wie ich in den letzten Monaten von verschiedenen Blitz-und-Gewitter-
Experten gelernt habe, bildet sich der - für das menschliche Auge aber
unsichtbare - Vorblitz von oben nach unten, der eigentlich sichtbare
Hauptblitz verläuft dann in dem vom Vorblitz gebildeten Kanal von unten nach oben. Trotzdem sieht "man" aber immer bei einem Gewitter die Blitze von oben nach unten verlaufen, man glaubt zu sehen, daß der Blitz aus den Wolken kommend nach unten "einschlägt". Abgesehen von der umgekehrt (von unten nach oben) verlaufenden Richtung des Hauptblitzes ist aber eine Sichtbarkeit der scheinbaren Verlaufsrichtung eines Blitzes auch deswegen wohl nicht möglich, weil
dieser Hauptblitz annähernd in Lichtgeschwindigkeit (von unten nach oben) verläuft. Meine Erklärung dafür in der Diskussion mit den Blitzforschern war daher eine psychologische: die menschliche Wahrnehmung ist sehr stark geprägt von der Voreinstellung und Erwartung des Beobachters. Da wir fälschlicher Weise laienhaft glauben, der Blitz verlaufe von den Wolken nach unten, sehen wir das auch so.
Jetzt kommts: eben hatten wir hier ein heftiges Gewitter und ich habe
versucht meine Erwartung bewusst zu verändern, meinem rationalen Wissen entsprechend zu erwarten, daß ich den Blitz (Hauptblitz) von unten nach oben verlaufend sehen kann. Und genau das ist eingetreten: Mehreremale konnte ich eindeutig (wg der Lichtgeschwindigkeit aber sicher auch nur fälschlicherweise) und zwingend die Blitze von unten nach oben verlaufend wahrnehmen.
Das scheint mir ein gutes Beispiel für die Beeinflußbarkeit der Wahrnehmung durch Erwartung zu sein, und so habe ich es bisher noch nicht in der Diskussion der Blitz- und Gewitterforschung gelesen.
Mit schönen Grüßen; StephanPsy
optische Täuschung bei Blitzen
-
Karl Kaiser
Re: optische Täuschung bei Blitzen
Lieber Stephan!
Vorerst einmal herzliche Grüße aus der Nachbarschaft!
Auch ich habe das Gewitter gestern abends, ein Frontgewitter mit gewaltiger Böenwalze, so richtig genossen. Es war auffallend, dass keine Erde-Wolkenblitze bzw. umgekehrt dabei waren. Hunderte Blitze leuchteten auf, noch lange nach Durchzug der Front waren sie im Osten zu sehen.
Bei den Blitzen handelte es sich durchwegs um Flächenblitze, die als Büschelentladungen auf den Wolkenaußenseiten zu sehen waren und hunderte Verästelungen zeigten. Ihr Erscheinen ist ganz anders als das der Linienblitze. Sie laufen scheinbar langsam auf der Wolkenaußenseite entlang. Bei diesen kann man so richtig verfolgen, wie sie immer weitere Bereiche der Wolke entladen. Das hast auch du gestern miterlebt! Das Fortschreiten des Blitzes lässt sich nicht nur erahnen, sondern tatsächlich erkennen.
Im Gegensatz dazu geht die Entladung bei den Linienblitzen so schnell vor sich, dass eine Richtungsangabe nicht mehr möglich ist und man nur mehr die Möglichtkeit hat, auf die Form der Verästelung zu achten. Ein Hauptblitz, der von unten nach oben zieht, zeigt Verästelungen nach unten, ein in umgekehrter Richtung laufender, Verästelungen nach oben!
Wenn der Flächenblitz auf den Beobachter zukommt, dann meint man, der Blitz ziehe von unten nach oben; genauso waren Entladungen zu sehen, die nach links bzw. rechts sich bewegten.
Flächenblitze lassen sich auch in Gewitterherden in großer Entfernung bestens erkennen: In der Wolke zeigen sich dann Aufhellungen, die kontinuierlich in andere Bereiche weiterziehen.
Leider war der Zeitpunkt des Gewitters sehr ungünstig für die Fotografie: Es war eindeutig zu hell, um längere Belichtungszeiten zu nehmen. Eine Möglichkeit wäre die Aufnahme der Blitze mit einer Videocamera.
Freuen wir uns auf das nächste Gewitter, das hoffentlich wieder so spektakulär in Erscheinung treten wird, ohne Schäden anzurichten!
