Bei www.spaceweather.com ist wie immer die mit Spots gepfefferte Sonnenscheibe zu sehen und heute ein Foto von der Sonne hinter valley-fog. Sunspot 105 ist hier an einer völlig anderen Stelle zu sehen als auf der immer abgebildeten Sonnenscheibe. Warum das? Ist der Satelit an einer anderen Stelle im All? Und wenn sich der 105er so nah am unteren Sonnenpol bewegt wie auf dem Foto, dreht sich die Sonne dann von links nach rechts (dann wäre der Spot immer ziemlich weit unten) oder ist die Drehrichtung der Sonne eine andere?
Neugierige Fragen und nette Grüße von Torsten
Wer kann mir das erklären?
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Ulrich Rieth
Hängt mit der geographischen Breite und der Aufnahmezeit zus
Hi Torsten!
Wenn Du hier irgentwo auf der Welt die Kamera waagerecht auf ein Stativ stellst, und jeweils eine Aufnahme machst um 8:00, 12:00 und 16:00 Uhr, wird der Fleck jeweils eine andere Lage einnehmen.
Das ist einfach durch den Lauf der Sonne am Himmel gegeben.
Wenn Du das ganze (für den idealen Fall, dass man den Fleck über 12 Monate festhalten könnte) am 01.01., 01.04., 01.08. und 01.12. machen würdest, wären auch diese Bild alle verschieden.
Die Bilder bei SOHO und auch alle H Alpha Bilder beim STD werden aber jeweils genau auf den Positionswinkel des jeweiligen Tages und der jeweiligen Stunde korrigiert, so dass immer Norden oben und Westen rechts ist.
Die zugehörigen Formeln, wie man das Bild drehen muss, findest Du sicher über Google.
Gruß
Ulrich
Wenn Du hier irgentwo auf der Welt die Kamera waagerecht auf ein Stativ stellst, und jeweils eine Aufnahme machst um 8:00, 12:00 und 16:00 Uhr, wird der Fleck jeweils eine andere Lage einnehmen.
Das ist einfach durch den Lauf der Sonne am Himmel gegeben.
Wenn Du das ganze (für den idealen Fall, dass man den Fleck über 12 Monate festhalten könnte) am 01.01., 01.04., 01.08. und 01.12. machen würdest, wären auch diese Bild alle verschieden.
Die Bilder bei SOHO und auch alle H Alpha Bilder beim STD werden aber jeweils genau auf den Positionswinkel des jeweiligen Tages und der jeweiligen Stunde korrigiert, so dass immer Norden oben und Westen rechts ist.
Die zugehörigen Formeln, wie man das Bild drehen muss, findest Du sicher über Google.
Gruß
Ulrich
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Torsten Kallweit
Re: Hängt mit der geographischen Breite und der Aufnahmezeit
> Hi Torsten!
> Wenn Du hier irgentwo auf der Welt die Kamera waagerecht auf ein
> Stativ stellst, und jeweils eine Aufnahme machst um 8:00, 12:00
> und 16:00 Uhr, wird der Fleck jeweils eine andere Lage
> einnehmen.
> Das ist einfach durch den Lauf der Sonne am Himmel gegeben.
> Wenn Du das ganze (für den idealen Fall, dass man den Fleck über
> 12 Monate festhalten könnte) am 01.01., 01.04., 01.08. und
> 01.12. machen würdest, wären auch diese Bild alle verschieden.
> Die Bilder bei SOHO und auch alle H Alpha Bilder beim STD werden
> aber jeweils genau auf den Positionswinkel des jeweiligen Tages
> und der jeweiligen Stunde korrigiert, so dass immer Norden oben
> und Westen rechts ist.
> Die zugehörigen Formeln, wie man das Bild drehen muss, findest
> Du sicher über Google.
