Polsprung ... ?! was meint ihr zu diesem :

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Mike

Polsprung ... ?! was meint ihr zu diesem :

Beitrag von Mike » 13. Dez 2002, 13:48

Hi
in der Wetterzentrale/ Forum, gefunden in einem Posting, herauskopiert, was meint Ihr dazu ?

Mike

>>>>>>>
Der magnetische Nordpol wandert aus

Utl: In 50 Jahren vielleicht in Sibirien - Magnetfeld der Erde
wird schwächer - Forscher untersuchen technische Folgen

Von AP-Mitarbeiter Walter Willems =

Göttingen (AP) Der magnetische Nordpol bewegt sich nach
Erkenntnissen von Forschern immer rascher. Bis 2050 könnte er
Nordsibirien erreicht haben. Zudem wird das Magnetfeld der Erde
schwächer, das den Planeten vor dem Einfluss kosmischer
Energiestürme schützt. Mit den gewaltigen Auswirkungen auf die
Technik und den Menschen befasst sich eine letzte Woche von
deutschen Wissenschaftlern gegründete Forschungseinrichtung.
Das interdisziplinäre Zentrum für Katastrophenmanagement und
-vorsorge trägt die Kurzbezeichnung CEDIM (für: Center for Disaster
Management and Risk Reduction Technologies). Die Einrichtung der
Universität Karlsruhe und des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ)
widmet sich der Erforschung von Überschwemmungen, Stürmen,
Vulkanismus und Erdbeben, hat aber auch einen Projektbereich
«Elektromagnetische Tiefensondierung und geomagnetische Felder».
Dabei geht es vor allem um das Phänomen der Polwanderung und dessen
künftige Auswirkungen etwa auf Stromnetze, elektronische Anlagen
oder Pipelines.
Es ist seit Jahrhunderten bekannt, dass der magnetische nicht mit
dem geographischen Nordpol identisch ist und sich zudem bewegt.
«Die Geschwindigkeit des magnetischen Nordpols hat sich deutlich
beschleunigt», berichtet der Leiter des Projektbereichs, Professor
Hermann Lühr vom GFZ. Vor einem Jahrhundert waren es wenige
Kilometer pro Jahr, mittlerweile sind es etwa 40 Kilometer. Derzeit
zwischen Nordostkanada und Grönland gelegen, könnte der magnetische
Nordpol nach Einschätzung Lührs in gut 20 Jahren in der Nähe des
geographischen Nordpols angelangt sein und bis 2050 Sibirien
erreichen.
Parallel dazu beobachten die Forscher ein zweites Phänomen. Das
Magnetfeld der Erde, das den Planeten vor einem zu starken Einfluss
kosmischer Stürme, der «Sonnenwinde», schützt, hat sich laut
Professor Karsten Bahr von der Universität Göttingen in den
vergangenen 150 Jahren um etwa acht Prozent abgeschwächt.
Die Auswirkungen des Sonnenwinds bekamen 1989 die Bewohner
Ostkanadas zu spüren. Damals führten von der Sonne ausgestoßene
stark aufgeladene Teilchenströme in der Provinz Quebec zu schweren
Störungen im Stromsystem. Mehrere Transformatoren brannten nach
Überhitzung ab, die Elektrizitätsversorgung der Provinz war neun
Stunden lang lahm gelegt.
Betroffen von solchen Energieströmen, die durch ein schwächeres
Magnetfeld kaum mehr abgefangen würden, wären unter anderem auch
Kommunikationssysteme und elektronische Anlagen in Flugzeugen und
Satelliten. Die Polwanderung und die Abnahme des Magnetfeldes sind
wahrscheinlich keine getrennten Prozesse. Gesteinsmagnetische
Untersuchungen zeigen, dass Nord- und Südpol im Lauf der
Erdgeschichte durchschnittlich alle 500.000 Jahre ihre Position
tauschen. Vor dieser Polumkehr schwächt sich das Magnetfeld
zunehmend ab und verschwindet schließlich nahezu ganz, bevor es
sich danach in entgegengesetzter Orientierung wieder neu aufbaut.
Das letzte Umklappen der Pole ereignete sich vor etwa 750.000
Jahren. Damit könnte nun ein neuer Polsprung bevorstehen. Ein
solcher Vorgang dauert laut Lühr etwa 1.000 bis 2.000 Jahre. Da es
sich um einen chaotischen Prozess handele, seien zuverlässige
Prognosen nicht möglich, sagte der Geophysiker. Ziel des
CEDIM-Projektbereichs ist es, die Risiken in Zusammenhang mit der
Polwanderung und der Abnahme des Magnetfeldes zu erforschen und
Vorkehrungen zum Schutz technischer Anlagen zu entwickeln.

