Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

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Dennis Hennig
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Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 21. Jul 2026, 16:08

Guten Tag!

Gibt es unter Euch ForentInnen Personen, welche jemals einen Zipfel der schwedischen Südküste aus Deutschland sehen und/oder fotografieren konnten? Und umgekehrt, wurde jemals ein Zipfel Deutschlands aus Südschweden am Horizont gesehen und/oder fotografiert? Sind darüber hinaus derartige Beobachtungsberichte bekannt? Bei einer Entfernung von mindestens 73km (Smygehuk - Kap Arkona) ist klar, dass unter Annahme einer runden Erde ( :wink: ) eine solche Beobachtung eines 400m und mehr unter dem Horizont liegenden Objekts nur bei entsprechendem Temperaturgradienten (kräftige Inversion = Superrefraktion, optisches Ducting) möglich wwohl soäre. Gerade über der Ostsee sind solche Ducts im Frühjahr und Frühsommer aber gar nicht selten! (Sage ich vor dem Erfahrungshintergrund des alten Funkamateurs. Anfang der 1990er Jahre gelang es im Frühsommer dank dieser baltischen Ducts über dem noch eiskalten Meerwasser mehrfach, und bereitete sehr viel Freude, auf Gigahertz-Frequenzen aus "meinem" Nordostdeutschland nach Estland und Finnland zu funken. Auf Frequenzen (23cm), deren Funkwelle sich normalerweise schon im nächsten Wäldchen totläuft, spätestens jedoch bei freier Sicht final an der Erdkrümmung scheitert.)

Ein ehemaliger Arbeitskollege erzählte mir um 1996/1997, dass sie vom Küchentisch ihrer Wohnung in Dranske, DDR-Plattenbau, Stockwerk nicht überliefert, immer wieder mal "einfach so" das Kreidekliff Møns Klint über der Ostsee sehen können (ca.57km [EDIT Tippfehler berichtigt]). Ein fernes weißes Kreidekliff ist natürlich eine andere Nummer als ein ferner flacher Sandstrand. Nachdem mir die Anekdote zu Møn wieder eingefallen war, rieselte der Kalk ganz langsam :oops: bis hin zum ...: Stopp! Møns Klint liegt in Dänemark (!) und ist hier off topic. :lol:


Standort: Nordstrand Rügens, nördlich Nonnevitz/Schwarbe, unweit der Müllerrinne. Als zufälliges Nebenprodukt der Suche nach fotografischen Anzeichen für schwache NLCs entstand am 15.Juli 2026 um 1:42Uhr MESZ folgender 32sec belichteter Schnappschuss:


2026_07_15M_0142MESZ_SD15_SDIM2432_2026Ah_JPGooSPP553_half_nmz___Malmoe_MMX_afgaeende_flygning_soederut.jpg


Am linken Bildrand vermutlich die Lichtglocke der Hafenstadt Trelleborg (78km) sowie des dahinter liegenden Malmö (um 105km). Das ca. Richtung 170° startende Flugzeug hat wohl kurz vor Beginn der Belichtungszeit die Bahn 17 des Flughafens Malmö (Sturup) (MMX) verlassen. Fernes, nördliches Ende der Bahn in ca.97km, nahes südliches Ende der Bahn in ca.94km Entfernung von der Kamera. Landescheinwerfer auf MMX 17 einfliegenden Verkehrs konnte ich aus dann wohl reichlich 100km bereits in der Nacht 19.7.-20.7.2025 mit eigenen Augen verfolgen. Seitdem besteht Aufmerksamkeit für das Thema "Schweden aus Deutschland sehen". Nun schweben fliegende Flugzeuge deutlich über der Erde, und deren Scheinwerfer sind äußerst hell. Lichtglocken über Städten "zählen" sicherlich auch nicht als Sichtung der Städte selbst. Insofern werte ich die gesichteten / fotografierten schwedischen Phänomene als erste Anreize für eine vielleicht irgendwann erfolgende echte Fern-Sichtung Schwedens selbst. Und bleibe neugierig auf Euren Input.

Grüße in die Runde!
Dennis
Zuletzt geändert von Dennis Hennig am 22. Jul 2026, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Dennis Hennig
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 21. Jul 2026, 17:45

Vielleicht kann mir eine Person mit flightradar24-Premium-Konto verraten, um welchen Flug genau es sich handelte.