> Gruß
> Ulrich
Hallo Ulrich,
schönen Dank für die Antwort. Ganz verstehen tue ich das ehrlich gesagt nicht (mag an der naturgegebenen mangelnden Auffassungsgabe eines Keramikingenieurs liegen). Ich ging eigentlich bisher davon aus, daß sich die Sonne (außer ihrer eigenen Drehbewegung) relativ zur Erde nicht bewegt, sondern sich die Erde, wie allgemein bekannt, um die Sonne dreht. Wenn man die große Entfernung Erde-Sonne sieht, denke ich, müßte die Perspektivänderung einer Betrachtung von verschiedenen Breitengraden auf der Erde (oder Längengraden zu unterschiedlichen Tageszeiten) eigentlich vernachlässigbar sein. Somit müßten wir die Sonne doch immer (nahezu) gleich sehen, ich schaue doch von keiner Perspektive "von oben herab" oder von "unten drauf", so daß sich die Perspektive so doll ändern kann (das gilt doch auch übers Jahr gesehen, da wir uns doch auf der Äquatorebene der Sonne um dieselbe drehen). Oder wie? Oder was? Und überhaupt! Wo ist mein Denkfehler?
Stirnrunzelnde Grüße
Torsten
> Wenn Du hier irgentwo auf der Welt die Kamera waagerecht auf ein
> Stativ stellst, und jeweils eine Aufnahme machst um 8:00, 12:00
> und 16:00 Uhr, wird der Fleck jeweils eine andere Lage
> einnehmen.
> Das ist einfach durch den Lauf der Sonne am Himmel gegeben.
> Wenn Du das ganze (für den idealen Fall, dass man den Fleck über
> 12 Monate festhalten könnte) am 01.01., 01.04., 01.08. und
> 01.12. machen würdest, wären auch diese Bild alle verschieden.
> Die Bilder bei SOHO und auch alle H Alpha Bilder beim STD werden
> aber jeweils genau auf den Positionswinkel des jeweiligen Tages
> und der jeweiligen Stunde korrigiert, so dass immer Norden oben
> und Westen rechts ist.
> Die zugehörigen Formeln, wie man das Bild drehen muss, findest
> Du sicher über Google.
> Gruß
> Ulrich
Hallo Ulrich,
schönen Dank für die Antwort. Ganz verstehen tue ich das ehrlich gesagt nicht (mag an der naturgegebenen mangelnden Auffassungsgabe eines Keramikingenieurs liegen). Ich ging eigentlich bisher davon aus, daß sich die Sonne (außer ihrer eigenen Drehbewegung) relativ zur Erde nicht bewegt, sondern sich die Erde, wie allgemein bekannt, um die Sonne dreht. Wenn man die große Entfernung Erde-Sonne sieht, denke ich, müßte die Perspektivänderung einer Betrachtung von verschiedenen Breitengraden auf der Erde (oder Längengraden zu unterschiedlichen Tageszeiten) eigentlich vernachlässigbar sein. Somit müßten wir die Sonne doch immer (nahezu) gleich sehen, ich schaue doch von keiner Perspektive "von oben herab" oder von "unten drauf", so daß sich die Perspektive so doll ändern kann (das gilt doch auch übers Jahr gesehen, da wir uns doch auf der Äquatorebene der Sonne um dieselbe drehen). Oder wie? Oder was? Und überhaupt! Wo ist mein Denkfehler?
Stirnrunzelnde Grüße
Torsten
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Ulrich Rieth
...na dann versuch ich noch einen Ansatz...
...der zumindest den Tagesgang beschreiben sollte.
Stell Dir die Sonne am 23.09. über dem Äquator vor, sie geht genau im Osten auf, läuft durch den Zenith und geht im Westen unter. Ein Fleck, der hypothetisch genau am "Nordende" der Scheibe steht, wird dort immer genau nach Süden zeigen, wenn Du die Sonne Richtung Norden blickend anschaust.
Jetzt kommen wir auf 50 Grad Nord, also nach Deutschland. Hier geht die Sonne dann auch genau im Osten auf und im Westen unter, aber sie hat ihre Kulmination in 23.5 Grad Höhe. Damit bekommst Du keine "Gerade" mehr, wenn Du den Tageslauf am Himmel beschreibst, sondern einen Bogen.
An diesem Bogen musst Du jetzt jeweils die Tangente anlegen, um die Ost-West-Ausrichtung der Sonnenscheibe zu bestimmen. Damit zeigt der hypothetische Fleck nur noch während der Kulmination nach "oben". Vorher jedoch nach links und nachher nach rechts.
