Quelle: Yahoo.de (http://de.news.yahoo.com/030407/286/3dvud.html)
cu, Sven
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Nächtliche Schicksals-Stunde für Europas Raumfahrt
Paris (AFP)
Sie soll zwei Satelliten von einigen Tonnen Gewicht ins All transportieren, doch ihre eigentliche Last wiegt viel schwerer. Wenn in der Nacht zum Mittwoch erstmals seit Monaten eine Ariane-5-Trägerrakete in den Weltraum abhebt, beginnt eine neue Schicksals-Stunde für die europäische Raumfahrt. Erst im Dezember stürzte eine verstärkte Version der Ariane 5 kurz nach dem Start vom Weltraum-Bahnhof Kourou ab. Die Ariane ist nun vor allem auf einer vertrauensbildenden ANZEIGE
Mission. Sollte auch die Basisversion der Träger-Rakete scheitern, würde Europas Raumfahrt endgültig in eine tiefe Krise abgleiten, ihre fetten Jahre wären in Bruchteilen von Sekunden Geschichte.
Auffällig zurückhaltend geht die Raketen-Betreibergesellschaft Arianespace mit Ariane-Mission 160 um. In den vergangenen Wochen wurden ein indischer und ein amerikanischer Satellit auf die Ariane montiert. Nicht nur die Techniker an der Startrampe in Französisch-Guyana fiebern dem ersten "Liftoff" einer Ariane 5 in diesem Jahr entgegen. Vor allem bei Arianespace und der europäischen Raumagentur ESA in Paris stehen bange Momente an; der Augenblick der Wahrheit dürfte zwischen 00.49 Uhr und 01.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit liegen.
Die Sorge ist umso größer, als die Ariane 5 derzeit Europas einziges Mittel im Werben um die Gunst der immer härter umkämpften Satelliten-Kundschaft ist. Ihre Vorgängerin, die Ariane 4, verrichtete ihren Dienst in 116 Missionen fast immer ohne Grund zu Beanstandungen. Insgesamt brachte sie mehr als 150 Satelliten ins All, mit dem letzten Start im Februar glückten in acht Jahren 74 Missionen in Folge. Doch die Ariane 4 wird nie mehr gebaut, ihre Fertigungsstätten sind demontiert.
Die stärkere und kostengünstigere Ariane 5 kann noch lange nicht mit einer ähnlichen Bilanz glänzen: Bei 14 Missionen verloren Ariane-5-Raketen bereits sieben von 26 Satelliten. Den schlimmsten Fehlstart gab es im vergangenen Dezember: Er traf ausgerechnet die muskelbepackte Raketen-Version ECA, die als "Zehn-Tonnen-Ariane" auf dem Trend zu immer schwereren Satelliten surfen und trotz des höheren Gewichts weiterhin Kosten senkende Doppel-Starts ermöglichen soll.
Die erste "Zehn-Tonnen-Ariane" musste mit zwei Satelliten an Bord gesprengt werden, ohne ihre Mission erfüllen zu können - ein wirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Millionenhöhe und vor allem ein kaum zu beziffernder Imageverlust. Die Produktionsvorgänge wurden in Frage gestellt, vor allem die Kühlung für den nagelneuen Volcain-II-Motor scheint versagt zu haben. Das Scheitern der "Zehn-Tonnen-Ariane" brachte den gesamten Startkalender in Kourou durcheinander. Nach dem Desaster wurden sämtliche Ariane-5-Flüge gestoppt, um das Material monatelang zu überprüfen.
Auch die bislang ehrgeizigste ESA-Mission musste nach einem Jahrzehnt Planung wenige Tage vor dem geplanten Start abgeblasen werden: der Flug der Raumsonde Rosetta, die zur Jagd auf den Kometen Wirtanen ansetzen und schließlich auf ihm landen sollte. Zuletzt schauten die Experten einen neuen Ziel-Kometen aus. Der Flug zum Kometen Tschurjamow-Gwerassimenko könnte frühestens nächstes Jahr stattfinden. Ganz offen spekulierte die ESA bereits, dabei andere Raketen als die Ariane einzusetzen - etwa die russische Proton.
Bei ihrem ersten Start nach dem monatelangen, Nerven aufreibenden Stopp soll die Ariane 5 nun zunächst den indischen Satelliten INSAT-3A ins All befördern. Der soll in 36 Kilometern Höhe über dem Golf von Bengalen schweben und von dort aus 15 Jahre lang Bilder und Wetterdaten zur Erde funken sowie Telekommunikations-Verbindungen sichern. Der zweite Passagier ist der Telekomsatellit GALAXY XII. Er soll im Auftrag der US-Firma PanAmSat Telefon- und Datenverbindungen zwischen dem Kernland der Vereinigten Staaten, Alaska und Hawaii gewährleisten. Und aus Sicht der Europäer auch der US-Konkurrenz zeigen, dass Europas Raumfahrt weiter mit im Spiel ist.
Nächtliche Schicksals-Stunde für Europas Raumfahrt
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Thomas Payer
Ob die das schaffen? ;-)
Hallo zusammen,
> Bei ihrem ersten Start nach dem monatelangen, Nerven
> aufreibenden Stopp soll die Ariane 5 nun zunächst den indischen
> Satelliten INSAT-3A ins All befördern. Der soll in 36 Kilometern
> Höhe über dem Golf von Bengalen schweben
so hoch???
da haben die sich aber viel vorgenommen...
Gruß,
Thomas
PS: Typisch Journalisten - den Fehler finde ich leider nur zu oft in der Zeitung
> Bei ihrem ersten Start nach dem monatelangen, Nerven
> aufreibenden Stopp soll die Ariane 5 nun zunächst den indischen
> Satelliten INSAT-3A ins All befördern. Der soll in 36 Kilometern
> Höhe über dem Golf von Bengalen schweben
so hoch???
Gruß,
Thomas
PS: Typisch Journalisten - den Fehler finde ich leider nur zu oft in der Zeitung
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Sven Lüke
Ooops, hatte ich noch gar nicht gesehen ;-) *o.T.*
Ooops, hatte ich noch gar nicht gesehen
*o.T.*
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