Helligkeit von Nebensonnen

Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.
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Thilo Wagner
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Helligkeit von Nebensonnen

Beitrag von Thilo Wagner » 18. Jul 2010, 08:45

Hallo allerseits,

ich suche Informationen über Nebensonnen: wie hell können diese maximal werden?
Eine Angabe von x% der scheinbaren Helligkeit der Sonne würde genügen.

Vielen Dank!

Thilo

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 18. Jul 2010, 09:53

Hallo Thilo,

erstmal Willkommen im Forum. Wie man die max. Helligkeit der Nebensonnen in Bezug zu Sonne in Prozent ausrechnet, kann ich Dir leider nicht sagen, sicher aber andere Forenteilnehmer, die sich mit so etwas schon länger auseinandersetzten.
Ich für meinen Teil, habe schon Nebensonnen beobachtet, in die man NICHT hinein sehen konnte, da die Blendwirkung extrem hoch war.

Viele Grüße
Micha

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 18. Jul 2010, 20:14

Hallo Thilo & Micha,

die Frage ist gar nicht mal so einfach zu beantworten, das sieht man ja schon an der Spannweite der beobachteten Helligkeiten. Man müßte da einiges über die Kristallgröße, Konzentration der Kristalle in der Wolke, optische Qualität der Kristalle usw. wissen, um einen Wert berechnen zu können. Durch die Auswertung von Fotos läßt sich da vielleicht einfacher etwas herausfinden, aber für genaue Ergebnisse braucht man wohl spezielle Meßgeräte... rein vom Bauchgefühl her würde ich so 1-5 % für die maximale Helligkeit im Vergleich zur Sonne tippen.

Viele Grüße,
Alex

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 20. Jul 2010, 11:24

hoi Thilo,

extreme Nebensonnen können deutlich heller werden. Bei sehr dicker "Kristallsuppe" wird nämlich die Sonne selbst durch Streuung abgeschwächt. Ich denke, dass im Extremfall bis 30% möglich sind.

Bild

Bild

Bertram

Thilo Wagner
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Beitrag von Thilo Wagner » 25. Jul 2010, 15:41

Hallo und Vielen Dank an Michael und Alexander für die Informationen und an Bertram wegen der beeindruckenden Fotos.

Mein Interesse an der Helligkeit von Nebensonnen entstammt eigentlich dem Phänomen der 2 Regenbögen, die sich schneiden. siehe: http://www.meteoros.de/rainbow/regen-unbe.htm

Ein zweiter (versetzter) Regenbogen kann ja nur durch eine 2. Strahlungsquelle verursacht werden. gibt es da evt. Simulationen? Da die Nebensonnen immer den gleichen Winkelabstand zu Sonne haben, sollten die Tangenten der Regenbögen am Schnittpunkt auch immer gleich sein. Oder?

Vielen Dank!

Thilo

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 25. Jul 2010, 21:33

hi Thilo,

hat ein bisschen gedauert, bis ich verstanden habe...

1.) der Abstand der Nebensonne ist nur bei tiefstehender Sonne annähernd gleich (bei höherer Sonne wandern sie entlang des Horizontalkreises davon)

2.) Vor Dir Regenbögen und hinter Dir Eishalos - das geht wohl kaum. Müsste extrem seltenes Wetter sein, evtl. Frost auf dem Festland und Regen über dem Meer? Ich glaube kaum, dass das je eintritt.

3.) extrem helle Nebensonnen kenne ich nur aus dickem bodennahen Eisnebel. Dann treten sie aber paarweise auf -> 3 Regenbögen. Ausserdem ist die Sonne dann unscharf -> verwaschene Regenbögen.
In jedem Fall müssten die Regenbogenmittelpunkte aber in einer horizontalen Linie liegen. Ein oben senkrecht geschnittener Regenbogen geht damit nicht.

Aber ein guter Gedanke! Eins rauf!


Bertram

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 26. Jul 2010, 09:25

Hallo Thilo,

ich hab beim ersten Lesen auch erstmal gestutzt, aber als ichs dann begriffen hatte fand ich die Idee ganz hübsch. Ich kann mich Bertrams Kommentaren nur anschließen, ein paar Dinge möchte ich da aber noch ergänzen:

1. Wenn die Nebensonnen richtig hell sind, steht die Sonne ja meist schon ziemlich tief. Also hat man fast immer die ca. 22° Abstand, was dann das Erscheinungsbild der (evtl. 3) Regenbögen ziemlich genau festlegt.

2./3. Normale Cirrenhalos und Regenbögen treten schon hin und wieder gemeinsam auf, meist ist dann aber eine der beiden Erscheinungen eher schwach. Ich hatte mal eine Beobachtung mit Cirrostratus Richtung Sonne, schönem 22°-Ring und gegenüber einen schwachen Regenbogen, trotz der leicht verwaschenen Sonne. Aber ob die Bedingungen je so gut sein werden, dass man von Halos verursachte Regenbögen sieht...

Müssten nicht eigentlich auch die Regenbogenfarben ziemlich aus dem Tritt kommen, wenn als Lichtquelle schon ein aufgefächertes Spektrum dient? (gut, diese seltenen Regenbögen werden ja häufig auch als weiß beschrieben).

Allerdings macht mich etwas stutzig, daß es keine Fotos von diesen abnormalen weißen Regenbögen gibt, und die Beobachtungen sind meist auch schon älteren Datums. Heute hat doch fast jeder eine Digitalkamera dabei, und es gibt immerhin auch eine Handvoll Bilder mit sehr merkwürdigen Regenbögen. Aber sowas wie auf den alten Zeichnungen war meines Wissens nicht dabei. Ich will aber auch die alten Beobachtungen nicht "schlechtmachen". Manche Dinge werden wohl ein Rätsel bleiben (vielleicht hat sich auch die Sonne an einem Eisberg gespiegelt...).

Übrigens habe ich erst gestern wieder mal eine ziemlich helle Nebensonne in Cirrus fotografiert und die Sonne durch zwei verschiedene Graufilter (3% und 0,1% Transmission) mit aufs Bild genommen. Intensitäten lassen sich ja vom Foto nur bedingt messen (besonders von gescannten Negativen...), aber annähernd gleich hell abgebildete Objekte sollten auch in natura annähernd gleich hell gewesen sein. Also für eine grobe Schätzung wirds reichen. Auf der anderen Himmelsseite hätte es von den Wolken her sogar fast noch regnen können (hats aber nicht...)

Viele Grüße, Alex

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 4. Aug 2010, 20:10

Hallo.

hier noch zur Vervollständigung die Bilder:

Bild
25.07.2010, 19.55 MESZ, 0,1 % Transmission durch Filter

Bild
25.07.2010, 20.05 MESZ, 3 % Transmission durch Filter

Da im ersten Bild die Sonne dunkler und im zweiten heller als die Nebensonne erscheint, lag die Helligkeit der Nebensonne also zwischen 0,1% und 3% der Sonne, inklusive Streuung des dirketen Sonnenlichts durch die Cirruswolken. Wie schon erwähnt, war das eine der "besseren" Nebensonnen, eine satte 2 auf der Helligkeitsskala, aber nichts Extremes.

Und weils so schön funktioniert, hier nochmal der Hüpfeffekt bei Polfilterdrehung:

Bild
25.07.2010, 19.57 MESZ

Viele Grüße,
Alex

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