da denkt man, man hat mit dem Halophänomen seines Lebens schon alles gesehen *grins*, aber dann kommen wieder neue unerklärliche Dinge daher.
Am Montag hat's bei -17°C und Luftfeuchte über 90% nur so gerieselt, wie ich es eigentlich auf dem Wendelstein noch nie erlebt habe. Wäre ja zu gern am Sudelfeld gewesen (geb ich zu), aber auch oben war's recht interessant. Die sechststündige Untersonne glühte mit der Sonne um die Wette und war teilweise so hell, daß man nicht mehr hinschauen konnte.

Ab und zu konnte ich deutlich zwei versetzte Untersonnen wahrnehmen, eine entfernte auf der Wolkenobergrenze und eine zweite sehr deutliche Lichtansammlung in den Eiskristallen auf dem Weg zu mir, die wenige Grad von der "Hauptuntersonne" versetzt war. Man sieht sie am deutlichsten auf diesen Bildern, auf denen sich die "Hauptuntersonne" mal kurz verabschiedete, dann aber als zarter Punkt wieder auftaucht. Auf den anderen Bildern überstrahlt die "Hauptuntersonne" leider alles.



Günther Können hat mal einen Artikel über solche versetzte Halos geschrieben:
http://www.guntherkonnen.com/downloads/ ... try_AO.pdf
Die meteorologischen Bedingungen stimmen ziemlich überein, um den kleinen Wendelstein herum bildete sich eine Strömung und wehte die Kristalle dann direkt hoch zu mir. Auch solche imaginären Bögen, wie von Können beschrieben, bildeten sich teilweise um die Untersonne. Sah irgendwie irre aus...

Der Einlieferungsgründe noch nicht genug, fiel mir kurz vor Sonnenuntergang auf, daß die rechte Nebensonne leicht nach oben versetzt war. Machte mir aber noch nicht so einen Kopf darüber, denn sie ist ja bei dieser gerinen Sonnenhöhe vertikal sehr langgestreckt. Aber nach Sonnenuntergang tauchte in der gleichen (weit entfernten Cirre) die Nebensonne erneut auf und zwar so hoch, wie die Sonne unter dem Horizont sein sollte (bei bergischen Horizont läßt sich leider der mathematische Horizont sehr schwer berechnen). Eine transformierte Unternebensonne (Übernebensonne?) ??? Darf es sowas geben? Hat jemand schon mal von solch einer Beobachtung gehört?
Normale bis leicht versetzte Nebensonne:





Sonnenuntergang: 16:17 Uhr

"Übernebensonne": 16:25-16:35 Uhr





Ich habe ja schonmal eine ähnliche Beobachtung gemacht, wenn auch etwas anders. Im Frühjahr und Herbst geht die Sonne am Rande der Alpen unter, während nach rechts der Horizont tief und eben wird. Auch da hatte ich mal nach Sonnenuntergang (über den Alpen) eine sehr horizontnahe Nebensonne (über dem Alpenvorland) beobachtet, die rein rechnerisch bis 5° Sonnentiefe erhalten blieb. Habe es damals mit Luftspiegelungseffekten erklärt, welche die Nebensonne wie manchmal auch die Sonne in Horizontnähe nach oben spiegeln. Insofern weiß ich nicht, ob es das gleiche Phänomen war.
So, genug der theoretischen Betrachtungen. Hier einfach noch ein paar andere atmosphärische Erscheinungen und Schönheiten aus dem letzten Dienst ...
Glorien:




Irisieren:




Eiskranz

Einfach nur weils schön ist: Eiskristallsturm

Halos bei der Heimfahrt über's Sudelfeld am 15.12.10 mit Nebensonne, HK, ZZB, Lowitz, oBB und Parry, z.T. in Cirrus, größtenteils aber in Eisnebel:







Sorry, ist ein bissl viel geworden ... war aber auch wieder ein anstrengender Dienst ;o))))
LG CLaudia