da Elmar letztens nach Bildern der Gewitter gefragt hat, schreibe ich jetzt mal einen "kurzen" (ist doch etwas länger geworden) Bericht vom Stormchasen am 16.06 in Niederbayern.
Für letzten Donnerstag haben die Modelle schwere Gewitter in Niederbayern berechnet, sodass ich am Nachmittag mit einem Freund in Richtung Niederbayern gefahren bin.
Startpunkt war Rosenheim und wir wollten über die B15 nach Landshut fahren und uns dort positionieren. Zeitlich waren wir schon fast spät dran, ich konnte aber erst um 15 Uhr in Rosenheim sein, aber vor 17 Uhr sollte es laut diverser Modellrechnungen eh nicht zünden.
Am Donnerstag gab es einen starken Deckel, sodass die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass die erste Zelle, die ihn durchbricht einen rasante Entwicklung aufweist. Auf dem Weg nach Norden hat mein Freund dann direkt vor uns eine Aufwindbasis erblickt, welche aber noch keine Regensignale zeigte. Gerade als wir in Haag in Oberbayern waren, waren die ersten schwachen Signale auf dem Regenradar zu sehen, sodass wir kurzfristig weiter ostwärts fuhren in der Hoffnung, der Schauer hat den Deckel durchbrochen.
Radarbild um 15:40 Uhr
Über die Autobahn sind wir nach Altötting gefahren, um etwas Abstand zu dem Schauer zu bekommen. Mittlweile hat es sich zu einem starken Gewitter entwickelt und wir sind kurz stehen geblieben.
Radarbild um 16:20 Uhr
16:19 Uhr, der Anblick der Quellungen war gigantisch, die Kontraste werden auf dem Bild leider nicht richtig gezeigt. Live sah das ganze viel beeindruckender aus:

16:20 Uhr, am Rand waren teils total glatte Strukturen zu sehen, ich vermute, dass es sich um durchbrochene Pileuskappen handelt, dafür kenne ich mich aber nicht gut genug aus, um das mit Gewissheit zu sagen:

Nach einigen Bildern sind wir weiter nach Eggenfelden gefahren, da die Zelle Eggenfelden wohl etwas nördlich passieren wird. Dort angekommen konnten wir unseren Augen nicht trauen. Wir konnten eine wunderschöne freistehende Superzelle sehen!
Radarbild um 16:40 Uhr
16:40 Uhr, Aufnahme mit 10mm:

16:40 Uhr, Panorama aus 13 Hochkantaufnahmen auf 2 Reihen mit 10mm, die Ausmaße waren gigantisch:

16:50 Uhr, es bildete sich eine Absenkung. Wir hatten natürlich Anfangs den Verdacht, es sei ein Tornado, mein Freund hat es dann aber als Inflowtail identifiziert:

Wir wollten uns noch einmal vor die Zelle setzen, aber sie war einfach zu schnell. Dafür konnten wir einen schönen Abzug mit Pileuskappen in der Nähe von Pfarrkirchen beobachten.
Radarbild um 17:30 Uhr
17:33 Uhr:

17:34 Uhr:

Als die erste Superzelle am Horizont immer kleiner wurde, haben wir gesehen, dass westlich von Landshut eine weiter Superzelle mit schönem Bowecho auf dem Radar zu sehen war. Nach kurzer Analyse der Zugbahn habe ich festgestellt, dass wir sie noch einholen würden, wenn wir gleich losfahren. Also sind wir ab uns Auto und nach Norden in Richtung Straubing gefahren.
Radarbild Bayern um 17:40 Uhr
Gerade noch pünktlich haben wir in Landau an der Isar einen guten Beobachtungspunkt gefunden. Es zeigte sich eine klasse Shelfcloud mit laminaren Strukturen.
Radarbild um 18:30 Uhr
18:30 Uhr, Panorama aus 9 Hochkantaufnahmen mit 17mm:

18:31 Uhr, Panorama aus 9 Hochkantaufnahmen mit 17mm:

18:33 Uhr, Panorama aus 7 Hochkantaufnahmen mit 17mm:

18:39 Uhr, Panorama aus 5 Hochkantaufnahmen mit 17mm:

Nach dem Durchzug der zweiten Superzelle haben wir uns zufrieden wieder auf den Heimweg gemacht. Insgesamt sind wir 350km gefahren, die sich aber auf alle Fälle gelohnt haben. Ich habe bis jetzt noch nie solch imposante Gewitter gesehen.

Natürlich habe ich auch Zeitrafferaufnahmen gemacht, die ich in diesem Video zusammengeschnitten habe.
https://youtu.be/hcudNI5s-oM
Ich hoffe, die Bilder gefallen und vielleicht findet sich ja noch jemand, der die Gewitter fotografiert hat.
Gruß
Thomas