vor sehr vielen Jahren habe ich schon zwei Mal einen kreisförmigen Schneedeckenhalo gesehen, der aber nicht um die Sonne zentriert war, sondern sie oben berührte. Ich hatte glaube ich damals hier davon berichtet, finde aber den Beitrag nicht mehr (da ich keine Lust habe, mein ganzes Geschwafel hier durchzugraben...). Es war damals aber nicht zu fotografieren, da nur schwach (aber gut erkennbar) ausgeprägt, und ich gerade kein Stativ und programmierbare DSLR dabei hatte um hunderte Aufnahmen zu stacken.
Das hatte ich heute beim Skifahren auch nicht, aber die Handycam reichte zumindest aus um das ganze nachvollziehen zu können:
Bei den letzten beiden Skiabfahrten nahm mein wichtigstes Sinnesorgan - der Augenwinkel! - wahr, dass es unterhalb der Sonne im Schnee glitzerte, aber anders als sonst, den es waren zwei glitzernde schräge "Säcke" links und rechts unterhalb. Sensibilisiert durch die Sichtungen in Skandinavien fiel mir das bereits während der Abfahrten durch den Wald immer wieder ausschnittweise auf. Ich musste aber bis fast ins Tal fahren um endliche eine freie Schneefläche zu finden, die nicht von tausenden Freeridern zersägt war.
Die beiden seitlichen Glitzerfelder waren extrem stark funkelnd, die Fotos bieten so leider nur einen schwachen Abglanz. Es war stark auffallend, dass sie sich nicht mit einem 22°- oder 46°-Kreis in Einklang bringen liessen. Diese stark funkelnden Gebiete hörten aber nicht wie bei den oben verlinkten surface halos auf, sondern das Gefunkel zog sich in einem schwächer werdenden Bogen links und rechts weiter bis vor meine Füsse. Es war mit dem Auge gut zu erkennen, dass es insgesamt ein Kreis war, der in etwa mit seinem obersten Punkt die Sonne berührte. Die Innenkante des Halokreises war nicht scharf wie bei den bekannten 22°-Halos, sondern etwas so wie bei den skandinavischen Halos.
Die nähere Betrachtung der Reifkristalle auf der Schneeoberfläche zeigte, dass es sich um bis zu 8mm grosse Plättchen handelte, die alle im gleichen Winkel schräg standen (ca. 60°?), aber unterschiedlich ausgerichtet waren. Wenn man also diese Halos simulieren wollte, würde ich lauter spiegelnde senkrechte Kegel mit 30° Flankenwinkel auf einer Oberfläche versuchen. Ggf. muss man den Winkel ändern.
In der Folge kommen vier Bilder jeweils unbearbeitet und abgedunkelt mit eingezeichnetem 22°-Kreis um die Sonne (grün) und die Sonne tangierend (rot).
Die ersten drei Bilder sind recht genau 100° breit (Superweitwinkel der Samsung A7 v.2018). Das vierte Bild ist schlecht gestichted, und ich habe die Zonen eingezeichnet, die visuell am hellsten waren. Sie waren wirklich glasklar nach unten aussen geneigt und keinesfalls nach innen wie bei einem um die Sonne zentrierten Halo.
Klick auf das Bild zeigt die Fotos in Originalgrösse - obwohl durch die Verkleinerung der Fotos die Erkennbarkeit des Geglitzers praktisch nicht abgenommen hat.
Die ersten drei Bildersätze sind praktisch identisch (um zu zeigen, dass es sich nicht um Zufallsglitzern handelt).
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Bildsatz 1:


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Bildsatz 2:



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Bildsatz 3:


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Bildsatz 4:


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LG Bertram
