Heute Morgen war ich noch verdutzt, da ich unterwegs beim Bearbeiten meiner Bilder nichts gesehen habe (hatte nen Bildauftrag in Fehmarn), aber am heimischen Schreibtisch hatte ich ihn schnell gefunden: Meinen ersten Tertiären Regenbogen überhaupt.
Aber der Reihe nach.
Nachdem heute Nacht ja die NLCs da waren, ich heute nach Fehmarn musste und beim Beobachten an der Ostsee gesehen hatte, dass die Luft bis runter zum Horizont extrem klar war, witterte ich eine neuerliche Chance, einen grünen Blitz einzufangen und fuhr deshalb ab ca. halb 4 Richtung Fehmarn.
Da die Sonne hier etwa um halb 5 aufgeht, war klar, dass ich irgendwo dazwischen an den Strand müsste und suchte mir Hohwacht aus.
Da stellte ich alles auf, in freudiger Erwartung des Sonnenaufgangs. Allerdings war die Schichtung so, dass man Luftspiegelungen beobachten konnte und die Sonne ging nicht schlagartig auf, sondern so ganz merkwürdig, wie eine Blase die durch den Dunst schwebt, wo gar keiner ist.
So sah das aus, erinnert ein wenig an das Milchglasexperiment, nur dass man eben kein Grün sieht:

Hier ein paar Luftspiegelungen



Ich habe versucht herauszubekommen, welcher Windpark das ist und von der Richtung her müssten die auf Fehmarn stehen, Entfernung ca. 33km. Wahrscheinlich erklärt sich das Spiegelungsphänomen mit einer Strahlungsinversion über der Insel.
Vor und kurz nach Sonnenaufgang gab es noch eine mittelstark ausgeprägte Lichtsäule:



Dass es wegen des Regens einen Regenbogen geben müsste, fiel mir gar nicht auf, erst als ich ihn hinter mir sah:


Aber dann fiel mir ein, dass es ja eigentlich perfekte Bedingungen für den Tertiären waren. Also hab ich ein paar Bilder gemacht, ohne selbst etwas zu sehen.
Na?

Grün-Rot mit USM. Interessanterweise sieht man so auch die Fallstreifen vor der Sonne...

Mit bloßem Auge sieht man hier eigentlich nichts.. oder?




Auf dem Bild kann man ihn mit USM schwach sehen... Der Abstand passt, etwa 40 Grad. Auf dem Original kann man nur mit viel gutem Willen etwas erkennen.



Das erste Bild mit allen drei:


Endlich hat das mal geklappt, auch wenn ich visuell nichts wahrgenommen habe. Aber ich hab mir auch nicht viel Zeit dafür genommen und es dauerte nicht lang bis die Sonne hoch genug war, dass sie hinter den Wolken verschwand. Da ich mit zwei verschiedenen Objektiven (Fisheye und Weitwinkelzoom) fotografiert habe, schließe ich einen Linsenreflex aus.
Als ich weiter Richtung Fehmarn fuhr, konnte ich noch ganz hübsche Wellen und Instabilitäten beobachten:


