Haloerscheinungen an der Venus
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Rico Hickmann
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Haloerscheinungen an der Venus
Hallo!
Da ja bei Sonne und Mond regelmäßig Halos beobachtet werden und die Venus im Moment ja selbst zu später Stunde noch recht hoch steht, wollte ich wissen, ob jemand schon mal Halos an der Venus beobachtet hat und es ev. dank moderner Digicams auch Bilder gibt?
Von einer Lichtsäule an der Venus habe ich schon gehört, aber hat ev. auch schon mal jemand eine Nebenvenus nachweisen können?
Gruß aus Dresden
Rico!
Da ja bei Sonne und Mond regelmäßig Halos beobachtet werden und die Venus im Moment ja selbst zu später Stunde noch recht hoch steht, wollte ich wissen, ob jemand schon mal Halos an der Venus beobachtet hat und es ev. dank moderner Digicams auch Bilder gibt?
Von einer Lichtsäule an der Venus habe ich schon gehört, aber hat ev. auch schon mal jemand eine Nebenvenus nachweisen können?
Gruß aus Dresden
Rico!
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Benjamin Kühne
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Martin Hörenz
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Für so unwahrscheinlich halte ich das gar nicht. Ich habe so was zwar noch nicht selbst beobachten können (ist hier in der Stadt etwas schwierig), aber in einer ausreichend dunklen Gegend sollte das schon möglich sein. Schließlich gibt es ja auch Berichte über Schattenwürfe durch Venus. Konnte auch schon recht helle Nebenmonde oder einen farbigen ZZB am Mond sehen und die Möglichkeit, einen Planeten im Haloschlüssel anzugeben ist auch bedacht worden…
Wäre auf jeden Fall mal ein Projekt, hier mal mit Webcam oder Digiknipse ein bißchen rumzuprobieren.
Viele Grüße,
Martin
Wäre auf jeden Fall mal ein Projekt, hier mal mit Webcam oder Digiknipse ein bißchen rumzuprobieren.
Viele Grüße,
Martin
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Alexander Wünsche
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Venus dogs
Hallo,
bei Spaceweather.com gab es vor einem Jahr mal einen Beitrag zu "Venus dogs", also Nebensonnen an der Venus. Da hierzulande Lichtsäulen an Venus und Jupiter schon beobachtet wurden, sind m.E. Nebensonnen an der Venus auch nicht unwahrscheinlich. Es müssen aber exzelente Bedingungen herrschen. Beispielsweise kann man bei ca. 10° Sonnenstand und hervorragenden Cirren oftmals gleißend helle Nebensonnen sehen. Treffen solche Bedingungen bei der Venus ein, sehe ich gute Chancen auf eine Sichtung.
Viele Grüße
Alexander
bei Spaceweather.com gab es vor einem Jahr mal einen Beitrag zu "Venus dogs", also Nebensonnen an der Venus. Da hierzulande Lichtsäulen an Venus und Jupiter schon beobachtet wurden, sind m.E. Nebensonnen an der Venus auch nicht unwahrscheinlich. Es müssen aber exzelente Bedingungen herrschen. Beispielsweise kann man bei ca. 10° Sonnenstand und hervorragenden Cirren oftmals gleißend helle Nebensonnen sehen. Treffen solche Bedingungen bei der Venus ein, sehe ich gute Chancen auf eine Sichtung.
Viele Grüße
Alexander
- Claudia Hinz
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Venushalos
Hallo,
soweit ich weiß, wurde auf der Zugspitze mal eine Untervenus im Eisnebel beobachtet und in Bautzen vor mehreren hundert Jahren mal ein Ring. In Deutschland halte ich es für sehr schwierig, Ringe und Nebensonnen visuell zu beobachten, da es ja nachts kaum noch irgendwo richtig dunkel ist. Man könnte aber probieren, bei gut sichtbarem Mondhalo oder bei dünnem Cirrostratus einfach mal die Kamera auf einen Planeten oder hellen Stern halten und lange belichten. Vielleicht kann man so ja die Existenz enes solchen Halos nachweisen...? Nur, wie heißen diese Dinger dann ... Nebenvenen
???
