Dichtung und Wahrheit :)
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Peter Wloch
Dichtung und Wahrheit :)
Hallo Freunde,
ich moechte mal was zur Diskussion stellen.
Auf dem ITV war ja eine wunderschoene Polarlichtshow.
Ich habe sie mit eigenen Aufgen genossen.
E waren weiss transparente Strahler und und Vorhaenge.
Ab und zu war auch ein dunkelrotes Glimmen zu sehen.
Auch Blau war zart zu sehen.
Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
So war es jedoch NICHT.
Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
klar. Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
Verzerrung der Realitaet. In der Regel wohl ueberbelichtet.
Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
Nun, was meint ihr denn so?
Peter
ich moechte mal was zur Diskussion stellen.
Auf dem ITV war ja eine wunderschoene Polarlichtshow.
Ich habe sie mit eigenen Aufgen genossen.
E waren weiss transparente Strahler und und Vorhaenge.
Ab und zu war auch ein dunkelrotes Glimmen zu sehen.
Auch Blau war zart zu sehen.
Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
So war es jedoch NICHT.
Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
klar. Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
Verzerrung der Realitaet. In der Regel wohl ueberbelichtet.
Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
Nun, was meint ihr denn so?
Peter
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Thomas Payer
ohne Bonbonfarben ;-) *PIC*
Hallo zusammen,
meine Bilder vom 29. habe ich jetzt auch mal ins Netz gestellt - allerdings nicht so grell und bonbonfarben - liegt wahrscheinlich auch an der kräftigen Portion Stadtlicht, das gut 2km von der Essener Innenstadt in ausreichenden Mengen vorhanden ist...
Alle Bilder 15s belichtet mit Nikon Coolpix 885
Gruß,
Thomas
meine Bilder vom 29. habe ich jetzt auch mal ins Netz gestellt - allerdings nicht so grell und bonbonfarben - liegt wahrscheinlich auch an der kräftigen Portion Stadtlicht, das gut 2km von der Essener Innenstadt in ausreichenden Mengen vorhanden ist...
Alle Bilder 15s belichtet mit Nikon Coolpix 885
Gruß,
Thomas
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Fenn Christian
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Hallo Peter,
Du sprichst ein interessantes Thema an, wenn Du nach dem fragst, was real ist. Aus dem Blickwinkel konstruktivister Philosophie (Kant, Heisenberg, neuerdings Watzlawick) gibt es das Reale an sich nicht. Denn was wir als Real empfinden ist das, was das Auge an Interpretation an unser Hirn richtet. Der selbe Vorgang läuft für die Kamera ab. Für sie ist real, was sie an Licht in Informationen umsetzen kann. Was für eine Realität suchst Du?
Im Prinzip ist keines von beiden wirklich real. Was Du Dir wünscht ist eine Kamera, welche die Wirklichkeit so interpretiert, wie es auch das Auge tun würde. Du suchst womöglich nach der selben (nicht echten) Wirklichkeit.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet müßte alles erlaubt sein. Auch Bilder von Bonbon-Kameras. Es ist einzig und alleine die Frage, wie wir uns ein Bild wünschen.
Und dann müßte ich sagen: Ja, ich wünsche es mir so wie Du, ein Bild muß so abgebildet werden, wie es auch mein Auge täte - wohl wissend, dass es auch nicht real ist.
Und schon wirft sich die nächste Frage auf: Ist neben der farbverfremdenden Aufnahme eine Langzeitbelichtung erlaubt, oder nicht? Sprich: ist es erlaubt ein Foto zu machen, welches das abbildet, was unser Auge sehen würde, wenn es mit den selben Farbabtastmöglichkeiten in der Lage wäre empfindlicher zu sehen?
Du sprichst ein interessantes Thema an, wenn Du nach dem fragst, was real ist. Aus dem Blickwinkel konstruktivister Philosophie (Kant, Heisenberg, neuerdings Watzlawick) gibt es das Reale an sich nicht. Denn was wir als Real empfinden ist das, was das Auge an Interpretation an unser Hirn richtet. Der selbe Vorgang läuft für die Kamera ab. Für sie ist real, was sie an Licht in Informationen umsetzen kann. Was für eine Realität suchst Du?
Im Prinzip ist keines von beiden wirklich real. Was Du Dir wünscht ist eine Kamera, welche die Wirklichkeit so interpretiert, wie es auch das Auge tun würde. Du suchst womöglich nach der selben (nicht echten) Wirklichkeit.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet müßte alles erlaubt sein. Auch Bilder von Bonbon-Kameras. Es ist einzig und alleine die Frage, wie wir uns ein Bild wünschen.
Und dann müßte ich sagen: Ja, ich wünsche es mir so wie Du, ein Bild muß so abgebildet werden, wie es auch mein Auge täte - wohl wissend, dass es auch nicht real ist.
Und schon wirft sich die nächste Frage auf: Ist neben der farbverfremdenden Aufnahme eine Langzeitbelichtung erlaubt, oder nicht? Sprich: ist es erlaubt ein Foto zu machen, welches das abbildet, was unser Auge sehen würde, wenn es mit den selben Farbabtastmöglichkeiten in der Lage wäre empfindlicher zu sehen?
