"Regenbogen"

Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.
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Brigitte Rauch
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"Regenbogen"

Beitrag von Brigitte Rauch » 17. Okt 2011, 08:28

Manchmal entdeckt man erst bei Durchsicht seiner Fotos merkwürdige Erscheinungen, so wie diesen "Regenbogen" auf dem Rücken eines Seehunds . . . . .


Bild


Gruß
Brigitte

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 17. Okt 2011, 20:56

Hallo Brigitte,

so "OFF" finde ich das Bild gar nicht. Wenns kein Linsenreflex ist, frag ich mich doch, wie das Spektrum entstanden ist. Das auch noch auf der Schattenseite , mhh?!

Klasse Bild :)

Gruß,
Micha

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 18. Okt 2011, 07:20

Moin moin,
das ist ein spannendes Bild. Wann war denn die letzte Ölpest? Spaß bei Seite, der Bogen ist auch auf der zweiten Robbe zu sehen. Es scheint als wenn die dunklen Robben den Bogen erst sichtbar machen. Die Sonne ist irgendwo oben rechts. Ein Bogen dritter Ordnung würde passen, sofern die Farbreihenfolge stimmt. Hast du das Bild auch in RAW?
Hat es genieselt oder könnte verwehte Gischt im Spiel gewesen sein? ein Schwaches Rot läßt auf kleine Tropfen schließen, oder?
Das wäre schon ein Hammer. Ich bin auf die Meinung der Experten gespannt.

Viele Grüße
Sven

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Okt 2011, 08:21

Hallo Brigitte,

ja, das könnte hochinteressant werden. Wenn man beachtet, daß der linke Seehund über und unter der Schnauze beleuchtet ist, muß die Sonne ca. 35-40 Grad hoch gestanden sein. (Sagen das auch Datum und Uhrzeit?)

Mir fällt, Sven folgend, auch nichts weiter ein als ein Gischtregenbogen 3. Ordnung vor den Seehunden. Das Fortlaufen der Farben zum hinteren Seehund (sowie evtl. auch im roten Bereich nach unten über den Sand), ihre anscheinende Unabhängigkeit von den Körperkonturen und die Spektralartigkeit der Farben sprechen allesamt gegen Interferenzen, und natürlich auch die Lage im bzw. vorm Schatten.

Wenn ja, wäre das dann erst die dritte Sichtung. Über die Aufnahmebrennweite, könnte man zuerst die Farbdispersion abschätzen und mit der des tertiären Bogens vergleichen. Die Registrierung der absoluten Position wird schwierig, wäre aber mit "kriminalistischen" Mitteln durchaus denkbar. Wenn irgend möglich, fahr nochmal zur gleichen Tageszeit an diese Stelle und mach Bilder mit Brennweiten bis zum Weitwinkel und mit nem senkrecht (Stativwasserwaage) eingerammten Stock als Schattenwerfer.

Viele Grüße

Elmar
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 18. Okt 2011, 09:40, insgesamt 3-mal geändert.

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 18. Okt 2011, 08:55

Hallo Elmar,
da keinerlei Landmarken zu sehen sind, dürfte es schwierig werden, es sei denn die Seehunde liegen noch immer da :lol:
(ich offe der kleine Scherz ist erlaubt), dann muss man auch noch den genauen Standort von Brigitte ausfindig machen. Das dürfte schwierig werden. Aber das kann nur Sie beantworten.
Eines ist gewiss, Robbenbeobachtung im Gegenlicht der Sonne und auflandigem Wind ist nicht nur für Biologen interessant. Noch bessere Bedingungen würde man an dunklen Felsküsten finden (Deichbefestigungen, Molen etc.) oder an Stränden mit schwarzem Sand (z.B. Vulkaninseln, wie La Palma).
Da kann man dann den ganzen Tag Bögen 3. und 4. Ordnung mit Ruhe und Gelassenheit knipsen und den Rest des Tages die Linse putzen. Ich muss an die Nordsee....

