gestern waren wir mal wieder auf dem Erzgebirgskamm. Sicher hatten wir auch etwas Hoffnung auf Halos, aber hauptsächlich wollten wir einen schönen Winterspaziergang vom Fichtelberg auf den kleinen Fichtelberg machen. Wir sind aber nicht bis zum Fichtelberg gekommen. Denn die Erfahrung hat uns erst einmal einen kleinen Abstecher nach Neklid und auf den Keilberg machen lassen. Ab und zu kamen Fallstreifen auf den Gipfel zu, aus denen es dann Kristalle rieselte. Es entstanden schwache Halo, meist 22°-Ring und Zirkumzenitalbogen, vor den Bäumen und in Neklid auch Ansätze des unteren Berührungsbogens. Da es auch längere Zeiten ohne Halo gab, erfreuten wir uns an dem herrlichen Winter bei knackigen -15°C.
Da es also dann irgendwann langweilig wurde, sind wir erst einmal in die Anton-Günther-Baude zum Mittagessen und danach nochmals zum Kontrollblick auf den Keilberg gefahren. Anfangs hatte sich nicht viel geändert. Aber gegen 14.30 Uhr drehte der Wind und legte eine Eisnebeldecke über Bozi Dar und das Grenzgebiet. Gut, da könnte man ja mal reinfahren ... und wenn da nichts ist, können wir endlich unsere Winterwanderung am Fichtelberg machen.
Aber an der Grenze war was, und zwar ein atemberaubend schöner ZZB thronte über 22°-Ring und Nebensonne. Das gibt dem Kreisverkehr an der Grenze gleich eine andere Bedeutung
So langsam zeichnete sich der 22°-Ring auch vor der Landschaft ab und auch unten tat sich was. Sind dann über die Grenze bis zum Gasthof "Neues Haus" gefahren und von dort aus den Berg in Richtung Sachsenbaude hochgerannt. Das Halo wurde immer schöner und es kamen noch Horizontalkreisfragmente, beide Lichtsäulen, und als wir ziemlich weit oben waren, noch Untersonne und Unternebensonne hinzu.
Inzwischen hatte sich auch eine dünne Eiswolke über den Keilberg gelegt und wir beschlossen, dieser entgegen zu fahren. Aber wir kamen nur bis Neklid, denn dort kann man weit ins Böhmische Becken hinunter schauen und hatten herrlichen Blick auch zur Untersonne und Unternebensonne. Inzwischen sank die Sonne auch immer mehr dem Horizont entgegen und tauchte das gesamte Halogeschehen in ein wunderbares Licht. Auch wenn es wenige seltene Erscheinungen gab, visuell war es eines der schönsten Halophänomene! Dann Prost auf den gelungenen Halotag!!! Petrus meinte es aber gestern besonders gut mit uns und zauberte noch einen Grünen Strahl an die Sonne, herrliche Rottöne an die Bäume und eine schöne Abenddämmerung an den Himmel. Bozo Dar verschwand unter einer dünnen Nebelschicht. Es gab sekundenweise noch ein paar seltenere Halos. Diese werden zusammen mit Filmaufnahmen nachgereicht.
LG Claudia und Wolfgang