Leoniden bei Wiesbaden

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Gunnar Glitscher

Leoniden bei Wiesbaden

Beitrag von Gunnar Glitscher » 20. Nov 2002, 00:20

Nach 3-stündiger Wolkenlücken-Suchfahrt, die unseren Konvoi von 5 Fahrzeugen mit 16 Leuten aus dem hoffnungslos neblig-bedecktem Darmstadt über den Odenwald (noch mehr Nebel) und Taunus (Nebel) schließlich in den Rheingau westl. von Wiesbaden führte, montierten wir die Kameras gegen 4.30 in aller Eile bei 5/8 Bewölkung und Grenzgröße 4 auf die Stative und harrten der Leoniden, die zunächst mal in nicht gerade sensationellen Mengen in den wolkenfreien Bereichen aufblitzten. Als schon leichte Zweifel an der Richtigkeit der Prognosen aufkamen, begannen ab 4.50 MEZ Sternschnuppen-Aktivität und Stimmung sprunghaft anzusteigen. Bei mittlerweile 4/8 Bedeckung sah jeder Beobachter pro Minute mehrere Meteore. Die typische Helligkeit lag bei 0 mag, auch Exemplare mit -1 und -2 mag waren häufig zu sehen. Bei 6/8 Bew. ließ gegen 5.20 die Aktivität schnell nach, um gegen 5.35 (immer noch 6/8) plötzlich wieder signifikant anzusteigen. Jetzt traten vermehrt auch Feuerkugeln auf; diese insgesamt eindrucksvollste Phase endete nach ca. 15 Minuten gegen 5.50. Nach 6.00 sanken die Meteorraten nochmals deutlich ab. Unter Berücksichtigung der Bewölkungsverhältnisse schätze ich die maximale tatsächlich gesehene ZHR auf 700-800 Meteore. Ohne Mondlicht, das die meisten Meteore unterhalb 3 mag auslöschte, und bei zenitnahem Stand des Radianten hätte die ZHR wohl bei geschätzten 4000-5000 gelegen. Wolken und Vollmond haben dem Ereignis zwar einiges von seiner Eindrücklichkeit genommen; dennoch hatte man zeitweise das Gefühl, in der Tat einen Meteorsturm zu erleben. Schade, dass vielerorts der Himmel zu war und die durch die Medienberichte alarmierten interessierten Mitmenschen oft entäuscht in die Wolken guckten mußten.

Gruß,
Gunnar

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