Dieser Effekt wird bei einer Kamera, die auf einem Fotostativ steht, sofort sichtbar, wenn man die im vorigen Posting beschriebenen 3 Aufnahmen macht.
Wenn Du natürlich die Kamera hinter ein parallaktisch montiertes Teleskop hängst und den Fleck morgens in N-S-Richtung einstellst, läuft das Teleskop den ganzen Tag mit der Erddrehung und somit bleibt auch der Fleck immer an seiner Nordstellung.
Puh, ich glaube, dass müsste man ungefähr verstehen können.
Über den Jahreslauf möchte ich jetzt nicht auch noch sprechen. Nur soviel, im Laufe einer Jahres steht die Sonne man auf, mal über und mal unter dem solaren Äquator. Damit ändert sich natürlich auch die Perspektive permanent. Und dieser Effekt muss selbst bei parallaktischer Montierung rausgerechnet werden.
Gruß
Ulrich
Stell Dir die Sonne am 23.09. über dem Äquator vor, sie geht genau im Osten auf, läuft durch den Zenith und geht im Westen unter. Ein Fleck, der hypothetisch genau am "Nordende" der Scheibe steht, wird dort immer genau nach Süden zeigen, wenn Du die Sonne Richtung Norden blickend anschaust.
Jetzt kommen wir auf 50 Grad Nord, also nach Deutschland. Hier geht die Sonne dann auch genau im Osten auf und im Westen unter, aber sie hat ihre Kulmination in 23.5 Grad Höhe. Damit bekommst Du keine "Gerade" mehr, wenn Du den Tageslauf am Himmel beschreibst, sondern einen Bogen.
An diesem Bogen musst Du jetzt jeweils die Tangente anlegen, um die Ost-West-Ausrichtung der Sonnenscheibe zu bestimmen. Damit zeigt der hypothetische Fleck nur noch während der Kulmination nach "oben". Vorher jedoch nach links und nachher nach rechts.
Dieser Effekt wird bei einer Kamera, die auf einem Fotostativ steht, sofort sichtbar, wenn man die im vorigen Posting beschriebenen 3 Aufnahmen macht.
Wenn Du natürlich die Kamera hinter ein parallaktisch montiertes Teleskop hängst und den Fleck morgens in N-S-Richtung einstellst, läuft das Teleskop den ganzen Tag mit der Erddrehung und somit bleibt auch der Fleck immer an seiner Nordstellung.
Puh, ich glaube, dass müsste man ungefähr verstehen können.
Über den Jahreslauf möchte ich jetzt nicht auch noch sprechen. Nur soviel, im Laufe einer Jahres steht die Sonne man auf, mal über und mal unter dem solaren Äquator. Damit ändert sich natürlich auch die Perspektive permanent. Und dieser Effekt muss selbst bei parallaktischer Montierung rausgerechnet werden.
Gruß
Ulrich
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Andre
Re: ...na dann versuch ich noch einen Ansatz...
Ich denke das mit dem Tageslauf war vom Ulrich schon ziemlich gut erklärt. Du kannst dir ja noch eine Mondsichel Vorstellen die gerade aufgeht. Diese liegt Teilweise fast auf dem Ost-Horiont, während sie bei der Kulmination schön "Aufrecht" steht.
Um es Sonnenbeobachtern einfacher zu machen gibt es ein schönes Programm, das einem die "Libration" (Darf man hier natürlich nicht sagen, aber der Beobachtetet Effekt ist ähnlich) der Sonne anzeigt. Die Erde bewegt sich nämlich tatsächlich NICHT in der Äquatorebene der Sonne. Das Programm gibts hier: http://www.sonnedeveloper.de/down/gns.exe
Um es Sonnenbeobachtern einfacher zu machen gibt es ein schönes Programm, das einem die "Libration" (Darf man hier natürlich nicht sagen, aber der Beobachtetet Effekt ist ähnlich) der Sonne anzeigt. Die Erde bewegt sich nämlich tatsächlich NICHT in der Äquatorebene der Sonne. Das Programm gibts hier: http://www.sonnedeveloper.de/down/gns.exe
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