nachdem heute Vormittag über dem Inntal Hochnebel lag, wollten wir versuchen, über diesen hinauszukommen, um Ausschau nach Eisnebelhalos zu halten. Sind mit dem Auto bis auf 1200m hoch und dann zu Fuß weiter. Endlich die Obergrenze der Wolken erklommen, schwirrten zwar genügend Eiskristalle durch die Luft, aber die Sonne war hinter einem Berg. Also wieder runter, in's Auto und auf den höchsten Sudelfeldparkplatz (ca. 1100m). Die Wolken begannen sich langsam aufzulösen und in solchen Wolkenfetzen zeigte sich auf einmal eine Nebensonne. Also raus aus dem Auto und wieder rauf auf den (nächsten) Berg, da auch hier die Sonne fast hinter'm Berg war. Nicht zu früh, denn schon gaben sich die Nebensonnen und eine linksseitige Farbkombination aus Supra- und Infralateralbogen die Klinke in die Hand.

Die Veränderung der Halos ging rasend schnell, immer wieder zogen Wolkenfetzen vorbei und erzeugten irgendwas farbiges, man kam mit der Identifikation kaum nach.


Zu den Highlights gehörte zum einen der obere "V"-förmige Parrybogen:



Und das gleichzeitige Vorhandensein von Supralateralbogen und 46°-Ring, die bei dieser Sonnenhöhe oben deutlich voneinander entfernt liegen. Leider hab ich die Bilder versemmelt und vor Schreck vergessen, daß man die Belichtung bei dem manuellen 8mm-Objektiv auch manuell einstellen muß (

Ach ja ... unter den versemmelten Bildern ist auch das Maximum des Halophänomens und einige noch gesichtete Erscheinungen wie Moilanenbogen und Sonnenbogen können deshalb nicht bildlich belegt werden. Naja ... das nächste Mal ...
Nach nur wenigen Minuten waren fast alle Wolken weg und es zeigten sich bis Sonnenuntergang "nur" noch links die Nebensonne und der Infralateralbogen:



Die Temperatur lag um -6°, die Halos entstanden nicht in klassischen Eisnebel, sondern (mal wieder) in sich auflösenden Wolken. Deshalb dürfte die Luftfeuchte sehr stark geschwankt haben.
Soviel für heute, die nächsten Tage (hoffentlich) mehr!
Viele Grüße
Claudia und Wolfgang