Auf Bild 10 würde ich auch den mittleren Lowitzbogen durch die rechte Nebensonne erkennen und den unteren Lowitzbogen an der linken Nebensonne.

- Der "Parrybogen" auf den Bildern 10 und 11 ist wirklich knifflig. Im oberen Teil, der auf den Fotos sichtbar iat, fallen beide Bögen ja fast zusammen. Man müsste mehr vom Übergang zum OBB sehen. Dem Augenschein nach würde ich mehr in Richtung oberer Lowitzbogen als Parry tendieren, weil er "runder" aussieht. Vielleicht kannst Du ja noch eine stärkere Unscharfmaske drüberlegen?

- Von 44°-Nebensonnen würde ich nur dann ausgehen, wenn klar definierte farbige Lichtpunkte (z.B. in der USM) sichtbar sind, die nicht mit der ILB/SLB/Horizontalkreiskreuzung zusammenfallen (die genauen Winkelverhältnisse für diese Sonnenhöhe müsste man mal durchrechnen). Das kann ich in den Fotos aber so direkt nicht erkennen.

- Die Aufhellung am SLB liegt im Vergleich mit den Simulationen an der richtigen Stelle für einen der Tape-Bögen, aber die Aufhellung ist ziemlich langgezogen und man sieht keine Ansätze der nach hinten gebogenen "Hakenform". Da würde ich mal warten, was die erfahrenen Beobachter zur Abgrenzung sagen.

Viele Grüße,
Alex

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Thomas Klein
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Thomas Klein » 22. Apr 2015, 15:22

Hallo Alex und Kevin,

danke für eure Antworten. In den letzten Tagen war ich leider recht beschäftigt, aber ich habe jetzt nochmal ein paar meiner Bilder bearbeitet.

Beim Parry/Lowitz bin ich mir immer noch nicht sicher, so richtig eindeutig ist es nicht. Ich würde aber vielleicht sogar auf eine Mischung tendieren, wobei ich visuell wohl eher den Lowitz gesehen habe. Für einen Parry ist der Bogen wie Alex schon sagte ein bisschen zu rund:
_DSC5414_RB_USM.JPG
_DSC5396_USM.jpg
_DSC5396_RB2.JPG
Und hier nochmal die 44° Nebensonne. Also für mich sieht das schon verdächtig aus. Meines erachtens ist vor der 44° Nebensonne der Infralateralbogen im Ansatz zu sehen. Die Frage ist nun, wo der Supralateralbogen sich mit dem HZK schneidet und wo der Schnittpunkt mit dem 46° Ring wäre. Vielleicht könnte ihr da ja nochmal drüber schauen.
_DSC5505_edited_klein.jpg
_DSC5506_USM_2_klein.jpg
Gruß
Thomas

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Claudia Hinz
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Claudia Hinz » 22. Apr 2015, 16:18

Hallo Thomas,

Glückwunsch zum Halophänomen!

Bei Lowitz/Parry glaube ich auch, daß es ein Mischvariante ist. Ich hatte kürzlich sogar mal den Fall, daß sich Lowitz und Parry im minutentakt abgewechselt haben.

An der 44°-Nebensonne zweifle ich allerdings. Zum einen sind sie bisher ausschließlich in Eisnebel nachgewiesen und zum zweiten ist da dieser einzelne Cirrusstreifen, der durchaus ein Fragment des Infralateralbogens "beinhalten" könnte. Außerdem müßte eine 44°-Nebensonne innerhalb des SLB sein.

Viele Grüße
Claudai

Alexander Haußmann
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Alexander Haußmann » 25. Apr 2015, 15:53

Hallo allerseits,

ich hab nochmal ein wenig herumgerechnet, damit wir künftig bei den 44°-Nebensonnen einige brauchbare Orientierungshilfen haben. So sieht der Sonnenabstand der Zweifachstreuungsnebensonnen im Vergleich zum 46°-Ring und zum markanten Kreuzungspunkt von Supralateralbogen/Infralateralbogen/Horizontalkreis aus (für n=1.31):

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bzw. für höhere Sonnenstände und im Vergleich mit ein paar weiteren Haloarten:

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Statt als Abstand zur Sonne kann man das natürlich auch als Azimutdifferenz darstellen:

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In der Konsequenz bedeutet das, dass 44°-Nebensonnen immer auf der sonnenzugewandten Seite der SLB/ILB-Kreuzung liegen, jedoch bei ca. 18°-19° Sonnenhöhe durch den 46°-Ring wandern (und sich kaum davon abheben werden).

Im Fall von Thomas' Sichtung gehe ich auch von einem Fragment des Infralateralbogens in einem Cirrusstreifen auf ca. Sonnenhöhe aus. Vielleicht liegt auch noch etwas "davor", d.h. zur Sonne hin - in dem Fall würde ich auf ein Stück 46°-Ring tippen.

