Mein Geminiden Bericht

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Eric (Darmstadt)

Mein Geminiden Bericht

Beitrag von Eric (Darmstadt) » 15. Dez 2002, 15:54

Hallo !

Gestern abend um 22:15 MEZ bin ich Richtung Stuttgart aufgebrochen um Geminiden zu gucken. Laut Wetterkarte war östlich von Stuttgart klarer Himmel und kaum Bewegung in den Wolken. Von Traisa bei Darmstadt ging's los, bei Heppenheim lächelte schon der Mond durch Wolkenlücken. Bei Pforzheim war dann schon so 3-4/8 Bewölkung, Jupiter, Sirius, Mond usw. strahlten um die Wette. Bei einem Kaff bei Böblingen stellte ich mich dann mit meiner Fotoausrüstung abseits der Strasse auf einen Feldweg, da war es 0:30 MEZ und 1/8 Wolken, und die waren am NW Horizont. Dort stellte ich dann fest, dass ich die Kamerastative zuhause vergessen habe, dafür hatte ich zwei LIDLScopes dabei. Eines erlebte dann sein First "Leid",Light, allerdings mit einem Meade Zoom Okular(für Okularwechselfaule). Das andere „LIDL“ habe ich am Samstag meiner 10jährigen Nichte zum Geburtstag geschenkt. Die Freude war gross. Eine Kamera konnte ich daran aber nicht montieren. Ich war mir auch sicher im Auto ein Taschenstativ zu haben, fand es aber nicht. Also klemmte ich die Fotoapparate in Nagler-Okularkartons und stellte sie auf's Autodach. Mit Fernauslöser geht das ganz gut.
Leider zog es gegen 1:30 MEZ ziemlich zu und Nebel hüllte mich ein. Bis dahin sah ich 11 Geminiden, allerdings baute ich in dieser Zeit auch das Teleskop auf und schaute eher besorgt in Richtung aufziehende Wolken als in den freien Himmel. Das Mondlicht verschluckte wahrscheinlich auch noch ein paar schwache Sternschnuppen, nach dem Monduntergang waren deutlich mehr zu sehen. Richtig helle Geminiden waren nicht dabei, die Geschwindigkeit der Geminiden schien mir deutlich höher als 35 km/s, schätzungsweise eher knapp bei 60 km/s zu liegen. Heute in einer kostenlosen Sonntagszeitung war auch ein Artikel über die Geminiden, da stand auch etwas von einer erhöhten Geschwindigkeit in der Maximumsnacht. Die eine Geminide, die ich Montag Abend sah war deutlich langsamer und auch bei 35 km/s einzuordnen.

Die Wolken und der Nebel waren also da, den Krempel wieder ins Auto und weiter auf der Autobahn nach Osten. Mein Ziel war, den Aichelberg zu erklimmen, um dahinter freie Sicht zu haben und über den Nebel zu kommen. Nach dem Aichelberg bin ich die erste Ausfahrt wieder raus, bei sehr klarem Himmel, aber einzelnen kleinen Nebelfeldern. Ich landete bei einem Dorf namens Deggingen im Kreis Göppingen. Dort erwartete mich absolut traumhaft klarer dunkler Sternenhimmel.Wahnsinn !!! Das Bild ist von meiner Digi-Knipse,aber ohne Geminide:



Die Digi-Bilder zeigen einen schönen schwarzen Himmelshintergrund,zuhause ist er bläulich.

Diesmal entschied ich mich für andere Behelfsstative: Die Nikon F70 bekam ein Holzstück untergelegt (sowas hat ein Schreiner halt im Auto), die Sony-Digi DSC-S85 und die DV-Videokamera fixierte ich jeweils im Schaft eines Wanderstiefels. Nach noch nicht mal 10 Minuten hatte ich auch zwei helle Geminiden auf Video gebannt, der zweite war der einzige, der eine Rauchspur hinerlies. Das ist der auf dem Video, die Rauchspur ist da natürlich nicht zu sehen. Der helle Stern unten, links der Mitte ist Sirius, rechts ist Orion zu erahnen.

