Abendfarben und "Geisterwolken", 30.08.

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Peter Krämer
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Abendfarben und "Geisterwolken", 30.08.

Beitrag von Peter Krämer » 31. Aug 2010, 21:20

Der Sommer geht zu Ende, und der Himmel wird wieder bunter. Fällt mir jedes Jahr Ende August auf.

Gestern war es besonders auffällig. Zuerst gab es ein Stück Regenbogen:
Bild

Eine Stunde später wurde dann ein vorbeiziehender Schauer von der untergehenden Sonne angeleuchtet, zuerst noch mehr orange:
Bild

Und etwas später dann rot:
Bild

Kurz darauf dann sogar purpurn:
Bild

Doch auch nach Sonnenuntergang war noch nicht Schluß. Es gab dann nämlich noch etwas, was ich "Geisterwolken" nenne: Da erscheinen Wolken im Osten in einem fahlen, geisterhaften Weiß, obwohl sie längst kein direktes Sonnenlicht mehr erhalten. Sie reflektieren anscheinend einfach die helle Abenddämmerung vom Westhorizont. Vor dem Erdschatten scheinen diese Wolken dann richtig zu leuchten, und dieser Effekt war gestern besonders intensiv:
Bild

Irgendwie auch schon eine Art Leuchtende Nachtwolken... :wink:

Grüße
Peter

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Alice Raymaekers
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Beitrag von Alice Raymaekers » 7. Sep 2010, 21:09

Hallo Peter,

ich habe etwas ähnliches wie deine "Geisterwolken" beobachtet - jedenfalls könnte es etwas ähnliches sein. Das Bild ist im August nach einem deftigen Schutt entstanden und der starke Farbkontrast war mir damals ins Auge gefallen. Vielleicht gibt es hier einen klugen Kopf, der diese seltsame Kombination erklären kann :)

Bild
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Eik Beier
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Beitrag von Eik Beier » 7. Sep 2010, 21:39

Nun ja, ich als Laie würde auf Refraktion tippen. Das deckt sich mit dem vorangegangenen Niederschlag (reine Luftschichten). So dass die Wolken praktisch noch direktes Sonnenlich abbekommen, obwohl die Sonne schon weiter unter dem Horizont steht.

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Alice Raymaekers
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Beitrag von Alice Raymaekers » 7. Sep 2010, 21:57

Eik Beier hat geschrieben:Nun ja, ich als Laie würde auf Refraktion tippen.


Hallo Eik,

ich wusste mit Refraktion auf Anhieb nicht wirklich was anzufangen und habe mal gegoogelt, was es da Wissenswertes zu gibt.

Für alle diejenigen, die wie ich noch lange nicht ausgelernt haben, hier ein kurzer Auszug von Tante Wiki zum Thema Refraktion (ich hoffe, es ist ok an dieser Stelle eine nicht-wissenschaftliche Quelle zu zitieren):

Astronomische Refraktion

Unter astronomische Refraktion versteht man die fortlaufende vertikale Richtungsänderung eines von außen in die Atmosphäre eintretenden Lichtstrahls. Sie wird durch dessen Brechung wegen der nach unten zunehmenden Luftdichte verursacht, weil die Brechzahl von 1 (Vakuum im Weltall) bis etwa 1,00029 in Bodennähe ansteigt.

Die Krümmung der Lichtstrahlen erfolgt konvex nach unten - im selben Sinn wie die Erdkrümmung, aber wesentlich weniger. Die stärkste Krümmung tritt in Bodennähe auf und macht bei sehr flachen Visuren maximal 10–15% der Erdkrümmung aus (siehe auch terrestrische Refraktion). [...]

Bild
Astronomische Refraktion: der Lichtstrahl (blau) erscheint gehoben, gegenüber Vakuum wird der Zenitwinkel um r verkleinert (z = z'-r ). Bei Satelliten macht die Refraktion wegen des kürzeren Strahls weniger aus (r-s)

http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Refraktion

Ist das der von dir gemeinte Effekt?