Viele Grüße
Claudia
soweit ich weiß, wurde auf der Zugspitze mal eine Untervenus im Eisnebel beobachtet und in Bautzen vor mehreren hundert Jahren mal ein Ring. In Deutschland halte ich es für sehr schwierig, Ringe und Nebensonnen visuell zu beobachten, da es ja nachts kaum noch irgendwo richtig dunkel ist. Man könnte aber probieren, bei gut sichtbarem Mondhalo oder bei dünnem Cirrostratus einfach mal die Kamera auf einen Planeten oder hellen Stern halten und lange belichten. Vielleicht kann man so ja die Existenz enes solchen Halos nachweisen...? Nur, wie heißen diese Dinger dann ... Nebenvenen
Viele Grüße
Claudia
- Claudia Hinz
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BerichtigungOk ... versprochen ... das nächste Mal schau ich
Die mehr als hundert Jahre waren jetzt ein bissel übertrieben ... hab gerade nochmal nachgeschaut, den 22°-Ring um die Venus gab es am 21. Dezember 1936 und wurde beschrieben im Jahresbericht der Sternwarte der Oberrealschule Bautzen für 1936. Der Bericht ist leider nicht in unserem Literaturarchiv(http://www.meteoros.de/halres/halolit.htm) vorhanden
Und noch eine Berichtigung: Das auf der Zugspitze war ein Unterjupiter (Quelle: Küttner, Joachim & Ernst Model: "Nebenuntersonne, Unterjupiter und andere Bemerkenswerte Halo-Beobachtungen auf der Zugspitze", Meteorologische Rundschau: ISSN:0026-1211, Berlin, Bd.1, H.7/8, (1948), S.218-220. Dieser Bericht ist im Archiv vorhanden und kann bei Bedarf gern kopiert werden.
Ok, versprochen, das nächste Mal schau ich gleich nach ...
Schönen Abend noch
Claudia
Und noch eine Berichtigung: Das auf der Zugspitze war ein Unterjupiter (Quelle: Küttner, Joachim & Ernst Model: "Nebenuntersonne, Unterjupiter und andere Bemerkenswerte Halo-Beobachtungen auf der Zugspitze", Meteorologische Rundschau: ISSN:0026-1211, Berlin, Bd.1, H.7/8, (1948), S.218-220. Dieser Bericht ist im Archiv vorhanden und kann bei Bedarf gern kopiert werden.
Ok, versprochen, das nächste Mal schau ich gleich nach ...
Schönen Abend noch
Claudia
- Peter Krämer
- Beiträge: 1042
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Es gab doch letztes Jahr einen Artikel über Venushalos auf der spanischen Seite der NASA. Den hatte ich doch übersetzt und er ist auch in METEOROS abgedruckt worden. Da waren einige Anmerkungen zu dem Thema von Les Cowley drin.
Venushalos dürften wohl auch einige der seltenen Erscheinungen sein, die uns durch die zunehmende Lichtverschmutzung in Zukunft verlorengehen werden.
Grüße
Peter
Venushalos dürften wohl auch einige der seltenen Erscheinungen sein, die uns durch die zunehmende Lichtverschmutzung in Zukunft verlorengehen werden.
Grüße
Peter
- Claudia Hinz
- Beiträge: 4264
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Stimmt
Hab den Artikel aus METEOROS 3/2003 auch noch abgespeichert:
Lichtsäulen und Nebensonnen an der Venus
aus dem Netz gefischt von Carola Krause, Bochum
aus dem Spanischen übersetzt von Peter Krämer, Goerdelerhof 24, 44803 Bochum
Wenn Sie die Venus beobachten und sie Ihnen merkwürdig erscheint, haben Sie möglicherweise eine Venuslichtsäule gesehen oder eine “Nebenvenus“!
6. Mai 2002: “Venus sah sehr seltsam aus“ sagt Carol Lakomiak aus Tomahawk, Wisconsin. Sie sah sich gerade die Planetenversammlung am Abendhimmel des vergangenen Monats an - und Venus erregte ihre Aufmerksamkeit. “Als ich sie durch mein 11x70 - Fernglas betrachtete, sah ich Lichtstrahlen vom oberen und unteren Teil des Planeten ausgehen, und es gab Momente in denen man sie ohne optische Hilfsmittel beobachten konnte.“
Sie lief ins Haus, holte ihre Kamera und machte gleich eine Aufnahme. Die seltsamen Strahlen waren immer noch da und sie bannte sie auf den Film. Das waren die vielleicht ersten Fotos, die von den seltenen Venuslichtsäulen gemacht wurden.