Zwtl: Polarlichter über Deutschland

Die Ursache für das Magnetfeld liegt weit im Erdnneren im
flüssigen äußeren Erdkern unterhalb von 2.900 Kilometer Tiefe
begründet. Weil dieser Kern zur Mitte hin heißer ist als außen am
Erdmantel, ist die Flüssigkeit in ständiger Konvektionsbewegung,
ähnlich wie brodelndes Wasser in einem Kochtopf. Zusätzlich löst
die Rotationsbewegung der Erde Wirbel aus, vergleichbar mit den
Hoch- und Tiefdruckgebieten in der Atmosphäre.
Da der flüssige Erdkern vor allem aus Metall und damit aus
leitender Materie besteht, wird die Bewegungsenergie in elektrische
Energie umgewandelt. Diese elektrischen Ströme erzeugen wiederum
magnetische Felder, die sich gegenseitig beeinflussen.
Die Polwanderung hat aber auch eine erfreuliche Seite: Sollte der
magnetische Pol in der Tat den geographischen Nordpol passieren und
in den folgenden Jahrzehnten nach Süden vorrücken, kann man sich in
Deutschland auf ein faszinierendes Naturspektakel freuen. Die von
der Sonne ausgehenden magnetischen Stürme verursachen auch die
Polarlichter, die dann häufiger in unseren Breiten sichtbar wären.
http://www.cedim.de
Ende##


lutz schenk

Re: Polsprung ... ?! was meint ihr zu diesem :

Beitrag von lutz schenk » 13. Dez 2002, 14:27

Hi Mike,

ich denke mal, das es ein für die Presse aufbereitetes Statement ist.
Leicht reisserisch, was soll's.

Inhaltlich finde ich es eigentlich gar nicht mal verkehrt, das sich da schonmal etwas Gedanken gemacht wird, welche Folgen dies haben könnte.

Damit die Meldung was hermacht, werden natürlich gern erst mal die Dinge aus dem "Worst-Case"-Bereich zitiert.

Das da immer wieder diese Canada-Geschichte aufgewärmt wird ist nur zu logisch.

Dazu hab ich mir schon immer meinen Teil Gedacht. Ich arbeite ja in der Energie-Versorgung, und hatte zu dem Canada Black-Out sofort den Gedanken, da muss etwas mizt den Schutzeinrichtungen der Übertragungssysteme nicht gepasst haben.
Andererseits ist natüprlich auch gerade bei den riesigen Systemlängen wie dort, die elektromagnetische Spannungs-Spitze schon nicht unerheblich.

Allerdings, hätten dann die normalerweise (hier jedenfalls) installierten Überspannungs-Ableiter, diese Spitze abfangen sollen.

Es ist auch möglich, das z.B in dem Trafo eine ganz geringe Schwachstelle in der Isolierung war, die im Normalbetrieb sowie auch bei kleineren Spannungsspitzen keine Probleme bereitet.
Hier könnten unglückliche Zustände zusammengetroffen sein.
(Wie so oft in diesen Fällen) ;-)

Da in Deutschland eigentlich nicht solche riesig langen Systeme im Einsatz sind, schätze ich mal die Einwirkungen hier nicht sooooo sehr groß ein.

Allerdings, wenn ein vorgeschaltetes Schutzorgan versagt, kann das manchmal recht fatale folgen haben. Es kann halt in einem gestaffelten System, nicht jede Komponente den gesamten Schutz gewährleisten.

Wenn natürlichdas magnetfeld völlig zusammenbrechen sollte, könnten da schon größere Auswirkungen entstehen, die aber technisch in den Griff zu bekommen sein müssten.

Schlimmer dürfte sich dies wohl für die Athmosphäre sowie auf die Lebensformen auswirken.

Allerdings glaube ich nicht an den völligen Zusammenbruch, sondern eher an ein chaotisches Magnetfeld, welches zwar nicht mehr eine so stabile Magnetosphäre aufrecht erhalten könnte, aber das schon noch was da ist.

Gruß Lutz

Peter Wloch

Re: Polsprung ... ?! was meint ihr zu diesem :

Beitrag von Peter Wloch » 13. Dez 2002, 18:44

Zwei schoene Artikel, die den jetzigen Wissensstand gut aufbereitet wiedergeben...

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