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jan lameer
Re: Dichtung und Wahrheit :) *PIC*
Hallo Peter
It is an eternal question that I raise myself also sometimes, not in the least because I often get that question at expositions of my work.
I think the camera and film combination is an instrument to see more.
Like: is the view of the moon better without a telescope? Or is the whitish view of the Orion nebula better than a long exposed color photograph? Or: is the view of the Andromeda nebula better without binoculars than with binoculars?
I usually say that the the photograph shows more colors than the eye because the human eye is mainly color blind at night. But I always add that the visual view was more spectacular than the photograph. My heart beated three times faster seeing it live than viewing the picture of it. Also the photograph doesn't include smells of the forest or swamp, the sound of the frogs or the companionship of a good friend or lover that you share the experience of seeing aurora with.
My faintest aurora I recorded in 28 August 2001; to the eye it was only weakish white but I knew there where colors in it also. I stayed on the same very dark spot in the woods for five hours and still didn't see colors. The pics came out are very nice but for me they have an extra quality. Two days before that night I realised that my father was very ill and was going to die soon (he did, half a year later). That night, alone in the forest with far away aurora I came at ease with the thought of losing him soon. So, to me the pictures have an added emotional value.
I think the colors are only part of the sensory experience that a natural phenomenon gives to you.
Jan Lameer
It is an eternal question that I raise myself also sometimes, not in the least because I often get that question at expositions of my work.
I think the camera and film combination is an instrument to see more.
Like: is the view of the moon better without a telescope? Or is the whitish view of the Orion nebula better than a long exposed color photograph? Or: is the view of the Andromeda nebula better without binoculars than with binoculars?
I usually say that the the photograph shows more colors than the eye because the human eye is mainly color blind at night. But I always add that the visual view was more spectacular than the photograph. My heart beated three times faster seeing it live than viewing the picture of it. Also the photograph doesn't include smells of the forest or swamp, the sound of the frogs or the companionship of a good friend or lover that you share the experience of seeing aurora with.
My faintest aurora I recorded in 28 August 2001; to the eye it was only weakish white but I knew there where colors in it also. I stayed on the same very dark spot in the woods for five hours and still didn't see colors. The pics came out are very nice but for me they have an extra quality. Two days before that night I realised that my father was very ill and was going to die soon (he did, half a year later). That night, alone in the forest with far away aurora I came at ease with the thought of losing him soon. So, to me the pictures have an added emotional value.
I think the colors are only part of the sensory experience that a natural phenomenon gives to you.
Jan Lameer
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Bernhard Dorner
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Hallo Peter!
Interessantes Thema, das du da ansprichst.
Vielleicht zuerst etwas grundsätzliches: imho ist es normalerweise bei Motiven mit Übergang von Hell-Dunkel zu Farbsehen nicht möglich, das vom Menschen empfundene Bild auch fotografisch abzubilden. Das liegt einfach daran, dass das Auge neben den Farbrezeptoren auch Hell-Dunkel-Sensoren besitzt (die empfindlicher sind; nachts sind alle Katzen grau!) und ein Film üblicherweise drei verschiedene Schichten zur Farbabbildung. PL ist ja normalerweise immer farbig (besteht ja aus verschiedenen Wellenlängen, weißes PL gibt's denk ich mal selten, da es ja eine Kombination aus mehreren Farben ist). Somit ist der Film eben entweder belichtet (in der Farbe) oder nicht. Ein Grau tritt hier nicht auf, wohingegen das Auge zuerst nicht empfindlich genug zum Farbsehen ist und nur Grauwerte liefert. (Ich merk gerade, dass ich nur von Film schreibe, nicht CCDs. Macht aber wohl keinen Unterschied, hoffe ich mal. Soll ja schließlich ähnliche Bilder liefern.)
Ich hab das PL auch genossen und nur selten Farbe ausmachen können. Aber (da ich auch Astrofotografie mache, wo eigentlich ähnliche Probleme auftreten, nur dass üblicherweise eine visuelltreue Abbildung gar nicht gewünscht ist) sehe ich das durchaus auch als Herausforderung, mit den von der Natur und der Umgebung zur Verfügung gestellten Motiven ein ansprechendes Bild zustandezubringen.
Dass dabei dem unwissenden Beobachter ein falscher Eindruck entsteht lässt sich nicht vermeiden. Deswegen würde ich die PL-Fotografie (in unseren Breiten) eher der Astrofotografie zurechnen und weniger der normalen. Zumindest was ich darunter verstehe. Graues PL schaut eben ein wenig dröge aus. Dagegen war ja Katja schon desöfteren stolz, das PL realitätsnah eingefangen zu habe, und das ist dann auch wunderbar grün.