Die Strahlen sind in Wirklichkeit kein Teil der Venus. Sie sind eine optische Täuschung, die in der Erdatmosphäre entsteht, wenn Venus sich in Horizontnähe befindet.
Die besser bekannten Lichtsäulen an der Sonne entstehen aus demselben Grund: Mehrere Kilometer über der Erdoberfläche (wo es immer kalt ist), in dünnen Cirruswolken, bilden sich sechseckige Eiskristalle. Einige dieser Kristalle sind flach und sehen aus wie sechseckige Pfannkuchen. Sie sinken herab wie fallende Blätter, wobei ihre breiten Seiten fast immer parallel zum Erdboden ausgerichtet sind. Wenn die Sonne auf- oder untergeht, wird das Licht von den praktisch horizontalen Seiten dieser Kristalle in Form eines senkrechten Strahles reflektiert: Eine Lichtsäule kann plötzlich über oder unter der Sonne erscheinen.
Les Cowley, Physiker im Ruhestand und Experte für Atmosphärische Optik, hat bereits Lichtsäulen an Sonne und Mond gesehen - aber an der Venus? “Tatsächlich ist das selten zu sehen“ sagt er. “Anfangs war ich überrascht (von Carols Bildern)“. Kurz nachdem er sie gesehen hatte, benutzte er ein Programm zur Simulation von Lichtstrahlen, HALO genannt, um den Untergang der Venus hinter fernen Cirruswolken zu simulieren. Die von Cowley und seinem Kollegen Michael Schroeder entwickelte Software wird häufig zur Simulation von Lichtsäulen an Sonne und Mond sowie anderer Haloerscheinungen verwendet. Als er sie bei Venus anwandte, erschienen tatsächlich verschwommene Lichtsäulen!
Vielleicht sollte man über Venuslichtsäulen nicht so überrascht sein. Schließlich ist Venus hell und strahlend; nur Sonne und Mond leuchten heller. Lichtsäulen an Sonne, Mond und auch Venus - sie existieren!
Und wenn Venus Lichtsäulen hat, dann vielleicht auch “Nebensonnen“. (englisch “Venusdogs“) . Eine “Nebenvenus“ ist das Äquivalent zu eine Nebensonne - eine andere Form der Eiskristalle in der Erdatmosphäre. Die gleichen flachen Kristalle, die die Lichtsäulen verursachen, erzeugen auch die hellen Flecken im Abstand von 22° rechts und links der Sonne (und vielleicht auch der Venus). Während die Lichtsäulen auf die Reflexionen an beiden Seiten der Eiskristalle zurückzuführen sind, werden die Nebensonnen von dem an den schmalen Seiten gebrochenen Licht gebildet.
“Nebensonnen können so hell sein, dass sie blenden, viel heller als Lichtsäulen“ betont Cowley.
Genauso sind Nebensonnen an der Venus wahrscheinlich heller als Venuslichtsäulen. Niemand hat jemals über eine Nebenvenus berichtet, doch hat vielleicht auch noch niemand danach gesucht. Cowley sagt, dass Himmelsbeobachter darauf achten sollten, wenn vorher Nebensonnen oder Lichtsäulen beobachtet wurden, oder wenn man weiß, dass Cirruswolken vorhanden sind.
Um Nebensonnen an der Venus zu suchen, schlägt Cowley die Methode der ausgestreckten Hand vor: Strecken Sie einen Arm aus und spreizen Sie die Finger. Der Abstand zwischen den Spitzen von Daumen und kleinem Finger beträgt etwa 20°. Halten Sie den Daumen vor die Venus, und der kleine Finger zeigt etwa dorthin wo sich eine Nebenvenus befinden könnte.