Bin dann mal weg
Gruß
Sven

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Okt 2011, 09:13

Hallo,

schickte Gunther Können den Link zu diesem Eintrag und er hat mir erlaubt, seine Einschätzung hier zu resümieren. Er ist skeptisch, was einen dritten Regenbogen angeht, vor allem wegen der doch sehr großen Intensität in diesem Bild (verglichen mit nur vielleicht 10-20 m Laufstrecke vor den Seehunden, Anm. von mir) und meint deshalb, es müßte zuerst abgeklopft werden, ob nicht die Öltröpfchen und/oder Härchen im Seehundfell durch Interferenz (vom diffusen Himmelslicht oder Bodenreflex, Anm. von mir) den Effekt produzieren könnten. Als Entscheidungshilfe einer ggf. nachgestellten Sichtung schlägt er die Polarisation vor, die (nur) beim Regenbogen fast vollständig sei.

Dies nur zur Vervollständigung.

Gruß, Elmar

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 18. Okt 2011, 15:05

Hätt ich doch bloss meinem ersten Gedankengang freien Lauf gelassen !!!!
Ich dachte auch zuerst an die 3.Ordnung, war dann aber aufgrund der Intensität der Farben etwas skeptisch.Die Farbfole würde passen @Sven.

Gischt käme dann tatsächälich dafür in Frage.

Warten wir mal ab was Brigitte schreibt.

Gruß,
Micha

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Beitrag von Christian Fenn » 18. Okt 2011, 17:31

Hallo Michael,
das ist keinesfalls die dritte Ordnung. Farbe und Intensität hin und her. Die Sonne steht dazu falsch. Schau mal die Schatten der Tiere an und dann den Bogen, den die Farben machen. Paßt nicht.
Christian

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 18. Okt 2011, 18:30

nö nö Christian, so leicht kommst mir nicht davon.

Du meinst der Bogen "biegt" sich nicht um die Sonne sondern von ihr weg, wie hier mit B markiert? (die Radien sind nur grob einskizziert)

Bild

Also ich hab mir das Bild jetzt ein paarmal angeschaut und kann überhaupt nicht sicher sagen in welche Richtung sich die Farben biegen.

Wenn es sich wie bei "A" verhält würde das schon passen mit der 3. Ordnung (is ja alles nur reine Spekulation ohne Daten wie Brennweite, Uhrzeit, Sonnenstand, etc bringt das eh alles nix), wird aber die Annahme vertreten so wie Du es siehst, dann geb ich Dir Recht.
Allerdings wirft sich dann die Frage auf, an welcher Stelle, oder besser gesagt an was sich das Sonnenlicht spiegelt (das wäre meine 2.te Idee) um diesen Sekundärbogen entstehen zu lassen. Den die Farbfolge für den primären ist es nicht. Wir wären also als nächstes bei gespiegelten Bögen :)

Mensch Brigitte, kram nochmal weiter in deinem Archiv :)

Gruß Micha

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 18. Okt 2011, 19:39

Hallo Leute,

ich halte es für einen Sekundärbogen (in Krümmungsrichtung B), mit dem Sonnenlicht von rechts "vorne", also etwas aus der Bildschirmebene raus. Die Vorwärtsstreuung hätte man trotz Robben beim 3. Bogen mit im Bild, und bei den bisher zwei bekannten Fotos dieses Bogens war intensive Nachbearbeitung zum Sichtbarmachen nötig.

Trotzdem natürlich ein schönes Bild! Die Entdeckung der Regenbogenrobbe! :D

Gruß, Alex

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Okt 2011, 20:36

Hallo Freunde,

hmm, für mich sieht es immer noch so aus, daß die Sonne rechts hinten im Bild steht, wie sonst sollen denn der Robbenrücken und die Brust so hell werden und der Hauptschatten des Körpers nach links fallen. Auch die Sandhäufchen werfen ihre Schatten m.E. nach links vorne. Für einen Sekundärbogen mit Krümmung B müßte aber doch die Sonne genau dort stehen, also i.w. links hinter der Fotografin.

Nun ja, Brigitte, sollte unbedingt noch mal was dazu sagen, auch Datum und Uhrzeit und die ugf. Richtung des Strands. Aus Brennweite und Sensorgröße würde sich ein Winkelmaßstab bilden lassen, damit sollte sich die gut demarkierte Breite des Farbbereichs mit derjenigen der in Frage kommenden Regenbögen vergleichen lassen - es sei denn wir hätten einen Öltröpfchenbogen...

Bin ja mal gespannt.

