letzten Mittwoch bei der mittäglichen Kaffeerunde machte mich der Kollege auf dem Platz mit Nordblick auf ein Stück Regenbogen aufmerksam. Ich hab dann so schnell wie möglich meine Kamera geholt und bin zu einem Fenster mit einigermaßen freier Sicht gerannt. Schon der erste kurze Blick hatte mir gezeigt, dass es sich um eine Spaltung oder ausgeprägte Interferenzbögen handeln müsste. Ich hab dann leider nur noch den "absteigenden Ast" der Intensität erwischt, da rasch wieder Wolken vor die Sonne zogen und der Regenbogen verschwand. Zumindest auf dem ersten Schnappschuss (noch durch die Fensterscheibe) ist was Brauchbares drauf:
12:41 MESZ, f = 32 mm:

USM:

Ob es sich nun um einen Gespaltenen Regenbogen oder einen Hauptbogen mit einem einzelnen Interferenzbogen handelt, ist für mich nicht klar abzugrenzen. Einerseits ist der innere Ast schmaler als der äußere, und es fehlt Blau, d.h. es gibt deutliche Unterschiede zwischen beiden. Andererseits ist es aber untypisch für eine "klassischen" Regenbogenerscheinung, dass sich an den intensiven ersten Interferenzbogen nicht noch weitere anschließen (zumindest andeutungsweise). Aus Simulationen ist mir bekannt, dass es solche "Übergangsphänomene" geben kann, je nachdem, welche Tropfengrößenverteilung man reinsteckt.
Am meisten hat mich aber erstaunt, dass der Zufall hier mitgespielt hat, nachdem mich der "Instinkt" im Stich gelassen hat. Ich hatte am gleichen Tag zwar schon früh ein (normales) Regenbogenfragment gesichtet, aber war mittags nicht mehr richtig aufmerksam. Der Schauer kam auch erst nach dem Regenbogen reingezogen, also nicht wie bei den typischen Nachmittagssichtungen.
Viele Grüße,
Alex