Fotografen, die länger belichtete Aufnahmen machen, haben größere Chancen, eine Nebenvenus zu entdecken. Jedoch, so rät Cowiev, achten Sie auf Reflexe im Inneren der Kamera, da diese wieder Venus suchen“ fährt er fort, “halten Sie die Kamera so, dass Venus sich ebenfalls im Blickfeld befindet. Verändern Sie zwischen den Aufnahmen Ihren Standort und drehen Sie die Kamera, um “Geisterbilder“ zu eliminieren.“
Mit Sorgfalt gemachte Aufnahmen könnten zusätzlich einen schwachen 22°-Ring um den Planeten zeigen. Diese Halos entstehen durch willkürlich in alle Richtungen geneigte sechseckige Eiskristalle. “Ich wäre erfreut, ein echtes Bild eines 22°-Ringes um Venus zu sehen.“ sagt Cowley. Die Mehrzahl der Himmelsbeobachter haben Ringe um Sonne oder Mond gesehen, aber ein Venusring wäre außergewöhnlich.“
“Das Geheimnis der Beobachtung ungewöhnlicher Dinge wie Ringe und Lichtsäulen,“ bestätigt er, “ist, nach oben zu schauen und mit einer Kamera auf das Unglaubliche vorbereitet zu sein. Es lohnt sich.“
Carol Lakomiak befolgte diesen Rat und erwischte eine Venuslichtsäule. Wer wird der erste sein, der eine Nebenvenus findet? Es könnten Sie sein...
Quelle: [url]http://ciencia.nasa~gov/headlines/y2OO2/O6maypillar.htm[/url] (spanischsprachige Homepage der NASA)
Anmerkung der Redaktion:
Auch innerhalb der SHB konnten bereits mehrmals Lichtsäulen an der Venus (8x) sowie an Jupiter (3x) beobachtet werden. Die erste Beobachtung gelang Frank Wächter am 30.03.1996, die letzte Karl Kaiser am 11.01.2003 im Eisnebel. Fotos liegen von C. Gerber und S. Ganser (siehe Monatswettbewerb unter http://www.meteoros.de/wett/wett0301.htm ) vor.
Lichtsäulen und Nebensonnen an der Venus
aus dem Netz gefischt von Carola Krause, Bochum
aus dem Spanischen übersetzt von Peter Krämer, Goerdelerhof 24, 44803 Bochum
Wenn Sie die Venus beobachten und sie Ihnen merkwürdig erscheint, haben Sie möglicherweise eine Venuslichtsäule gesehen oder eine “Nebenvenus“!
6. Mai 2002: “Venus sah sehr seltsam aus“ sagt Carol Lakomiak aus Tomahawk, Wisconsin. Sie sah sich gerade die Planetenversammlung am Abendhimmel des vergangenen Monats an - und Venus erregte ihre Aufmerksamkeit. “Als ich sie durch mein 11x70 - Fernglas betrachtete, sah ich Lichtstrahlen vom oberen und unteren Teil des Planeten ausgehen, und es gab Momente in denen man sie ohne optische Hilfsmittel beobachten konnte.“
Sie lief ins Haus, holte ihre Kamera und machte gleich eine Aufnahme. Die seltsamen Strahlen waren immer noch da und sie bannte sie auf den Film. Das waren die vielleicht ersten Fotos, die von den seltenen Venuslichtsäulen gemacht wurden.
Die Strahlen sind in Wirklichkeit kein Teil der Venus. Sie sind eine optische Täuschung, die in der Erdatmosphäre entsteht, wenn Venus sich in Horizontnähe befindet.
Die besser bekannten Lichtsäulen an der Sonne entstehen aus demselben Grund: Mehrere Kilometer über der Erdoberfläche (wo es immer kalt ist), in dünnen Cirruswolken, bilden sich sechseckige Eiskristalle. Einige dieser Kristalle sind flach und sehen aus wie sechseckige Pfannkuchen. Sie sinken herab wie fallende Blätter, wobei ihre breiten Seiten fast immer parallel zum Erdboden ausgerichtet sind. Wenn die Sonne auf- oder untergeht, wird das Licht von den praktisch horizontalen Seiten dieser Kristalle in Form eines senkrechten Strahles reflektiert: Eine Lichtsäule kann plötzlich über oder unter der Sonne erscheinen.
Les Cowley, Physiker im Ruhestand und Experte für Atmosphärische Optik, hat bereits Lichtsäulen an Sonne und Mond gesehen - aber an der Venus? “Tatsächlich ist das selten zu sehen“ sagt er. “Anfangs war ich überrascht (von Carols Bildern)“. Kurz nachdem er sie gesehen hatte, benutzte er ein Programm zur Simulation von Lichtstrahlen, HALO genannt, um den Untergang der Venus hinter fernen Cirruswolken zu simulieren. Die von Cowley und seinem Kollegen Michael Schroeder entwickelte Software wird häufig zur Simulation von Lichtsäulen an Sonne und Mond sowie anderer Haloerscheinungen verwendet. Als er sie bei Venus anwandte, erschienen tatsächlich verschwommene Lichtsäulen!