Download Video 370 k : http://people.freenet.de/vonderHeyden/Geminid.mpg

Von 2:30 MEZ an zählte ich in einer Stunde 105 Geminiden und einen Geisterfahrer. Die Haupbeobachtungsrichtung war Orion , Löwe und Cassiopeia.Die hellsten Geminiden waren meist in Richtung Löwe und Cassiopeia zu sehen und traten sehr oft ,dem Namen Geminiden Ehre machend, innerhalb Sekundenbruchteilen im Doppel auf.
Die nächste Stunde (3:30-4:30) brachte nochmal rund 90-100 Geminiden, Zählen wurde Nebensache. Die schönsten und hellsten hatten sich ausschliesslich auf Cassiopeia eingeschossen, oft im Doppelpack.
Die maximale Belichtungszeit der Digiknipse von 8 Sekunden stellte sich als grossen Nachteil aus, ich konnte keine einzige Sternschnuppe auf den Chip bannen, es fehlten immer mindestens 2 Sekunden. Meine Hoffnung konzentriert sich nun auf die chemischen Bilder.
Trotz Zwiebelhaut wurde es bitter kalt und der warme Tee war auch schnell alle.Gegen 4:40 MEZzogen dann Wolken auf, um 4:55 MEZ war es ziemlich zugezogen, Sterne schauten aber noch durch Wolkenlücken. Etwas durchgefroren machte ich mich wieder auf den Heimweg. Zuhause angekommen fand ich dann auch das Taschenstativ in der Türablage auf der Beifahrerseite. Das zweite Mal musste ich an unseren Freund M. denken.

Mein Fazit:
Insgesamt waren die Geminiden nicht besonders hell, aber recht zahlreich zu sehen. Die spektakulären „AAH und OOOH“ Boliden fehlten .Die Fahrt hat sich aber gelohnt und mein Freund M. hat mich trotzdem nicht vergessen, indem der die Stative zuhause festhielt.

Gruss Eric

Eric (Darmstadt)

Korrektur

Beitrag von Eric (Darmstadt) » 15. Dez 2002, 16:00

Hallo

Habe Vorgestern den Bericht angefangen, deswegen muss es im ersten Satz statt "Gestern" natürlich "Vorgestern" heissen.Hier die Korrigierte Fassung.

Gruss Eric

Hallo !

Vorgestern abend (Freitag 13.12.)um 22:15 MEZ bin ich Richtung Stuttgart aufgebrochen um Geminiden zu gucken. Laut Wetterkarte war östlich von Stuttgart klarer Himmel und kaum Bewegung in den Wolken. Von Traisa bei Darmstadt ging's los, bei Heppenheim lächelte schon der Mond durch Wolkenlücken. Bei Pforzheim war dann schon so 3-4/8 Bewölkung, Jupiter, Sirius, Mond usw. strahlten um die Wette. Bei einem Kaff bei Böblingen stellte ich mich dann mit meiner Fotoausrüstung abseits der Strasse auf einen Feldweg, da war es 0:30 MEZ und 1/8 Wolken, und die waren am NW Horizont. Dort stellte ich dann fest, dass ich die Kamerastative zuhause vergessen habe, dafür hatte ich zwei LIDLScopes dabei. Eines erlebte dann sein First "Leid",Lightallerdings mit einem Meade Zoom Okular(für Okularwechselfaule). Das andere „LIDL“ habe ich am Samstag meiner 10jährigen Nichte zum Geburtstag geschenkt. Die Freude war gross. Eine Kamera konnte ich daran aber nicht montieren. Ich war mir auch sicher im Auto ein Taschenstativ zu haben, fand es aber nicht. Also klemmte ich die Fotoapparate in Nagler-Okularkartons und stellte sie auf's Autodach. Mit Fernauslöser geht das ganz gut.
Leider zog es gegen 1:30 MEZ ziemlich zu und Nebel hüllte mich ein. Bis dahin sah ich 11 Geminiden, allerdings baute ich in dieser Zeit auch das Teleskop auf und schaute eher besorgt in Richtung aufziehende Wolken als in den freien Himmel. Das Mondlicht verschluckte wahrscheinlich auch noch ein paar schwache Sternschnuppen, nach dem Monduntergang waren deutlich mehr zu sehen. Richtig helle Geminiden waren nicht dabei, die Geschwindigkeit der Geminiden schien mir deutlich höher als 35 km/s, schätzungsweise eher knapp bei 60 km/s zu liegen. Heute in einer kostenlosen Sonntagszeitung war auch ein Artikel über die Geminiden, da stand auch etwas von einer erhöhten Geschwindigkeit in der Maximumsnacht. Die eine Geminide, die ich Montag Abend sah war deutlich langsamer und auch bei 35 km/s einzuordnen.

