2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

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Andreas Möller
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2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Andreas Möller » 14. Jun 2016, 17:10

Hallo,
ich möchte euch meine Beobachtung von gerade eben schildern.

Gegen 18:30 zog eine kleine Regenzelle über Berlin-Lichtenberg hinweg. Sie hat den Primären und den Sekundären Regenbobgen erzeugt. Dann begann sich der Primärbogen merkwürdig zu verdicken und ich habe meine Kamera geholt.

Zuerst bin ich noch von einem Gespaltenen Regenbogen ausgegangen. Visuell war eindeutig eine Spaltung zu erkennen:
_MG_6700.jpg
_MG_6711.jpg
Doch langsam dämmerte es mir, dass es sich hierbei nicht um einen gespaltenen Regenbogen, wie wir ihn kennen, handelt, sondern einfach nur um Interferenzen. So konnte ich beobachten, wie sich der Regenbogen mit der Zeit immer weiter verdickte und die Interferenzen zum Rand der Wolke hin immer größer wurden. Erklären tue ich mir das so: Die Tröpfchen am Rande der Wolken waren wesentlich kleiner als die in der Mitte. Die dicken schweren Tropfen fallen nach unten und die kleinen leichten Tropfen werden vom Wind noch etwas getragen und verweilen somit länger in der Luft.

Die Aufspaltung des Bogens:
_MG_6716.jpg
Irgendwann schob sich die Wolke so ins Licht, dass man selbst mit bloßem Auge keine Spaltung mehr sah, sondern nur noch ein nach rechts dicker werdender Regenbogen.
_MG_6727_stitch.jpg
usm_50__MG_6727_stitch.jpg
Aus meiner Sicht kann die Entstehung dieses "Gespaltenen Regenbogens" hier zweifelsfrei bewiesen werden. Vielleicht auch eine Erklärung für andere Gespaltene Bögen? ;)

Zum Schluss noch ne schöne Übersicht :)
_MG_6730.jpg
Viele Grüße,
Andreas

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Claudia Hinz
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Re: 2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Claudia Hinz » 14. Jun 2016, 17:51

Glückwunsch, aber ich muß Dich leider enttäuschen, die Entstehung des gespaltenen Regenbogen war schon vor Deinem Bild bewiesen.

Gruß
Claudia

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Elmar Schmidt
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Re: 2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Elmar Schmidt » 14. Jun 2016, 19:53

Hallo Andreas,

hochinteressante Beobachtung, evtl. ein "Hybrid". Anfangs sieht es wirklich "nur" nach einem Spaltbogen aus, und die Gabelung bei den Fallstreifen würde ja auch dazu passen. Dann entwickelt sich ein Interferenzbogen mit (für mich) ziemlich variablem Streifenabstand.

Mal abwarten, was Alex dazu sagt.

Gruß, Elmar

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Claudia Hinz
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Re: 2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Claudia Hinz » 15. Jun 2016, 07:21

Alex hatte vor zwei Jahren zum AKM-Seminar einen schönen Vortrag zum Gespaltenen gehalten und ihn anhand von "Brõtchentropfen" simuliert. Ein Übergang von Interferenzen zur Spaltung ist nicht selten und wurde in einem Grossteil aller Beobachtungen so beschrieben.

VG Claudia

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Elmar Schmidt
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Re: 2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Elmar Schmidt » 15. Jun 2016, 09:58

Hallo Claudia,

ja, ist mir bekannt. Das
Übergang von Interferenzen zur Spaltung ist nicht selten
macht's jedenfalls nicht einfacher, Spaltbögen zu identifizieren. Und muß vlt. mit weiteren Anpaßparametern "bezahlt" werden.

LG, Elmar

Alexander Haußmann
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Re: 2016-06-14 "Gespaltener" Regenbogen in Berlin

Beitrag von Alexander Haußmann » 18. Jun 2016, 20:33

Hallo zusammen,

wir alle kennen ja die eindeutigen Beispielbilder von Gespaltenen Regenbögen einerseits und mehrfachen Interferenzen andererseits. Dazwischen gibt es meiner Meinung nach einen fließenden Übergang, mitunter auch im selben Regenbogen, und dann kann es mit der Abgrenzung schwer werden.

Anpaßparameter habe ich selbst dazu benutzt, um Tropfengrößenverteilungen zu modellieren. Da braucht es schon einige mehr, um den Nebenpeak um 0.5 mm Tropfenradius nachzubilden, der für den inneren Ast des Spaltbogens verantwortlich ist.

Das soll nun aber nicht heißen, dass solch eine Tropfenverteilung weniger "natürlich" ist als eine, die mit weniger Aufwand nachgebaut werden kann, und die dann eine Folge von Interferenzbögen bewirkt.

Bei den Bildern von Andreas erkenne ich möglicherweise eine kleinräumige Spalt-Situation im Sonnenstrahl direkt vertikal über dem gelben Hochhaus. Ansonsten variierende Interferenzbögen, da je nach Blickrichtung eine andere Tropfengrößenverteilung wirksam wird (wie von Andreas beschrieben). Etwas Ähnliches hatten wir vor einiger Zeit im Atmosphärenblog.

Einen (viel schwächeren) "Übergangsbogen" hatte ich letzten Monat auch mal:
viewtopic.php?f=2&t=56534

Viele Grüße,
Alex

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