erst jetzt komme ich dazu eine Beobachtung vom frühen Abend (13.11., kurz nach Sonnenuntergang) zu posten, die für mich einige Fragen aufwirft:
Gegen 16:50 Uhr, die letzten hohen Cirrenreste am Südwesthorizont wurden gerade noch so von der etwa 15 bis 20 Minuten zvor untergegangenen Sonne rot angestrahlt, fiel mir am Abendhimmel über Ismaning, ca 12 km nordnordöstlich von München-Zentrum, ein leuchtend weißer "Stern" mit - geschätzt - etwa Venushelligkeit in ca. 30 Grad Winkelhöhe über dem Südwesthorizont ( bei etwa 220 Grad auf der Windrose) auf, der sich sehr sehr langsam von West nach Ost bewegte. - Die Bewegung fiel nur deshalb auf, weil ich wenige Minuten nach der ersten Sichtung nochmals nach dem "falschen" Venus-Objekt forschte (Venus ist derzeit auf dem Weg ins Sternbild "Skorpion", konnte das also nicht sein...).
Nach 10 bis 12 Minuten hatte das strahlend weiße Objekt erst eine Position von ca. 40 Grad Winkelhöhe genau über dem Südhorizont (180 Grad/Windrose) erreicht. Zwischenzeitlich wurde es von derweil darunter vorbeiziehenden Ac-Feldern verdeckt, kam aber anschließend immer wieder zum Vorschein.
Als Erklärung scheidet ein hoher Flieger ebenso wie ein Satellit aus, weil das Teil für eine dieser möglichen Erklärungen viel (!) zu langsam am Himmel entlangglitt. - Ein Flieger hätte bei dieser geringen Geschwindigkeit wohl abschmieren müssen und Satelliten ziehen etwa 30 mal so schnell über den Himmel. Außerdem war das Objekt für alle von mir je beobachteten Satelliten erheblich zu hell!
Beides, die Helligkeit und auch die Langsamkeit in der Bewegung ließen mich auf einen Wetterballon schließen, der aber vermutlich bereits in der Stratosphäre schweben musste, denn sosohl die Bewegungsrichtung (fast genau West-Ost) und die strahlend weiße Helligkeit) dürften um diese Zeit in der Troposphäre nimmer drin gewesen sein.
Ein Anruf bei einem Kollegen des Münchener Wetteramts ergab, dass dieser den merkwürdigen "Stern" ebenfalls sah, allerdings offenbar weitaus steiler am Himmel als ich (Winkelhöhe am Südhimmel war größer, als meine geschätzten 40 Grad über Ismaning. Noch während dieses Telefonats erlosch bzw. "verschwand" das Objekt von einer Sekunde auf die andere. Dieser Umstand läßt mich ebenfalls auf einen Wetterballon schließen, der gerade in den Erdschatten eingetaucht sein musste.
Was mich irritiert, ist die Uhrzeit, ca 17 Uhr MEZ über München, denn welcher Aufstieg käme anhand der Trajektorien für diese Erscheinung in Betracht?
Die 12-Uhr-UTC-Aufstiege (also 13 Uhr MEZ) sollten nach 4 Stunden doch eigentlich längst geplatzt sein und um 15 Uhr (eine Stunde vor der Beobachtung, also um 16 Uhr MEZ) sind mir keine Radiosondenaufstiege bekannt.
Preisgfrage: Wo könnte der Ballon wann aufgelassen worden sein, dessen Höhe ich jetzt mal grob auf wenigstens 20 bis 30 km schätzen würde, vielleicht war mehr? Könnte das Teil eventuell von Zürich ausgegangen sein?
Hat irgendwer eine Idee dazu? - Ich selber tippe ja anhand der troposphärischen Strömungssituation darauf, dass es ein Schweizer Ballon gewesen sein könnte, aber wie schon gesagt: Wer lässt um 15 Uhr UTC Ballons rauf? Oder könnte das doch ein "Spätzünder" vom Mittag oder gar irgendwas ganz anderes gewesen sein?
Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich keine grünen Männchen am Bullauge wahrnehmen konnte und mir auch sonst nichts von einem etwaigen "UFO"-Absturz bekannt geworden ist...
Wer hat Ideen zu dieser Beobachtung
Danke und Grüße
Jürgen