Vielleicht sollte man über Venuslichtsäulen nicht so überrascht sein. Schließlich ist Venus hell und strahlend; nur Sonne und Mond leuchten heller. Lichtsäulen an Sonne, Mond und auch Venus - sie existieren!
Und wenn Venus Lichtsäulen hat, dann vielleicht auch “Nebensonnen“. (englisch “Venusdogs“) . Eine “Nebenvenus“ ist das Äquivalent zu eine Nebensonne - eine andere Form der Eiskristalle in der Erdatmosphäre. Die gleichen flachen Kristalle, die die Lichtsäulen verursachen, erzeugen auch die hellen Flecken im Abstand von 22° rechts und links der Sonne (und vielleicht auch der Venus). Während die Lichtsäulen auf die Reflexionen an beiden Seiten der Eiskristalle zurückzuführen sind, werden die Nebensonnen von dem an den schmalen Seiten gebrochenen Licht gebildet.
“Nebensonnen können so hell sein, dass sie blenden, viel heller als Lichtsäulen“ betont Cowley.
Genauso sind Nebensonnen an der Venus wahrscheinlich heller als Venuslichtsäulen. Niemand hat jemals über eine Nebenvenus berichtet, doch hat vielleicht auch noch niemand danach gesucht. Cowley sagt, dass Himmelsbeobachter darauf achten sollten, wenn vorher Nebensonnen oder Lichtsäulen beobachtet wurden, oder wenn man weiß, dass Cirruswolken vorhanden sind.
Um Nebensonnen an der Venus zu suchen, schlägt Cowley die Methode der ausgestreckten Hand vor: Strecken Sie einen Arm aus und spreizen Sie die Finger. Der Abstand zwischen den Spitzen von Daumen und kleinem Finger beträgt etwa 20°. Halten Sie den Daumen vor die Venus, und der kleine Finger zeigt etwa dorthin wo sich eine Nebenvenus befinden könnte.
Fotografen, die länger belichtete Aufnahmen machen, haben größere Chancen, eine Nebenvenus zu entdecken. Jedoch, so rät Cowiev, achten Sie auf Reflexe im Inneren der Kamera, da diese wieder Venus suchen“ fährt er fort, “halten Sie die Kamera so, dass Venus sich ebenfalls im Blickfeld befindet. Verändern Sie zwischen den Aufnahmen Ihren Standort und drehen Sie die Kamera, um “Geisterbilder“ zu eliminieren.“
Mit Sorgfalt gemachte Aufnahmen könnten zusätzlich einen schwachen 22°-Ring um den Planeten zeigen. Diese Halos entstehen durch willkürlich in alle Richtungen geneigte sechseckige Eiskristalle. “Ich wäre erfreut, ein echtes Bild eines 22°-Ringes um Venus zu sehen.“ sagt Cowley. Die Mehrzahl der Himmelsbeobachter haben Ringe um Sonne oder Mond gesehen, aber ein Venusring wäre außergewöhnlich.“
“Das Geheimnis der Beobachtung ungewöhnlicher Dinge wie Ringe und Lichtsäulen,“ bestätigt er, “ist, nach oben zu schauen und mit einer Kamera auf das Unglaubliche vorbereitet zu sein. Es lohnt sich.“
Carol Lakomiak befolgte diesen Rat und erwischte eine Venuslichtsäule. Wer wird der erste sein, der eine Nebenvenus findet? Es könnten Sie sein...
Quelle: [url]http://ciencia.nasa~gov/headlines/y2OO2/O6maypillar.htm[/url] (spanischsprachige Homepage der NASA)
Anmerkung der Redaktion:
Auch innerhalb der SHB konnten bereits mehrmals Lichtsäulen an der Venus (8x) sowie an Jupiter (3x) beobachtet werden. Die erste Beobachtung gelang Frank Wächter am 30.03.1996, die letzte Karl Kaiser am 11.01.2003 im Eisnebel. Fotos liegen von C. Gerber und S. Ganser (siehe Monatswettbewerb unter http://www.meteoros.de/wett/wett0301.htm ) vor.
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