Die Wolken und der Nebel waren also da, den Krempel wieder ins Auto und weiter auf der Autobahn nach Osten. Mein Ziel war, den Aichelberg zu erklimmen, um dahinter freie Sicht zu haben und über den Nebel zu kommen. Nach dem Aichelberg bin ich die erste Ausfahrt wieder raus, bei sehr klarem Himmel, aber einzelnen kleinen Nebelfeldern. Ich landete bei einem Dorf namens Deggingen im Kreis Göppingen. Dort erwartete mich absolut traumhaft klarer dunkler Sternenhimmel.Wahnsinn !!! Das Bild ist von meiner Digi-Knipse,aber ohne Geminide:



Die Digi-Bilder zeigen einen schönen schwarzen Himmelshintergrund,zuhause ist er bläulich.

Diesmal entschied ich mich für andere Behelfsstative: Die Nikon F70 bekam ein Holzstück untergelegt (sowas hat ein Schreiner halt im Auto), die Sony-Digi DSC-S85 und die DV-Videokamera fixierte ich jeweils im Schaft eines Wanderstiefels. Nach noch nicht mal 10 Minuten hatte ich auch zwei helle Geminiden auf Video gebannt, der zweite war der einzige, der eine Rauchspur hinerlies. Das ist der auf dem Video, die Rauchspur ist da natürlich nicht zu sehen. Der helle Stern unten, links der Mitte ist Sirius, rechts ist Orion zu erahnen.

Download Video 370 k : http://people.freenet.de/vonderHeyden/Geminid.mpg

Von 2:30 MEZ an zählte ich in einer Stunde 105 Geminiden und einen Geisterfahrer. Die Haupbeobachtungsrichtung war Orion , Löwe und Cassiopeia.Die hellsten Geminiden waren meist in Richtung Löwe und Cassiopeia zu sehen und traten sehr oft ,dem Namen Geminiden Ehre machend, innerhalb Sekundenbruchteilen im Doppel auf.
Die nächste Stunde (3:30-4:30) brachte nochmal rund 90-100 Geminiden, Zählen wurde Nebensache. Die schönsten und hellsten hatten sich ausschliesslich auf Cassiopeia eingeschossen, oft im Doppelpack.
Die maximale Belichtungszeit der Digiknipse von 8 Sekunden stellte sich als grossen Nachteil aus, ich konnte keine einzige Sternschnuppe auf den Chip bannen, es fehlten immer mindestens 2 Sekunden. Meine Hoffnung konzentriert sich nun auf die chemischen Bilder.
Trotz Zwiebelhaut wurde es bitter kalt und der warme Tee war auch schnell alle.Gegen 4:40 MEZzogen dann Wolken auf, um 4:55 MEZ war es ziemlich zugezogen, Sterne schauten aber noch durch Wolkenlücken. Etwas durchgefroren machte ich mich wieder auf den Heimweg. Zuhause angekommen fand ich dann auch das Taschenstativ in der Türablage auf der Beifahrerseite. Das zweite Mal musste ich an unseren Freund M. denken.

Mein Fazit:
Insgesamt waren die Geminiden nicht besonders hell, aber recht zahlreich zu sehen. Die spektakulären „AAH und OOOH“ Boliden fehlten .Die Fahrt hat sich aber gelohnt und mein Freund M. hat mich trotzdem nicht vergessen, indem der die Stative zuhause festhielt.

Gruss Eric


Peter Wloch

Re: Schoenes Sternenfoto

Beitrag von Peter Wloch » 15. Dez 2002, 20:03

Hallo Eric,

Ein unterhaltsam geschriebener Artikel. Kann ich gut nach vollziehen. Die grosse Geminide mit dem Rauchschweif rauschte um zwei Uhr westwaerts. Innert drei Minuten kamen da mehrere. War so auffaellig, das ich auf die Uhr geschaut habe. War eine schoene Nacht, auch zum Spechteln.
Du magst wohl die Schwaebische Alb, hab ich den Eindruck...

Gruss Peter

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