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StefanK
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von StefanK » 21. Jul 2026, 21:48

In Malmö gibt es immerhin ein Objekt, welches mit Hilfe einer Luftspiegelung über den Horizont gelangen könnte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Turning_Torso
Alles über Leuchtende Nachtwolken: https://www.leuchtende-nachtwolken.info/

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von StefanK » 21. Jul 2026, 21:50

Noch etwas höher, etwas näher an DE gelegen, aber nicht so massiv:
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96resundbr%C3%BCcke
Alles über Leuchtende Nachtwolken: https://www.leuchtende-nachtwolken.info/

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Elmar Schmidt
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Elmar Schmidt » 22. Jul 2026, 07:11

Hallo Dennis und Stefan,

um eine 190 m hohe Turmspitze von einem Strand zu sehen, darf die Entfernung rein geometrisch nicht größer sein als 50 km. Durch gekrümmte Strahlverläufe aufgrund von Refraktion können sich Sichtweiten erhöhen; 50% mehr scheinen mir gut denkbar.

Michael Vollmer hat sich zur 2019er Light & Color Conference in Bar Harbor, Maine, hauptsächlich mit Rekordsichtungen befaßt: "Below the horizon—the physics of extreme visual ranges", Appl. Optics 59, F11-F19 (2020). Aufgegriffen wurde das für die Leiden-Konferenz 2024 durch Paweł Kłak and Mariusz Krukar, "Long-distance observations: integrating atmospheric optics, meteorology, and citizen science," Appl. Opt. 65, C48-C57 (2026). In beiden Artikeln geht es um Sichtweiten von über 400 km, welche auch mit Refraktion erfordern, daß Beobachter (Berge, Flugzeug) wie Objekte (Berge) sehr hoch sind.

Von Helgoland, wo man längs der Klippe fast 60 m hoch kommt, was für eine geometrische Sichtweitenvergrößerung von weiteren 28 km sorgt, kann Brigitte Rauch sicher etwas mitteilen, die m.W. oft noch entfernte Windräder und Häfen fotografiert hat. Der Kontrast stellt diesbezüglich übrigens keine Begrenzung dar, weil eine Faustformel von Koschmieder unter guten Beleuchtungsverhältnissen und mit nur Rayleigh-Streuung Sichtweiten von über 300 km zuläßt.

Viele Grüße

Elmar
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 23. Jul 2026, 19:57, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Brigitte Rauch » 22. Jul 2026, 12:59

Hallo von Helgoland. Ich beobachte in der Tat sehr häufig Luftspiegelungen.
Hauptsächlich von der Insel, aber auch andersherum oder anderswo.
Ich stelle einmal den Link meiner extremsten Sichtung aus dem Juni 2020 ein.
Die Fotos von der Insel aus sind hauptsächlich vom Oberland aufgenommen und
zeigen Objekte in Entfernungen von 45 bis 65 km.
Die Fotos, die die Insel zeigen, sind aus einer Entfernung von ca. 20 sm vom
Boot aus aufgenommen, also von der Wasserlinie.
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... 83#p229583
Viel Spaß beim Gucken
Schöne Grüße von "meiner"Insel
Brigitte

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Elmar Schmidt
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Elmar Schmidt » 22. Jul 2026, 17:00

Hallo Brigitte,

danke für den Link zur Zusammenstellung, dachte ich es mir doch. Mir sind nicht alle Zielobjekte genau genug bekannt, aber mir scheinen Sichtweiten von um die 50 km gesichert. Die geometrische Sichtweite für einen Beobachter der Höhe h zur Spitze eines Objekts der Höhe H errechnet sich in etwa mit der Faustformel:

3,6 km * [Wurzel (h/m) + Wurzel (H/m)]

Damit können dann Überreichweiten geprüft werden.

Gruß, Elmar
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 23. Jul 2026, 19:55, insgesamt 2-mal geändert.

Simon Herbst
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Simon Herbst » 22. Jul 2026, 17:26

Der verspätete Abflug ließ sich auch über andere Quellen eindeutig identifizieren ( https://de.flightaware.com/live/flight/ ... /ESMS/LATI ). Ansonsten, was mögliche Sichtbarkeiten ohne Luftspiegelungseffekte angeht, hilft es vielleicht, Topographic Map ( https://de-de.topographic-map.com/ ), danke übrigens für den Link seinerzeit & Udeuschle ( https://www.udeuschle.de/panoramas/makepanoramas.htm ) zu kombinieren. Ein potentiell geeigneter Ort für ein derartiges Vorhaben wäre ja wahrscheinlich auch der Leuchtturm am Kap Arkona...