Ich vermute mal bei den Sofi-Bildern ist es ähnlich. Denn es war wohl kaum so dunkel in der Umgebung wie manche Bilder es vermuten lassen - die sind einfach nur kurz belichtet, um die Sonne nicht ausbrennen zu lassen. Selbst bei 80% Bedeckung findet der Sonnenaufgang nicht in finsterer Nacht statt.
Realistische Bilder gibts wohl nur mit einer Aufnahmetechnik, die das menschliche Sehen gut imitieren kann, und das machen üblicherweise CCD-Kameras und Filme nicht. Bei Tageslicht fällt es nur nicht auf.
Grüße
Bernhard
Interessantes Thema, das du da ansprichst.
Vielleicht zuerst etwas grundsätzliches: imho ist es normalerweise bei Motiven mit Übergang von Hell-Dunkel zu Farbsehen nicht möglich, das vom Menschen empfundene Bild auch fotografisch abzubilden. Das liegt einfach daran, dass das Auge neben den Farbrezeptoren auch Hell-Dunkel-Sensoren besitzt (die empfindlicher sind; nachts sind alle Katzen grau!) und ein Film üblicherweise drei verschiedene Schichten zur Farbabbildung. PL ist ja normalerweise immer farbig (besteht ja aus verschiedenen Wellenlängen, weißes PL gibt's denk ich mal selten, da es ja eine Kombination aus mehreren Farben ist). Somit ist der Film eben entweder belichtet (in der Farbe) oder nicht. Ein Grau tritt hier nicht auf, wohingegen das Auge zuerst nicht empfindlich genug zum Farbsehen ist und nur Grauwerte liefert. (Ich merk gerade, dass ich nur von Film schreibe, nicht CCDs. Macht aber wohl keinen Unterschied, hoffe ich mal. Soll ja schließlich ähnliche Bilder liefern.)
Ich hab das PL auch genossen und nur selten Farbe ausmachen können. Aber (da ich auch Astrofotografie mache, wo eigentlich ähnliche Probleme auftreten, nur dass üblicherweise eine visuelltreue Abbildung gar nicht gewünscht ist) sehe ich das durchaus auch als Herausforderung, mit den von der Natur und der Umgebung zur Verfügung gestellten Motiven ein ansprechendes Bild zustandezubringen.
Dass dabei dem unwissenden Beobachter ein falscher Eindruck entsteht lässt sich nicht vermeiden. Deswegen würde ich die PL-Fotografie (in unseren Breiten) eher der Astrofotografie zurechnen und weniger der normalen. Zumindest was ich darunter verstehe. Graues PL schaut eben ein wenig dröge aus. Dagegen war ja Katja schon desöfteren stolz, das PL realitätsnah eingefangen zu habe, und das ist dann auch wunderbar grün.
Ich vermute mal bei den Sofi-Bildern ist es ähnlich. Denn es war wohl kaum so dunkel in der Umgebung wie manche Bilder es vermuten lassen - die sind einfach nur kurz belichtet, um die Sonne nicht ausbrennen zu lassen. Selbst bei 80% Bedeckung findet der Sonnenaufgang nicht in finsterer Nacht statt.
Realistische Bilder gibts wohl nur mit einer Aufnahmetechnik, die das menschliche Sehen gut imitieren kann, und das machen üblicherweise CCD-Kameras und Filme nicht. Bei Tageslicht fällt es nur nicht auf.
Grüße
Bernhard
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Peter Wloch
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Sehr interessante Meinungen.
Dazu uebrigens ein passender Witz.
Fragt ein Verkaeufer den anderen:
Und Du hast tatsaechlich diesen haesslichen gruenroten Anzug verkauft?
Sagt der andere: Ja, no problemo, nur sein Blindenhund hat gefaehrlich geknurrt!
)))
Hier aber habe ich einen Link, uebrigens direkt vom Suedpol,
wo die Aurora so abgelichtet ist, wie ich es auf dem ITV gesehen habe.
Das vierte Bild ist nah dran, das neunte Bild zeigt die weissen transparenten Vorhaenge, allerdings mit der Verzerrung des Fisheyes.
http://amanda.physics.wisc.edu/rschwarz/aurora4.html
Happy seeings
Peter
Dazu uebrigens ein passender Witz.
Fragt ein Verkaeufer den anderen:
Und Du hast tatsaechlich diesen haesslichen gruenroten Anzug verkauft?
Sagt der andere: Ja, no problemo, nur sein Blindenhund hat gefaehrlich geknurrt!
Hier aber habe ich einen Link, uebrigens direkt vom Suedpol,
wo die Aurora so abgelichtet ist, wie ich es auf dem ITV gesehen habe.
Das vierte Bild ist nah dran, das neunte Bild zeigt die weissen transparenten Vorhaenge, allerdings mit der Verzerrung des Fisheyes.
http://amanda.physics.wisc.edu/rschwarz/aurora4.html
Happy seeings
Peter
-
Marjorie
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Hallo Peter,
Du hast recht! Viele Bilder sind in mein Augen zu farbig, kitscherich ( o jee
) und deshalb liebe ich die Pics von Tom Eklund so sehr....