Näheres über Gewitter und ihre Entstehung: http://home.eduhi.at/member/nature/met/ ... witter.htm
Beste Grüße an dich und alle Leser,
Karl aus Schlägl
Vorerst einmal herzliche Grüße aus der Nachbarschaft!
Auch ich habe das Gewitter gestern abends, ein Frontgewitter mit gewaltiger Böenwalze, so richtig genossen. Es war auffallend, dass keine Erde-Wolkenblitze bzw. umgekehrt dabei waren. Hunderte Blitze leuchteten auf, noch lange nach Durchzug der Front waren sie im Osten zu sehen.
Bei den Blitzen handelte es sich durchwegs um Flächenblitze, die als Büschelentladungen auf den Wolkenaußenseiten zu sehen waren und hunderte Verästelungen zeigten. Ihr Erscheinen ist ganz anders als das der Linienblitze. Sie laufen scheinbar langsam auf der Wolkenaußenseite entlang. Bei diesen kann man so richtig verfolgen, wie sie immer weitere Bereiche der Wolke entladen. Das hast auch du gestern miterlebt! Das Fortschreiten des Blitzes lässt sich nicht nur erahnen, sondern tatsächlich erkennen.
Im Gegensatz dazu geht die Entladung bei den Linienblitzen so schnell vor sich, dass eine Richtungsangabe nicht mehr möglich ist und man nur mehr die Möglichtkeit hat, auf die Form der Verästelung zu achten. Ein Hauptblitz, der von unten nach oben zieht, zeigt Verästelungen nach unten, ein in umgekehrter Richtung laufender, Verästelungen nach oben!
Wenn der Flächenblitz auf den Beobachter zukommt, dann meint man, der Blitz ziehe von unten nach oben; genauso waren Entladungen zu sehen, die nach links bzw. rechts sich bewegten.
Flächenblitze lassen sich auch in Gewitterherden in großer Entfernung bestens erkennen: In der Wolke zeigen sich dann Aufhellungen, die kontinuierlich in andere Bereiche weiterziehen.
Leider war der Zeitpunkt des Gewitters sehr ungünstig für die Fotografie: Es war eindeutig zu hell, um längere Belichtungszeiten zu nehmen. Eine Möglichkeit wäre die Aufnahme der Blitze mit einer Videocamera.
Freuen wir uns auf das nächste Gewitter, das hoffentlich wieder so spektakulär in Erscheinung treten wird, ohne Schäden anzurichten!
Näheres über Gewitter und ihre Entstehung: http://home.eduhi.at/member/nature/met/ ... witter.htm
Beste Grüße an dich und alle Leser,
Karl aus Schlägl
-
StephanPsy
Re: optische Täuschung bei Blitzen
> Wenn der Flächenblitz auf den Beobachter zukommt, dann meint
> man, der Blitz ziehe von unten nach oben
Hallo Karl, heißt das, daß ich gestern eher doch keiner optischen Täuschung auf Grund meiner Einstellung unterlegen bin, sondern es tatsächlich nur (!) Flächenblitze waren, die die von Dir oben geschilderte Richtungswahrnehmung erzeugen ?
> Näheres über Gewitter und ihre Entstehung:
> http://home.eduhi.at/member/nature/met/ ... witter.htm Beste
dort habe ich gerade für mich neu gelernt, daß doch 10 % der Hauptblitze von oben nach unten verlaufen. Allerdings hatte ich gestern die Wahrnehmung, daß gerade Blitze, die sich oben verästeln, von unten nach oben verlaufen. Doch eine optische Täuschung ?
Schöne Grüße, Stephan
> man, der Blitz ziehe von unten nach oben
Hallo Karl, heißt das, daß ich gestern eher doch keiner optischen Täuschung auf Grund meiner Einstellung unterlegen bin, sondern es tatsächlich nur (!) Flächenblitze waren, die die von Dir oben geschilderte Richtungswahrnehmung erzeugen ?
> Näheres über Gewitter und ihre Entstehung:
> http://home.eduhi.at/member/nature/met/ ... witter.htm Beste
dort habe ich gerade für mich neu gelernt, daß doch 10 % der Hauptblitze von oben nach unten verlaufen. Allerdings hatte ich gestern die Wahrnehmung, daß gerade Blitze, die sich oben verästeln, von unten nach oben verlaufen. Doch eine optische Täuschung ?
Schöne Grüße, Stephan
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