Viele Grüße,
Alex

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Thomas Klein
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Thomas Klein » 25. Apr 2015, 16:04

Hallo Alex und Claudia,

danke für eure Einschätzungen! Ich denke nur auch, dass es sich bei der Aufhellung um den SLB/ILB handelt. Diese diffuse Aufhellung rechts des ILB/44er wird dann wohl ein Teil des 46° Ringes sein.

Wie ist es denn, kann eine 44° Nebensonne in der Theorie überhaupts in Cirrus entstehen? Die 44° Nebensonne entsteht doch aus dem Licht der 22° Nebensonne. Müsste das Licht für einen Halo nicht von "hinten" kommen? Wenn dem so ist, wäre meiner Meinung nach eine 44° Nebensonne ja ausschließlich im Eisnebel möglich und nicht im Cirrus, da dort das Licht ja von rechts bzw. links kommt, oder? Habe ich da einen Denkfehler, oder ist da was wahres dran?

Gruß
Thomas

Alexander Haußmann
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Alexander Haußmann » 25. Apr 2015, 20:15

Hallo zusammen,

hab Thomas schon per PN geantwortet, aber vielleicht ist meine Antwort auch noch für andere Leser von Interesse.

Also ich glaube nicht, dass 44°-Nebensonnen nur auf Eisnebel beschränkt sind. Das ist allerdings der momentane Ist-Stand der bekannten Beobachtungen. Eine dickere Wolkenschicht oder zwei Schichten übereinander würden auch funktionieren. Eisnebel kann aber einige Vorteile bieten (gute Qualität der Kristalle, ausreichende Anzahldichte, Entfernung zu den Kristallen nicht zu groß). Der sekundäre umschriebene Halo (wenn das also wirklich ein sekundärer Halo war) trat bei hohem Sonnenstand im Cirrus auf. Vielleicht hätte es im Eisnebel noch besser funktioniert, dann geht das natürlich nicht im Sommer sondern nur im Winter am Mond. Andererseits sind die Chancen in Cirrus bei großen Höhenwinkeln besser als am Horizont (Kristalle sind näher, d.h. weniger zusätzlicher Kontrastverlust längs des Lichtwegs, man blickt "senkrechter" auf die Cirrusschicht, die beitragende Kristallmenge ist kleiner und kann potentiell homogener sein...). Lassen wir uns also überraschen, was die Zukunft bringt.

Viele Grüße,
Alex

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Elmar Schmidt
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Elmar Schmidt » 25. Apr 2015, 20:45

Hallo Thomas,

ergänzend noch, daß man die 22-Grad-NS nicht direkt als Lichtquelle für die 44 Grad-NS ansehen sollte. Tatsächlich können die zwei Kristalle, die für eine 44-Grad-NS hintereinander durchlaufen werden müssen, durchaus bei beliebig nah benachbarten bis zu praktisch demselben Winkel (nämlich bei 44 Grad) neben der Sonne stehen. Es ist halt nur so, daß der zweite Kristall dafür sorgt, daß sonst verloren gegangenes 22er-Licht selbst von da zum Beobachter gelenkt wird, vgl.

http://www.atoptics.co.uk/halo/44pars.htm


Hallo Alex,

danke für die nützlichen Grafiken. In der Tat muß man längs des HK den Winkelabstand (Großkreis) vom Azimutabstand (Kleinkreis) auseinander halten. Wenn man das nicht tut können die 120 Grad-NS auch schon mal scheinbar bei 90 Grad liegen.

Und nur im Azimut liegen die 44-Grad-NS stets beim doppelten Winkel der 22er, wobei die Azimute beider mit der Sonnenhöhe bekanntlich zunehmen, wie in einigen schönen Bildbeispielen gerade hier für die 22er gezeigt. Irgendwie unerwartet dennoch, daß sich die 22er und 44er für Sonnenhöhen über 55 Grad im Absolutabstand annähern, aber eben nur, weil man per Großkreis den "Weg" zu den letzteren abkürzt. (Da die normalen NS aber zunehmend schwächer werden, dürfte der Nachweis von so hohen 44ern beliebig unwahrscheinlich sein.)

Gruß, Elmar

Alexander Haußmann
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Re: Halophänomen am 16.04.2015

Beitrag von Alexander Haußmann » 25. Apr 2015, 21:50

Hallo Elmar,

genau das hab ich mir heut vormittag auch so überlegt. Was die Abschwächung bei großen Sonnenhöhen angeht, so lässt sich das mit HaloSim schön nachvollziehen. Dort kann man der Horizontalkreis wegfiltern und sieht bis 61° das Wegwandern der Nebensonnen. Zweifachstreuung macht das Programm allerdings nicht.

Viele Grüße,
Alex

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