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Laura Kranich
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Laura Kranich » 22. Jul 2026, 18:30

Moin Dennis,

ich halte das für absolut möglich, allerdings eher von deutlich erhöhten Beobachtungspunkten und derer gibt es nicht so viele geeignete.
Vom Erdboden/Strand ist es nahezu unmöglich (wenn man nach den von Elmar erwähnten Quellen bzw. den darin vorgestellten Gleichungen geht), wenn auch nicht ganz ausgeschlossen (s.u.), von etwas erhöhten Standorten dürfte es schon deutlich wahrscheinlicher sein.
Der beste Ort dafür dürfte der nördliche Rand des Nationalparks Jasmund bei Nipmerow sein. Der ist zwar etwa 14 km südlich des Leuchtturms Kap Arkona (von dem man eine Beobachtungshöhe von ca. 70 m ü. NN erzielen kann), rund um Nipmerow kann man allerdings noch einmal etwa 30-40 Meter höher stehen als wenn man auf dem Leuchtturm steht, was 20-30 Meter mehr ist als die durch die größere Entfernung und damit verbundene Erdkrümmung verlorene Höhe von ca. 10 Metern.

Und dann kommt es auf die richtige Wetterlage an.
Praktischerweise wird eine derartige Möglichkeit aufgrund der Erderwärmung gleich durch mehrere Faktoren immer wahrscheinlicher, weil einerseits allgemein extreme Hitzewellen (nicht nur auf sommerliche Hitzeextreme, sondern allgemein auf besonders extreme Tagesmaximum-Temperaturen bezogen) wahrscheinlicher werden, während sich gleichsam die Wahrscheinlichkeit für besondere Kälteextreme im Winter zumindest im sonnenarmen Nordeuropa ebenfalls erhöhen könnte (im Zusammenhang mit der Abschwächung der AMOC sowie sich allgemein verstärkenden Hochdruckgebieten). Zudem steigen allgemein (selbst in sich eher stark erwärmenden Flachmeeren wie Nord- und Ostsee) die Wassertemperaturen nicht ganz so stark wie die Lufttemperaturen, was den Unterschied zwischen Luft und Wasser ebenfalls tendentiell vergrößert. Und last but not least nehmen nicht nur aber insbesondere im Sommerhalbjahr durch die weit überdurchschnittliche Erwärmung der Arktis aufgrund der abnehmenden Meereisbedeckung und Albedo die meridionalen Temperaturunterschiede etwas ab, wodurch es häufiger zu sehr weit nach Süden wie Norden ausbrechenden Luftmassen kommt (die berüchtigte Meridionalisierung der Wetterlagen).

Das war eher allgemein, nun noch etwas konkreter:

Was dafür benötigt wird, ist ja im Grunde eine sehr geringe Temperatur der Ostsee und zugleich eine sehr hohe Lufttemperatur. In den letzten Jahren konnte man so etwas häufiger mal beobachten, vor allem im Spätwinter und Frühjahr insbesondere in der Phase, in der der Polarwirbel zusammenbricht (etwa von Februar bis April) und es in kurzer Abfolge erst zu heftigen Kaltlufteinbrüchen und entsprechender Abkühlung der Ostsee durch Nord-Nordostlagen und kurz darauf dann zu sehr hohen Temperaturen durch einen Umschlag auf eine Südwestströmung aus dem Mittelmeerraum bzw. Nordafrika kommt.
Das war beispielsweise wenige Tage nach einer sehr kalten Nordostlage am 24.02.2021 der Fall, bei Lufttemperaturen von bis zu 14 Grad und Wassertemperaturen von 2-3 Grad in SH und MV.