Lieber Gruß,
Alice
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Alice Raymaekers
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Beitrag von Alice Raymaekers » 7. Sep 2010, 22:00

:roll: Wirklich schlau geworden bin ich da aber jetzt selbst nicht raus....
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Beitrag von Eik Beier » 7. Sep 2010, 23:02

Hallo Alice,

das ist der Effekt den ich meinte.

Der sorgt dafür, dass man Sterne knapp überm Horizont sieht, obwohl sie nach Strahlenoptik eigentlich schon durch den Horizont verdeckt sein sollten. Das wird ja auch weiter unten im wiki erklärt. In der Graphik wäre der Stern in der Richtung des kurzen orangenen Strichs zu sehen.

Wenn man sich nun als Stern die Sonne vorstellt, kann es ja physikalisch eigentlich nicht grundlegend anders sein als bei einem anderen Stern. Deshalb meine Vermutung: Wenn ich die Wolke in Deinem Bild wäre, würde ich (zumindest noch teilweise oder halbschattig) die Sonne sehen (oder vielleicht auch nur noch diffus angestrahlt werden). Egal, umgekehrt: ich werde angestrahlt (--> Dein Bild).

Andererseits steht bei wikipedia ja auch irgendwas von 0,6°. Das erscheint mir etwas zu wenig für meine Theorie. Es sei denn, von Dir aus war der Sonnenuntergang soweit durch Wolken "versperrt" , dass es an dem Tag relativ zeitig dunkel wurde.

Auch noch auffällig ist, dass man in Deinem Bild ja oberhalb der angestrahlten Wolken den Erdachatten sieht...

Gruß,
Eik.


Ich hatte neulich mit Alexander Haußmann (Hallo Mei!) dasselbe Thema erörtert, als es darum ging, dass man den ZHB auf Berggipfeln nicht nur wegen der freien Sicht öfter sieht, sonder wegen der Höhe.

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Andreas Wiegele
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Beitrag von Andreas Wiegele » 8. Sep 2010, 13:32

Eik Beier hat geschrieben:In der Graphik wäre der Stern in der Richtung des kurzen orangenen Strichs zu sehen.

Wenn man sich nun als Stern die Sonne vorstellt, kann es ja physikalisch eigentlich nicht grundlegend anders sein als bei einem anderen Stern. Deshalb meine Vermutung: Wenn ich die Wolke in Deinem Bild wäre, würde ich (zumindest noch teilweise oder halbschattig) die Sonne sehen (oder vielleicht auch nur noch diffus angestrahlt werden). Egal, umgekehrt: ich werde angestrahlt (--> Dein Bild).
Hallo,

ich denke nicht, dass die Refraktion die Ursache ist. Das Licht des Sterns (hier der Sonne) trifft nahe des Bodens zwar aus einer anderen Richtung ein, als der Stern tatsächlich steht, verschiedene "Beobachter" (hier Wolken und Mensch) sehen sie aber näherungsweise in der selben. Auch der Erdschatten ist in keine andere Richtung orientiert.

Ich denke eher es liegt, wie Peter im ersten Post schon schrieb, an Mehrfachstreuung. Auch bei Alices Bild ist solch ein Effekt möglich. Die Cumuli unten und der obere Teil der Stratus werden diffus (gestreut) beleuchtet, während der untere Teil der Stratus mehr oder weniger von den Cumuli beschattet wird. Ein Erdschatten könnte hier auch "vorgetäuscht" sein(?)
Eik Beier hat geschrieben: Ich hatte neulich mit Alexander Haußmann (Hallo Mei!) dasselbe Thema erörtert, als es darum ging, dass man den ZHB auf Berggipfeln nicht nur wegen der freien Sicht öfter sieht, sonder wegen der Höhe.
Hattet ihr auch darüber geredet, dass die Refraktion bei steileren Winkeln kleiner wird, sie also möglicherweise sogar nahezu vernachläsigbar ist, wenn die Sonne die für ZHBögen notwendige Höhe hat?


Grüße, Andreas

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