Horizontnahe SoFi - Foto Tipps von Daniel Fischer

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Ulrich Rieth

Horizontnahe SoFi - Foto Tipps von Daniel Fischer

Beitrag von Ulrich Rieth » 27. Mai 2003, 13:25

Hallo!

Gestern habe ich von einem *freund die folgende Mail erhalten, die Daniel Fischer wohl über eine der diversen existierenden Astrolisten geschickt hat.
Viel Spaß!

Ulrich

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Von: Daniel Fischer
Gesendet: Samstag, 24. Mai 2003 19:13
Betreff: Meine letzten Worte vor der SoFi ...

... (weil die Reise auf die Shetlands in ein paar Stunden beginnt) zum Thema:
Wie fotografiere ich eine Sonnenfinsternis dicht ueber dem Horizont? (Wobei
es egal ist, ob sie partiell oder ringfoermig ist.)

Dafuer gibt es eigentlich nur eine Regel: auf alles vorbereitet sein. Die
Transparenz kann von extrem nebuloes bis fast extinktionsfrei reichen, so dass
man mal ganz ohne Filter arbeiten muss, dann wieder eine oder zwei Lagen
Rettungsfolie braucht oder gar einen richtig dichten Filter. Also umgebe man
sich mit viel Rettungsfolie (idealerweise auf Pappraehmchen aufgespannt, die
man schnell aufsetzen und entfernen kann, und von denen auch zwei
uebereinander passen, wenn's noetig wird) und harre der Dinge, die da kommen.

FOTOGRAFEN sollten sich vom Belichtungsmesser leiten lassen und dann mehrere
Blendenstufen unterbelichten, damit die Sonnensichel oder der Sonnenring auf
den Bildern vor halbwegs dunklem Himmel steht (dass man das will, weiss der
Belichtungsmesser natuerlich nicht). Andererseits sollte man (das gilt aber
nur fuer die Gluecklichen in der Annularitaetszone) rund um den 2. und 3.
Kontakt aber auch mal deutlich laenger belichten als bei normalen Sonnenfotos,
um die feinen Bailey's Beads am Sonnenrand mitzubekommen: Der ist ja, wegen
der Randverdunklung der Sonne, deutlich flaechenlichtschwaecher als die
Mitte der Sonnenscheibe.

VIDEO- UND DIGITALFOTOGRAFEN koennen sich diesbezueglich natuerlich stets am
Display orientieren, aber gerade bei Videokameras muss man der Belichtungs-
automatik oft erheblichen Widerstand entgegensetzen, damit die Sonne nicht
voellig ausbrennt. Daher: VOR der Finsternis lernen, wie man den Shutter
manuell auf kurze Zeiten ein- und/oder die Blendenautomatik ausschaltet!
Das koennen heute praktisch alle Kameras, nur sind die Funktionen leider
manchmal hinter mehreren Lagen Menues versteckt.

Und das kann am Ende herauskommen:

http://www.astro.uni-bonn.de/~dfischer/skyreports/cal92 - SoFi bei Sonnenuntergang
und ziemlich klarem Himmel; diese Aufnahmen entstanden alle ganz ohne Filter,
mit kurzen Belichtungszeiten. Die ganze Zeit war die Sonne uebrigens so hell,
dass man nicht direkt reinschauen konnte. Die Optik war ein 70-DM-Tele vom ATT,
doch http://www.space.com/spacewatch/annular ... 30523.html sowie Sky & Tel.
und eine schottische Sonntagszeitung sind voll drauf abgefahren ...

http://www.astro.uni-bonn.de/~dfischer/ ... ts/mex2002 - SoFi bei Sonnenuntergang
und extrem schlechtem Wetter (inklusive Tropensturm). Trotzdem waren die Segmentchen
des Sonnenrings, die schliesslich zwischen den Wolken auftauchten, gleissend hell
(was der Videokamera auf schwankenden Planken beizubringen nur mit knapper Not
gelang). Mit ruhiger Hand konnte man das irre Schauspiel sogar fotografieren, wie
in http://www.williams.edu/astronomy/eclip ... nn02_3.jpg zu sehen (Jay P.).

http://www.astro.uni-bonn.de/~dfischer/aus99/first.html - das exakte Gegenteil, eine
ringfoermige SoFi hoch am dunkelblauen Himmel. Da war es kein Problem, auch mit
der o.g. 70-DM-Optik die Chromosphaere und sogar etwas Korona auf den Film zu
bannen. Derartige Ergebnisse von tiefstehenden RiSoFis sind mir auch aus der
Literatur nicht bekannt, aber wer weiss ...

Und nun ... viel Erfolg am 31.!

Daniel Fischer

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