Bei solchen Lagen kann es dann durchaus zu vertikalen Temperaturunterschieden von um die 10-15 Grad auf wenigen (Deka)Metern in Küstennähe kommen, direkt über der Ostsee steigen die Lufttemperaturen natürlich nicht so stark an. Aber selbst wenn die Lufttemperatur in den unteren hundert Metern Höhe nach oben "nur" um 10 Grad ansteigt, kommt das den theoretisch notwendigen 115 K/km für den vollen Rundumblick schon ziemlich nahe. Also ist es selbst auf Strandhöhe nicht völlig ausgeschlossen, dafür müssen die Bedingungen aber wirklich extrem (= selten) sein.
Solche Temperaturunterschiede sind aber nicht nur im Frühjahr, sondern durchaus bis in den August denkbar. Auch bei sommerlichen Hitzewellen dürften mal Wetterlagen dabei sein, wo die Ostsee weniger als 20°C hat, während darüber heiße Luft weit nach Norden vordringt (und es wird ja aus den erwähnten Gründen wahrscheinlicher). Immerhin hat auch Hiddensee am 27.06. eine Temperatur von 35,5°C gemessen während die Ostsee unmittelbar nördlich davon zwischen 19°C und 21°C warm war. Und wenn die Luft, die sich über Land tagsüber derart erhitzt dann bei einer geeigneten steuernden Großwetterlage über die Ostsee geschoben wird, sollte das hinkommen, andererseits dürfte das auch nur selten in passender Weise vorkommen und wenn dann nur für kurze Zeit ideale Bedingungen schaffen.

Im Grunde müsste man also solche Wetterlagen gezielt abpassen und nutzen, um dann von geeigneten Orten aus Beobachtungen durchzuführen oder aber man stellt dort eine Kamera auf, die durchgehend aufzeichnet. Grundsätzlich halte ich es wie gesagt für möglich.

Meine persönlichen maximalen Sichtweiten in Schleswig-Holstein:
Von der meist nur 30-40 Meter hohen Steilküste bei Surendorf und Stohl nördlich von Kiel konnte ich (ausschließlich) an sehr guten Tagen die dänischen Inseln Ærø und Langeland und deren Steilküsten sehen, was einer Entfernung von 45-50 Kilometern gleichkommt, leider finde ich da nicht so leicht ohne umfassende Nachsuche ein Beispiel.

Über Kiel-Friedrichsort konnte ich bei einer extrem klaren Luftmasse aus einem Segelflugzeug im Sommer 2018 (30.06.) mal aus etwas weniger als 200 Metern Höhe dieselben Inseln bei einer Entfernung von bis zu 58 Kilometern sehr klar erkennen und glücklicherweise hatte ich die Kamera mit (Bild ist mit 55 mm Vollformat aufgenommen):

Links Ærø, rechts Langeland, etwa von Ristinge bis Bagenkop
Links Ærø, rechts Langeland, etwa von Ristinge bis Bagenkop
Ausschnitt der Marstal Bugt
Ausschnitt der Marstal Bugt
EDIT:
Ein ehemaliger Arbeitskollege erzählte mir um 1996/1997, dass sie vom Küchentisch ihrer Wohnung in Dranske, DDR-Plattenbau, Stockwerk nicht überliefert, immer wieder mal "einfach so" das Kreidekliff Møns Klint über der Ostsee sehen können (ca.87km). Ein fernes weißes Kreidekliff ist natürlich eine andere Nummer als ein ferner flacher Sandstrand. Nachdem mir die Anekdote zu Møn wieder eingefallen war, rieselte der Kalk ganz langsam :oops: bis hin zum ...: Stopp! Møns Klint liegt in Dänemark (!) und ist hier off topic. :lol:
Das ist btw. so ziemlich die gleiche Entfernung, nämlich auch so 56 bis 58 Kilometer, allerdings liegt Dranske nur wenige Meter über Meereshöhe, sodass es die Möglichkeit von deutlich größeren Sichtweiten mit mehr Höhe nochmal unterstreicht. 8) Wenn das einer von den Plattenbauten ist, die da noch stehen dann kann das nicht über 30 Meter Höhe gewesen sein.
Viele Grüße aus Berlin,
Laura

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Christoph Gerber
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Christoph Gerber » 22. Jul 2026, 20:25

Zu diesem Thema fällt mir die Diskussion zur Sichtbarkeit der Alpen vom Dilsberg (bei Heidelberg) ein. Diese wurde einmal in einem Roman erwähnt und deren Plausibilität als Rechenaufgabe in SuW (im Heft 11/1996) gestellt. Im Netz habe ich diesen Eintrag dazu gefunden:
https://www.rundfunkforum.de/viewtopic. ... 43#p907143
Hieraus sei zitiert:
Der Fehler, die dazwischenliegenden Erhebungen unberücksichtigt zu lassen, wurde schon in der wissenschaftlich angehauchten Zeitschrift "Sterne und Weltraum" von einem Dr. Klare im Jahre 1996 gemacht, als die Alpensichtbarkeit vom Dilsberg (49°.3998 n.B.) bei Heidelberg anhand einer Aufgabe geprüft wurde:
Aufgabe Teil 1: Klick 1
Aufgabe Teil 2: Klick 2
Lösung (Jungfrau angeblich sichtbar vom Dilsberg aus): Klick 3
Diese Aussage wurde 5 Jahre später im gleichen Fachmagazin (Heft 10/2001) von W. Lang in einem 2-seitigen Artikel widerlegt. Nach diesem Artikel fehlen der Jungfrau mindestens 477 m (!), um vom Dilsberg aus gesehen werden zu können!
Die Links (Klick 1–3) sind leider nicht mehr aktuell und führen ins Leere.

