ESA will Entwicklung von stärkerer Ariane 5 stoppen

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Peter Kuklok

ESA will Entwicklung von stärkerer Ariane 5 stoppen

Beitrag von Peter Kuklok » 20. Jan 2003, 15:34

ESA für Entwicklungspause bei "Zehn-Tonnen-Ariane"
Paris (AFP)

Nach den technischen Problemen mit der "Zehn-Tonnen-Ariane" will die europäische Raumagentur ESA die Entwicklung der verstärkten Trägerrakete auf unbestimmte Zeit stoppen. Zur Begründung verwies ESA-Generaldirektor Antonio Rodota am Montag in Paris nicht nur auf den im Dezember gescheiterten Jungfernflug der "Ariane 5 ECA". Wegen des langsameren Wachstums beim Markt für Kommunikations-Satelliten seien derzeit ohnehin keine stärkeren Varianten der Ariane 5 erforderlich, sagte Rodota. Die bisherigen Ariane-5-Raketen könnten noch einige Jahre länger fliegen als ursprünglich geplant.

Die für den Flug verantwortliche Betreibergesellschaft der Ariane, Arianespace, sollte eigentlich bis Montag einen Aktionsplan erstellen, der laut ESA "die Wiederaufnahme der Ariane-5 ECA Flüge in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 gewährleisten soll". Die Stagnation der kommerziellen Raumfahrt zwinge aber die gesamte ESA zum Sparen, betonte Rodota. "Wir müssen unsere Organisation abspecken." Die für die Entwicklung der stärkeren Ariane-5-Versionen eingeplanten Gelder könnten nun in anderen Gebieten eingesetzt werden. Noch sei es aber zu früh, Zahlen zu nennen.

Die "Zehn-Tonnen-Ariane" sollte Europas Vorrangstellung bei den kommerziellen Satelliten-Starts gegen die US-Konkurrenz stärken. Zur Begründung für die Fortentwicklung der Ariane 5 hatten die ESA und andere Experten stets auf die erwartete Nachfrage nach stärkeren Trägerraketen verwiesen. Der Flug des ersten Exemplars mit zwei Satelliten an Bord, Arianespace-Flug 157, scheiterte im Dezember aber bereits nach wenigen Minuten. Als Ursache stellten Experten Mängel im technisch abgespeckten Kühlsystem fest. Wegen der Probleme wurden zuletzt sämtliche Starts auch der "einfachen" Ariane 5 abgeblasen. Dadurch verpasste die Kometen-Sonde "Rosetta" ihren seit einem Jahrzehnt geplanten, spektakulären Start (Arianespace-Flug 158) zum Kometen Wirtanen.

Nach dem verpasste Rosetta-Start sind bislang zwei Ariane-Flüge für Februar geplant. Am 11. Februar soll zunächst noch einmal eine letzte Ariane 4 abheben, in der zweiten Monatshälfte dann eine Basisversion der Ariane 5.

(AFP, 20. Januar 2003, 16:09 Uhr)

Ulrich Rieth

Klar, genau das habe ich erwartet...

Beitrag von Ulrich Rieth » 20. Jan 2003, 16:08

...jetzt macht man mal eben mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen jagd auf ein paar Euros, die man irgendwoanders hin verschieben kann.
Und genauso wird es auch mit Rosetta passieren.
Erst wird hin und her überlegt und dann sagt man, das ganze wäre veraltet oder zu teuer oder bahntechnisch nicht durchführbar oder was-weiss-ich.
Außerdem, was hat die ESA eigentlich mit Arianespace zu tun?
Wenn ich mir auf Arianespace.com mal die "Shareholder" anschaue (http://www.arianespace.com/site/about/s ... index.html), dann sehe ich da 41 Aerospace-Firmen, 11 Banken und 1 (in Worten EINE) Raumfahrtagentur. Also selbst wenn die ESA vielleicht etwas mehr zu sagen hat, als die Firmen, was ich nicht glaube, dann ist der Kommentar immer noch lächerlich.
Wie dem auch sei, ich hatte ja unlängst schon geschrieben, dass es wohl mit der europäischen Raumfahrt zu Ende geht.
Und hier ist jetzt der Beweis für den Anfang vom Ende.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

aus d.s.r. gefischt...

Beitrag von Ulrich Rieth » 21. Jan 2003, 07:18

dort gepostet von Gunter Krebs (http://www.skyrocket.de/space)

Chris Huebsch schrieb:

> Hallo,
>
> eben im Heise-Ticker aufgefangen:
>
> Europäische Trägerrakete Ariane 5-Plus soll auf Eis gelegt werden
> (http://www.heise.de/newsticker/data/uma-20.01.03-001/)

Die Heise Meldung ist ungenau. Es bezieht sich auf die Variante Ariane-5ECB
mit dem Vinci Triebwerk (mit 12 t GTO Kapazität). Die letzlich
fehlgestartete 5ECA Version (10 t GTO) wird nicht auf Eis gelegt.

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