Gruß, Elmar

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 18. Okt 2011, 20:58

Hallo nochmal,
@Micha: kannst du mal bei deinem nächsten Versuchaufbau, zu Bögen höherer Ordnung, mal einen grauen Karton als Projektionsfläche benutzen? Auch wenn es mit dem Robbenbild nicht vergleichbar ist, weil nichts auf die Robben projiziert wird, würde mich der visuelle Eindruck der Farben interessieren. Bietet Weiß wirklich den besten Kontrast?
Tritt das Blau durch den dunkelgrauen Hintergrund deutlicher hervor?
Also ich schließe Öl und Interferenzen an Robbenhaaren aus. Einen Salzkrustenhalo ebenfalls :lol:
Wenn man bei der vorderen Robbe das blaue Band verfolgt, wird man feststellen, dass es sich auch im Robbenschatten auf dem Sand fortsetzt. Also, die Robben "leuchten" nicht.

Bei der Richtung des Bogens will ich mich nun auch nicht mehr festlegen, da geht es mir wie Micha.
Ich möchte aber nicht nur Fragen stellen und dumme Sprüche klopfen, sondern Michas zweite Theorie unterstützen. Ich dachte heute nochmal an meinen letzten Urlaub und dann kam ich auf die Idee, hinter Brigitte könnte sich eine spiegelnde Fläche befinden. Was soll an einem leeren Strand schon spiegeln? Nun es könnte ein Gebäude sein oder ein Fahrzeug. In Dänemark kann man z.B. durchaus mit dem Wagen bis zur Wasserkante fahren. Es gibt Sandbänke und kleine Inseln mit Robbenkolonien, da werde die Touris mit alten umgebauten Bussen (angehangen an einen Tracktor) zu den Robben gekarrt. Jede Menge Spiegelfläche.

Also Brigitte, jetzt sag halt mal was! Uns rauchen die Köpfe :lol:

Es grüßt der Regenbogenkegelrobbenfreund
Sven

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Brigitte Rauch
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Beitrag von Brigitte Rauch » 19. Okt 2011, 18:02

Hallo!

Also . . . .

Foto aufgenommen am 22. Februar 2011 gegen 15.30 Uhr mit Nikon D300, F/9, 1/320 Sek, ISO 200, Brennw. 200 mm.

Die Sonne stand schräg rechts vor mir, Höhe ca. 30 Grad.
Meine Blickrichtung war Südwest
Wir hatten Wind aus Süd-Ost bis Süd der Stärke 5 - 6, keinen Nieselregen.

Hinter mir gibt's nichts, was sich spiegeln könnte, da ist nur Sand und Strandhafer.

Hab' ich alle Fragen beantwortet?

Ich teile die Ansicht, dass es sich um einen Gischtbogen handelt. Windrichtung und Windstärke sprechen dafür, dass Gischt über den Strand sprühte.

Dank an alle, die sich Gedanken gemacht haben.
Gruß von Brigitte

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Michael Großmann
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Beitrag von Michael Großmann » 19. Okt 2011, 19:18

Hallo Brigitte,

danke für die Daten.

Die Sonne stand laut Deinen Angaben noch 17° hoch und ziemlich genau im Südwesten (222°) Also muss Deine Blickrichtung weiter südlich sein.

Ich habs mit nochmal genau angeschaut und denke auch dass es sich um den Sekundärbogen handelt der in Gischt entstanden ist. Salzwasser hat zwar einen etwas anderen Brechungsindex, aber das müssen wir hier nur "sekundär" berücksichtigen.
Vom Sonnengegenpunkt ist der dann bei ca 55°.

@Christian: Ja Meister der Regenbögen, ich gebe mich geschlagen.....Du hattest Recht und ich Unrecht. :)


@Sven: Das mit den verscheidenen Hintergrundfarben werd ich mal machen, danke für den Tipp
Viele Grüße
Micha

Mike Birner
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Objektivartefakte

Beitrag von Mike Birner » 22. Okt 2011, 23:28

Hallo,

ich halte das für Objektivartefakte. Vom Betrachterstandpunkt sieht man fast nur die Schattenseite der Robben. Das heißt es wurde mit Gegenlicht fotografiert. Und das Streulicht kann recht hübsche "Regenbögen" ins Bild zaubern, auch wenn die Sonne selbst nicht im Bild ist....

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