viele von Euch haben sicher den klaren Nachthimmel der letzten Tage genutzt. So auch ich, und zwar zur Photometrie von Mars (-0,55 mag) und der abnehmenden Mondsichel (-7,78 mag). [Zur Kontrolle dann auch Jupiter (-2,98 mag ) und Aldebaran (+0,72 mag)]
Tags setzte sich das mit einem wolkenlosen Blauhimmel fort, den es im Tiefland selten hat. Das hat mich motiviert, zu meinem ca. 160 m hohen Ausguck auf dem Wasserbehälter hinten im Feld zu stiefeln (unserem unvergessenen Micha gegenüber nannte ich diesen Punkt "die Ebb für Arme"...), um von dort und ugf. zur Tag-und Nacht-Gleiche den Himmel kurz nach der Sonnenkulmination in 41 Grad Höhe mit meinem Photometer abzutasten.

Aufnahmedaten: Fujifilm X-E3, 22.09.2022 13:59 MESZ, 7artisans Fisheye f=7.5 mm (KB 11,25 mm) f/22 (ISO 400) 1/1201 s
Aufnahmedaten: Fujifilm X-E3, 22.09.2022 13:58 MESZ, 7artisans Fisheye f=7.5 mm (KB 11,25 mm) f/22 (ISO 400) 1/1400 s
Hier nun der Helligkeitsverlauf im Sonnenmeridian. Im Norden mußte ich bei etwa 30 Grad Höhe wegen eines Baums abbrechen.
Auch wenn es dann schon wieder ein kleines bißchen dunstiger war als in der Früh, dürfte der Himmel noch prototypisch für einen idealen Blauhimmel im Tiefland gewesen sein. Man sieht die Horizontaufhellung im Süden (und um einiges schwächer im Norden), den Anstieg der Leuchtdichte zur Sonne hin (die Sonne selbst wurde einige Grad seitlich passiert; sie hat eine fast singuläre, 6-Mio-fach höhere Leuchtdichte als das Ordinatenmaximum und hätte den Detektor damit zerstört) sowie den Bereich minimaler Himmelshelligkeit 90 Grad von der Sonne weg.
Zur Info über die etwas ungebräuchlichen Leuchtdichten: bei etwa 10 000 cd/m^2 werden sie unangenehm blendend (Schneefelder können bis zu 30 000 cd/m^2 haben). Der Vollmond hat 4-5000 cd/m^2; Euer Bildschirm im Weißen typischerweise nur maximal einige 100 cd/m^2.
Viele Grüße
Elmar
PS: ähnlich wie einmal in Namibia habe ich nicht nur längs des Meridians, sondern in ausgewählten Höhen auch rundrum durch die Azimute gemessen. Leider ist mein (teures) Statistikprogramm, mit dem ich damals daraus eine Isophoten-Himmelskarte gemacht hatte, nicht zu Windows 10 migriert. Mal sehen, ob ich das noch anders hinkriege.