Ps, mein Mail zu dir wirkt nicht so gut.......Liebe Gruesse!!
> Hallo Freunde,
> ich moechte mal was zur Diskussion stellen.
> Auf dem ITV war ja eine wunderschoene Polarlichtshow.
> Ich habe sie mit eigenen Aufgen genossen.
> E waren weiss transparente Strahler und und Vorhaenge.
> Ab und zu war auch ein dunkelrotes Glimmen zu sehen.
> Auch Blau war zart zu sehen.
> Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
> am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
> So war es jedoch NICHT.
> Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
> wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
> Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
> klar. Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
> Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
> Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
> Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
> Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
> Verzerrung der Realitaet. In der Regel wohl ueberbelichtet.
> Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
> ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
> Nun, was meint ihr denn so?
> Peter
Du hast recht! Viele Bilder sind in mein Augen zu farbig, kitscherich ( o jee
Ps, mein Mail zu dir wirkt nicht so gut.......Liebe Gruesse!!
> Hallo Freunde,
> ich moechte mal was zur Diskussion stellen.
> Auf dem ITV war ja eine wunderschoene Polarlichtshow.
> Ich habe sie mit eigenen Aufgen genossen.
> E waren weiss transparente Strahler und und Vorhaenge.
> Ab und zu war auch ein dunkelrotes Glimmen zu sehen.
> Auch Blau war zart zu sehen.
> Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
> am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
> So war es jedoch NICHT.
> Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
> wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
> Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
> klar. Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
> Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
> Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
> Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
> Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
> Verzerrung der Realitaet. In der Regel wohl ueberbelichtet.
> Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
> ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
> Nun, was meint ihr denn so?
> Peter
-
Heiko
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Hallo Peter,
schwierige aber interessante Frage die Du da aufgeworfen hast.
Es ist wie immer im Leben, die Meinungen gehen dabei auseinander.
Ich persoenlich, finde einen Mix aus "menschlichem Sehen" und dem "Sehen einer Kamera" am schoensten.
Allerdings muss ich da noch eine Ergaenzung einwerfen. PL in unseren und in hoeheren Breiten ist fuer das menschliche Auge sehr unterschiedlich zu betrachten ! Waehrend im hohen Norden das PL meisst so auf den Film gebannt wird, wie es der Betrachter gesehen bzw. erlebt hat (mal von einzelnen schwachen Rottoenen abgesehen) trifft dies in unseren Breiten nicht so zu. Da ueberwiegen doch die diffusen roten Farben. Bei dem PL vom 06.11.01 war ich auch absolut ueberrascht, dass der komplette Film "rot" war. Da wurde nicht getrickst oder ein alter Diafilm verwendet, es war das einfallende PL welches sehr stark war. (und das bei 15 - 20 sec Belichtung) Aber soll ich deswegen alle Dias in den Muell werfen, nur weil ich ca. 30 % der effektiv gesehen hatte ?
Die Natur hat uns mit "genialen" Werkzeugen, unseren Augen ausgestattet, somit sollten wir diese immer gut schuetzen und uns ueber "Ergaenzungswerkzeuge" freuen, welche uns noch andere Farbtoene sichtbar machen lassen als das, was wir im Moment sehen koennen.
Schoenes Pfingswochenende
Gruss Heiko
schwierige aber interessante Frage die Du da aufgeworfen hast.
Es ist wie immer im Leben, die Meinungen gehen dabei auseinander.
Ich persoenlich, finde einen Mix aus "menschlichem Sehen" und dem "Sehen einer Kamera" am schoensten.
Allerdings muss ich da noch eine Ergaenzung einwerfen. PL in unseren und in hoeheren Breiten ist fuer das menschliche Auge sehr unterschiedlich zu betrachten ! Waehrend im hohen Norden das PL meisst so auf den Film gebannt wird, wie es der Betrachter gesehen bzw. erlebt hat (mal von einzelnen schwachen Rottoenen abgesehen) trifft dies in unseren Breiten nicht so zu. Da ueberwiegen doch die diffusen roten Farben. Bei dem PL vom 06.11.01 war ich auch absolut ueberrascht, dass der komplette Film "rot" war. Da wurde nicht getrickst oder ein alter Diafilm verwendet, es war das einfallende PL welches sehr stark war. (und das bei 15 - 20 sec Belichtung) Aber soll ich deswegen alle Dias in den Muell werfen, nur weil ich ca. 30 % der effektiv gesehen hatte ?
Die Natur hat uns mit "genialen" Werkzeugen, unseren Augen ausgestattet, somit sollten wir diese immer gut schuetzen und uns ueber "Ergaenzungswerkzeuge" freuen, welche uns noch andere Farbtoene sichtbar machen lassen als das, was wir im Moment sehen koennen.
Schoenes Pfingswochenende
Gruss Heiko
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wolfgang hamburg
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Moin Peter,
das wird jetzt aber philosophisch!
> Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
> am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
> So war es jedoch NICHT.
Das gilt für Dich, für mich und andere menschliche Beobachter mit unseren, na ja, mehr oder weniger nicht für Polarlicht geeigneten/gemachten Augen.
> Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
> wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
Für mich sind "Bonbonkameras" eine Art Sehverstärker, dessen Ergebnis bewertet werden muß. Dies gilt auch für chemische Aufnahmen, die ebenfalls oft schreiend bunt sind. Man kann diese Ergebnisse aber auch als ein anderes Fenster in die Welt ansehen, also auch nur eine, wenn auch andere, Abbildung der Realität.
> Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
> klar.
Nicht nur, auch die Fähigkeiten unseres Auges sind leider, sobald grünes Licht im Spiel ist, für PL suboptimal. Durch grünes Licht wird die Fähigkeit rotes wahrzunehemen stark beeinträchtigt. Und in dieser Nacht war hier jedenfalls immer Grün im Spiel. Im Norden war auch die immer vorhandene Dämmerung(minimaler Sonnenstand hier -14.3°) ein Handicap fürs Auge, nicht aber für Kameras.
> Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
> Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
Ähm, was Du und ich sehen, ist ein mehr oder weniger unvollkommenes Abbild der realen Welt, das merkt man spätestens, wenn man versucht durch eine gut geputzte große dicke Glascheibe zu laufen. Autsch!
> Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
> Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
Das ist wahrlich eine hohe Kunst, fast unmöglich IMHO, wenn es für alle Augen dieser Welt gelten soll und/oder falls auch noch ein Farbsystemwechsel(Stichwort: additive bzw. subtraktive Farbmischung) stattfindet.
> Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
> Verzerrung der Realitaet.
Im Vergleich zu Deinem subjektiven Abbild der Realität! Ein anderer Beobachter mag das anders sehen/bewerten.
> In der Regel wohl ueberbelichtet.
> Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
> ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
Jedes Abbild ist eine Art Lüge, solange mit den Bildern keine unlauteren Absichten verbunden sind, sollte man sie als vielleicht mißglückte Abbildungsversuche tolerieren. Gerade bei Polarlichtern hat man hier ja wenig Kalibrierungsmöglichkeiten, man ist erstmal froh es zu erwischen.
only 2 Euroninchen
wolfgang
das wird jetzt aber philosophisch!
> Beim Blick in die Displays verschiedener Digikameras
> am Platze waren jedoch die buntesten Farben zu sehen.
> So war es jedoch NICHT.
Das gilt für Dich, für mich und andere menschliche Beobachter mit unseren, na ja, mehr oder weniger nicht für Polarlicht geeigneten/gemachten Augen.
> Was ist eigentlich noch wichtig? Der tatsaechliche,
> wirkliche Eindruck oder der von Bonbonkameras?
Für mich sind "Bonbonkameras" eine Art Sehverstärker, dessen Ergebnis bewertet werden muß. Dies gilt auch für chemische Aufnahmen, die ebenfalls oft schreiend bunt sind. Man kann diese Ergebnisse aber auch als ein anderes Fenster in die Welt ansehen, also auch nur eine, wenn auch andere, Abbildung der Realität.
> Das die Digi sensibler als das Auge auf Rottoene ist, ist
> klar.
Nicht nur, auch die Fähigkeiten unseres Auges sind leider, sobald grünes Licht im Spiel ist, für PL suboptimal. Durch grünes Licht wird die Fähigkeit rotes wahrzunehemen stark beeinträchtigt. Und in dieser Nacht war hier jedenfalls immer Grün im Spiel. Im Norden war auch die immer vorhandene Dämmerung(minimaler Sonnenstand hier -14.3°) ein Handicap fürs Auge, nicht aber für Kameras.
> Aber damit zeigt sie doch das Bild nicht real!
> Real ist, was unsere Augen sehen, meine ich.
Ähm, was Du und ich sehen, ist ein mehr oder weniger unvollkommenes Abbild der realen Welt, das merkt man spätestens, wenn man versucht durch eine gut geputzte große dicke Glascheibe zu laufen. Autsch!
> Vielleicht ist es einfach auch eine hohe Kunst,
> Fotos so machen zu koennen, wie es dem Auge sichtbar war.
Das ist wahrlich eine hohe Kunst, fast unmöglich IMHO, wenn es für alle Augen dieser Welt gelten soll und/oder falls auch noch ein Farbsystemwechsel(Stichwort: additive bzw. subtraktive Farbmischung) stattfindet.
> Die bunten Bonbonbilder sind jedenfalls eine ziemliche
> Verzerrung der Realitaet.
Im Vergleich zu Deinem subjektiven Abbild der Realität! Ein anderer Beobachter mag das anders sehen/bewerten.
> In der Regel wohl ueberbelichtet.
> Der ahnungslose Betrachter diese Bilder bekommt jedenfalls
> ganz schoen verlogene Bilder vorgegaukelt.