Gruß aus Heidelberg,
Christoph

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Dennis Hennig
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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 22. Jul 2026, 23:41

Danke Euch für die überraschend umfangreiche Resonanz! :-)

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 22. Jul 2026, 23:50

Simon Herbst hat geschrieben: 22. Jul 2026, 17:26 Der verspätete Abflug ließ sich auch über andere Quellen eindeutig identifizieren ( https://de.flightaware.com/live/flight/ ... /ESMS/LATI ).
...
Das ist er! Verspäteter WIZZ Air von Malmö nach Tirana. Sogar die leichte, im Bild als Knick in der Scheinwerferspur erkennbare Kurskorrektur ist auf flightaware nachvollziehbar. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug noch über Land, kurz vor der Ostseeküste, auf 5200ft. Danke, Simon!

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Elmar Schmidt » 23. Jul 2026, 08:15

5200 ft = 1585 m sorgen schon geometrisch für über 140 km Sichtweite, das war also unkritisch. Aus einem Flieger der Höhe 10 km hat man einen Sichtkreis von 360 km Radius, der hat etwas mehr Fläche als die BRD, reicht allerdings nicht für deren N-S-Erstreckung
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 23. Jul 2026, 20:01, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Wolfgang Hinz » 23. Jul 2026, 14:43

Hallo!
Wir hatten auch eine ungewöhnliche Fernsicht bei der antarktischen Halbinsel.
Claudia hat das in ihrem Wolkenatlas analysiert: https://wolkenatlas8.wordpress.com/2026 ... rnsichten/

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 23. Jul 2026, 15:08

Elmar Schmidt hat geschrieben: 23. Jul 2026, 08:15 5200 ft = 1585 m sorgen schon geometrisch für fast 100 km Sichtweite, das war also unkritisch.
Schon klar. Ist ja hier nur ein erster Hinweisreiz, der Ideen-Geber, neudeutsch Teaser, welcher das Bestreben anfeuert, vielleicht auch mal hinter und unter den Horizont zu schauen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Flammarions_Holzstich

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 23. Jul 2026, 16:47

Elmar Schmidt hat geschrieben: 22. Jul 2026, 17:00 ... Die geometrische Sichtweite für einen Beobachter der Höhe h zur Spitze eines Objekts der Höhe H errechnet sich in etwa mit der Faustformel:

2,5 km * [Wurzel (h/m) + Wurzel (H/m)]

Damit können dann Überreichweiten geprüft werden.
...
Dankeschön Elmar für diese einfach zu merkende Formel!
(War mir noch nicht bekannt.)

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Elmar Schmidt » 23. Jul 2026, 19:33

Gern, dafür sind wir "Theoretiker" doch da :x Im Ernst war das eine elementargeometrische Fingerübung für meine Studies und steht so ähnlich auch bei Vollmer.*

In maritimen Einheiten kann man sie sich noch einfacher merken, hier nur für die Sichtweite d, sprich Kimmentfernung. Die ergibt sich in Seemeilen (1 nm = 1,852 km) von einem Mast der Höhe h in Fuß zu

d/nm = 1,15 * Wurzel (h/ft) - oder etwas unterschätzend als Wurzel (h/ft) Seemeilen

Gruß, Elmar


*Ich hatte einen Faktor 2 (eigtl. beim Erdradius) unter den Wurzeln verschlampt und nun rausgezogen, richtig ist also metrisch

3,6 km * [Wurzel (h/m) + Wurzel (H/m)]

Habe das und all (meine) Entfernungen auch oben im Faden korrigiert, sorry!

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Re: Sichtbarkeit: Schweden aus Deutschland / Deutschland aus Schweden

Beitrag von Dennis Hennig » 23. Jul 2026, 23:36

Elmar Schmidt hat geschrieben: 23. Jul 2026, 19:33 ...
3,6 km * [Wurzel (h/m) + Wurzel (H/m)]
...
Danke!

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