Astrourlaub auf Rügen: Bericht und Bilder

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Bernd

Astrourlaub auf Rügen: Bericht und Bilder

Beitrag von Bernd » 14. Sep 2002, 14:25

Hallo zum zweiten,

von Polen bin ich dann direkt weitergefahren nach Rügen. Vom Skandi-Hoch, frühen Monduntergang und dunkelem Nordhimmel erhoffte ich mir gute Beobachtungsbedinnungen. Unterwegs konnte ich mich kaum wachhalten. Hinter der Grenze hab´ ich erstmal eine Stunde im Auto gepennt, bevor es so heiß wurde, dass ich nicht mehr weiterschlafen konnte. Die ersten drei Tage auf Rügen waren sehr dunstig und ich nutzte sie dazu, Beobachtungsstandorte ausfindig zu machen, die interssante Vordergrundmotive versprache. Ich war erstaunt, wie groß Rügen ist: Insgesamt bin ich über 400 km (!) auf der Insel gefahren.

Als ich am Mittwoch morgen aus dem Fenster schaute, war aller Dunst verflogen und einige Stratocumuluswolken stachen vom tiefblauen Himmel ab. Am Nachmittag informierte mich Ulrich, dass eventuell geomagnetische Aktivität zu erwarten sei. Gegen 18:00 Uhr bin ich zu meinem anvisierten Beobachtungsstandort im Nordwesten der Halbinsel Wittow gefahren. Laut Lichtmüllatlas (http://www.lightpollution.it/dmsp/) eine der dunkelsten Ecken Deutschlands.

Noch vor Sonnenuntergang machte ich erste Testaufnahmen, um eine schöne Bildkomposition zu erhalten. Da mir diese nicht passte, zog ich mit meinem ganzen Plunder (Campingtisch, Bleiakkus, Kabelsalat, Krimskrams) zehn Meter weiter. Als ich dort die Kamera wieder anschmiss, bekam ich die Meldung, dass das USB-Interface nicht gefunden worden sei. Genau dieses Problem hatte vor einem Monat dazu geführt, dass ich ohne ein einziges Foto aus meinem Astrourlaub in den Alpen zurückkehren musste. Panik! Software neu installiert, neue Aufnahme versucht, USB Interface wieder nicht gefunden. Wieder Software neu intalliert - es half alles nichts. Die Sonne war längtst untergegangen, die Durchsicht war fantastisch und meine Kamera ging nicht. Planlos steckte ich Kabel hin und her, stellte dies und das an meinem Labtopp ein und plötzlich: Ein Bild. Aufeinmal lief alles wieder wie gewohnt. Wie es dazu gekommen ist, weiß ich nicht.

Meine Kamera richtete ich genau nach Nordwesten - bei einem horzizontalen Bildwinkel von 72 Grad bedeutete dies, dass Norden nicht im Bildausschnitt war. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Milchstraße im Westen oder mögliches Polarlicht im Norden fotografieren wollte. Nachdem es völlig dunkel war, konnte man im Norden ein diffuses Leuchten erkennen. Gegen 0:45 MESZ gab es sogar einige Strahlen. Meine nach Nordwesten gerichtete Kamera zeigt folgendes:



Zu den Aufnahmedaten schaut euch meinen Polen-Bericht an. Im Gegensatz zu den Polen-Aufnahmen habe ich das Rot etwas "getunt". Oben im Bild ist eine Meteorspur, in der gesamten Nacht gab es davon ne Menge zu sehen. Vielleicht habe ich ja den ein oder anderen erwischt.

In der zweiten Nachthälfte war die meiste Aktivität vorrüber und das Leuchten im Norden war nur noch soeben zu erkennen. Dafür kam von Westen langsam die Milchstraße ins Bild (2:42 MESZ):



Bis der Film fertig ist, werden wohl einige Monate vergehen.

Grüße zum zweiten,

Bernd

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