Jedes Abbild ist eine Art Lüge, solange mit den Bildern keine unlauteren Absichten verbunden sind, sollte man sie als vielleicht mißglückte Abbildungsversuche tolerieren. Gerade bei Polarlichtern hat man hier ja wenig Kalibrierungsmöglichkeiten, man ist erstmal froh es zu erwischen.
only 2 Euroninchen
wolfgang
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Ralf Thiele
Re: ohne Bonbonfarben ;-)
Moin Thomas,
meine Bilder, die ich etwas außerhalb von den Stadtlichtern Hamburgs auf Film gemacht habe, sehen sehr ähnlich aus.
Mir gefallen die Bonsche(=hamburgisch für Bonbon)-aufnahmen auch nicht. Akzeptieren würde ich eine Anhebung der Helligkeit und evtl. des Kontrastes einer Aufnahme um schwächere Teile herauszubearbeiten. Mir persönlich gefällt es aber nicht, wenn man die Farbsättigung zu stark aufdreht.
Das gilt übrigens auch für die Deep Sky Fotografie. Das sollte man´s nicht zu bunt treiben, finde ich.
Liebe Grüße,
Ralf
meine Bilder, die ich etwas außerhalb von den Stadtlichtern Hamburgs auf Film gemacht habe, sehen sehr ähnlich aus.
Mir gefallen die Bonsche(=hamburgisch für Bonbon)-aufnahmen auch nicht. Akzeptieren würde ich eine Anhebung der Helligkeit und evtl. des Kontrastes einer Aufnahme um schwächere Teile herauszubearbeiten. Mir persönlich gefällt es aber nicht, wenn man die Farbsättigung zu stark aufdreht.
Das gilt übrigens auch für die Deep Sky Fotografie. Das sollte man´s nicht zu bunt treiben, finde ich.
Liebe Grüße,
Ralf
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Andre Wulff
Man muss differenzieren
Es ist natürlich auch folgendes Problem zu beachten: Was wir vom Polarlicht sehen ist eine "Kurzzeitbelichtung". Die fotografischen Aufnahmen sind eine Lichtaddition und zeigen Farben, die wohl vorhanden sind, aber bei der kurzen "Belichtungszeit" des Auges nicht bemerkt werden. Diese Diskussion führen wir ja auch oft in der Astrofotografie ("Sind die Farben echt?").
Andererseits erinnere ich mich an das Polarlicht vom 20.10.1989, wo für das bloße Auge auch diese Bonbonfarben auftraten. Und das in einer Intensität, wie ich sie noch nie wieder bei einem Polarlicht in unseren Breiten gesehen habe.
Grundsätzlich mache ich es bei meinen Aufnahmen so, daß ich die Farbsättigung und den Kontrast nicht künstlich hochdrehe. Man sieht es den Bildern andernfalls auch sofort an.
Ich finde, daß alle hier im Forum gezeigten oder verlinkten Bilder einen hohen Qualitätsstandard haben und das beeindruckende Naturschauspiel des Polarlichtes beeindruckend wiedergeben.
Wir hier haben das große Glück, dass wir die Polarlichter bewusst wahrnehmen. Mein Sohn war auf jeden Fall sehr beeindruckt, auch wenn es nicht sein erstes Polarlicht war. Damit haben wir der heutigen Glitzerwelt einiges voraus.
Aber wir sind ja auch eine exotische Minderheit
Gruß Andre
Andererseits erinnere ich mich an das Polarlicht vom 20.10.1989, wo für das bloße Auge auch diese Bonbonfarben auftraten. Und das in einer Intensität, wie ich sie noch nie wieder bei einem Polarlicht in unseren Breiten gesehen habe.
Grundsätzlich mache ich es bei meinen Aufnahmen so, daß ich die Farbsättigung und den Kontrast nicht künstlich hochdrehe. Man sieht es den Bildern andernfalls auch sofort an.
Ich finde, daß alle hier im Forum gezeigten oder verlinkten Bilder einen hohen Qualitätsstandard haben und das beeindruckende Naturschauspiel des Polarlichtes beeindruckend wiedergeben.
Wir hier haben das große Glück, dass wir die Polarlichter bewusst wahrnehmen. Mein Sohn war auf jeden Fall sehr beeindruckt, auch wenn es nicht sein erstes Polarlicht war. Damit haben wir der heutigen Glitzerwelt einiges voraus.
Aber wir sind ja auch eine exotische Minderheit
Gruß Andre
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Tom Eklund
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Hi,
What was seen vs. what is in the picture, i guess this is one of the eternal debates in aurora photography.
Here's my short opinion about the eye vs. film and duplicating the seen scene on film...
As it is said before, film's ability to capture colors at night is probably far better than the eye's ability to do the same. Yet, in aurora images film is also exposed far longer time than "the light sensors" in our eyes. How long does the eye "expose" it's images??? i do not know, but the occasions when one could use similar exposure time in aurora photography are more than very very marginal!!!
Then, auroras are different and the aurora's place in the sky matters.
Also ambient lighting conditions matter and humidity of the air matters. Film emulsions matter and who knows how many others too.
Some auroras clearly have more colors than some others. Usually photographs show more colors and than what was remembered afterward, but sometimes it may be another way around. Often even very bright shapes and colors may last just a fraction of the second and you see that, while the film doesn't capture it! With long lasting diffuse glows it's another way around! You might not notice much, but camera does! Which one is right? I would say that the realities for the camera and for the eye and our memories are two different and separate things...even that they do "exist on the same ball in space".
Not all greens are the same green and the variations between films are also huge. Often a same green arc photographed from different angles and places will get a different color on the same brand films (maybe not in all films and all times) depending on the auroras place in the sky where it was photographed and some athmospheric factors! The pattern seems to be this, usually if this arc is overhead, it will turn out more or less green even when little overexposed. If the arc is near the horizon, around under 15-30 degrees in height, it will usually turn out more or less yellow in the photos no matter what and especially when overexposed! Then if the arc is high and low enough, it's upper portions will turn out green and lower yellow. While...the viewers on the other hand remember it usually been all green no matter what and no matter where it was....more or less. Maybe with some films the arc might come out green no matter the shooting place....maybe? Who is pulling whose nose here???
Then there also these apparently somewhat rare but time to time seen green arcs that turn out red in the photos. Ok, i don't think we are talking about SAR arcs, even that it sounds damn much like them. Pattern is this, sometimes during some auroral displays way southward from the "main aurora" there is this arc or maybe arcs that seem green to the eye and may be even quite bright, but photos of it turn out red...with negative and dia films... For long i thought that it was a joke, but apparently it is not....green overhead auroral arc that turns out red in the photos is not a joke. In bright moonlight on the otherhand the colors come usually much closer to the ones that were remembered compared to dark sky pics, even when the exposure times were same. These were just few examples examples, but i am sure the variations between the conditions, auroras, films and exposure times are almost endless. Anyway, sure there is no question about the fact that long exposure photos will very often bring back pics, which do have colors that are not pleasing to us and that maybe not all of those colors were captured directly from the aurora. Instead they were result of some not wanted mix of film emulsion, exposure time and else. Still, when comparing pictures to the real thing....what is our benchmark...aurora itself or our memories?
Since one should NEVER forget that our brains matter too. Huge amount of "data" goes through the lenses of our eyes everyday. How much and in how great detail we remember all that??? Also, i am sure many of you have waited example auroras under dark or not so dark skies and seen example of this one particular thing. When you are trying see some faint shapes or patters in some particular area of the sky and when you turn your head 90 degrees (like changing for horizontal to vertical image), you often see more patterns or shapes and also the concentration and contrast of colors may change...What is seen is not a "neutral" image, it's more or less a result of "exposure compensation and else" of our brains. Then what is remembered of all those individual images during some particular moments, is compeltely another story...
Then we should remember the "concentration factor" also...When you look at the final photograph, you have all the time in the world to look all the different portions of the photo and often a huge portion of the sky is scaled down to very little piece of paper or film. When looking at the picture one probably isn't so excited anymore. In the actual aurora viewing situation you do not have all the time in the world to investigate all the portions of the view, you often have to actually turn your head to see things that later will be fit in to a small piece of paper and you might be also very excited....Many things may escape the attention here. When a continuously changing shape fills 30X80 degrees of the sky, it may be too big to see as an whole in haste, excitement and quick look...
What is captured one film could at least in theory be duplicated and measured in great details, IF we could get a similar aurora later on....Also film has no memory, we have....and sometimes...those memories just may ruin our perfectly neutral and objective viewing experience even without that we know it at all.
Then last but not least, what is the picture making policy of the photographer? Some go for as short exposures as possible to not to burn the aurora and some go for little longer exposures to get some scenery in to the photos too. What is right, to expose the brightest 10% of the aurora "right" and underexpose the remaining 90% of the picture
OR
not to underexpose the 90% of the scenery and aurora and burn 10% of the aurora....
Sure one great snake in the sky may be worth correct exposure, but especially on middle latitudes there is more than that. The sky is usually full of diffuse aurora mess...it's not a clear sky. only under bright moonlight it may seem clear, but that's about the only occasions when that afwul diffuse aurora mess in not visible. Then many would like to have somekind of horizon too and you won't maybe get that at all if the pic is exposed only concerning to the brightest part. So, is the purpose of the picture show only aurora and nothing more? Is it more real if you have 10% correct and 90% faded to oblivion? Details are nice and not burned out aurora is very nice, but....at what cost?
Personally i have been in a tug of war with myself about these options, but often at the end i prefer to take pics which at least try to show some horizon and scenery too. This sure poses an danger to get not seen colors and way too bright reds, but i consider it better option than to get back photos of aurora in otherwise all black frame. Unfortunately sometimes (quite often) the aurora fools me, especially moderately bright diffuse ones seem fainter than they actually are...and then the horrible widespread yellow monster shows it's face on the photos..
So, in the end...in my opinion nothing can escape it's own realities and that the aurora itself was the original and all our photos and memories are just copies of the real thing...and that we should be happy that we got at least those!!!
Finally for those who want to get pictures that look as much "real" as possible...Well, there is about only one thing you can do to get those "real looking" images and that is to travel to high latitude! Nothing short of that will do you any good, at least if you do not have bright moon on the sky. Only in the land where the aurora is sure of it's shape and where the aurora overhead hides the "unreal" other colors from the camera, you can have somekind of certainty to get "pure" colors!
Best regards and apologies for too long and messy posting. Well, doesn't have to post next one any time soon.
Tom E.
What was seen vs. what is in the picture, i guess this is one of the eternal debates in aurora photography.
Here's my short opinion about the eye vs. film and duplicating the seen scene on film...
As it is said before, film's ability to capture colors at night is probably far better than the eye's ability to do the same. Yet, in aurora images film is also exposed far longer time than "the light sensors" in our eyes. How long does the eye "expose" it's images??? i do not know, but the occasions when one could use similar exposure time in aurora photography are more than very very marginal!!!
Then, auroras are different and the aurora's place in the sky matters.
Also ambient lighting conditions matter and humidity of the air matters. Film emulsions matter and who knows how many others too.
Some auroras clearly have more colors than some others. Usually photographs show more colors and than what was remembered afterward, but sometimes it may be another way around. Often even very bright shapes and colors may last just a fraction of the second and you see that, while the film doesn't capture it! With long lasting diffuse glows it's another way around! You might not notice much, but camera does! Which one is right? I would say that the realities for the camera and for the eye and our memories are two different and separate things...even that they do "exist on the same ball in space".
Not all greens are the same green and the variations between films are also huge. Often a same green arc photographed from different angles and places will get a different color on the same brand films (maybe not in all films and all times) depending on the auroras place in the sky where it was photographed and some athmospheric factors! The pattern seems to be this, usually if this arc is overhead, it will turn out more or less green even when little overexposed. If the arc is near the horizon, around under 15-30 degrees in height, it will usually turn out more or less yellow in the photos no matter what and especially when overexposed! Then if the arc is high and low enough, it's upper portions will turn out green and lower yellow. While...the viewers on the other hand remember it usually been all green no matter what and no matter where it was....more or less. Maybe with some films the arc might come out green no matter the shooting place....maybe? Who is pulling whose nose here???
Then there also these apparently somewhat rare but time to time seen green arcs that turn out red in the photos. Ok, i don't think we are talking about SAR arcs, even that it sounds damn much like them. Pattern is this, sometimes during some auroral displays way southward from the "main aurora" there is this arc or maybe arcs that seem green to the eye and may be even quite bright, but photos of it turn out red...with negative and dia films... For long i thought that it was a joke, but apparently it is not....green overhead auroral arc that turns out red in the photos is not a joke. In bright moonlight on the otherhand the colors come usually much closer to the ones that were remembered compared to dark sky pics, even when the exposure times were same. These were just few examples examples, but i am sure the variations between the conditions, auroras, films and exposure times are almost endless. Anyway, sure there is no question about the fact that long exposure photos will very often bring back pics, which do have colors that are not pleasing to us and that maybe not all of those colors were captured directly from the aurora. Instead they were result of some not wanted mix of film emulsion, exposure time and else. Still, when comparing pictures to the real thing....what is our benchmark...aurora itself or our memories?
Since one should NEVER forget that our brains matter too. Huge amount of "data" goes through the lenses of our eyes everyday. How much and in how great detail we remember all that??? Also, i am sure many of you have waited example auroras under dark or not so dark skies and seen example of this one particular thing. When you are trying see some faint shapes or patters in some particular area of the sky and when you turn your head 90 degrees (like changing for horizontal to vertical image), you often see more patterns or shapes and also the concentration and contrast of colors may change...What is seen is not a "neutral" image, it's more or less a result of "exposure compensation and else" of our brains. Then what is remembered of all those individual images during some particular moments, is compeltely another story...
Then we should remember the "concentration factor" also...When you look at the final photograph, you have all the time in the world to look all the different portions of the photo and often a huge portion of the sky is scaled down to very little piece of paper or film. When looking at the picture one probably isn't so excited anymore. In the actual aurora viewing situation you do not have all the time in the world to investigate all the portions of the view, you often have to actually turn your head to see things that later will be fit in to a small piece of paper and you might be also very excited....Many things may escape the attention here. When a continuously changing shape fills 30X80 degrees of the sky, it may be too big to see as an whole in haste, excitement and quick look...
What is captured one film could at least in theory be duplicated and measured in great details, IF we could get a similar aurora later on....Also film has no memory, we have....and sometimes...those memories just may ruin our perfectly neutral and objective viewing experience even without that we know it at all.
Then last but not least, what is the picture making policy of the photographer? Some go for as short exposures as possible to not to burn the aurora and some go for little longer exposures to get some scenery in to the photos too. What is right, to expose the brightest 10% of the aurora "right" and underexpose the remaining 90% of the picture
OR
not to underexpose the 90% of the scenery and aurora and burn 10% of the aurora....
Sure one great snake in the sky may be worth correct exposure, but especially on middle latitudes there is more than that. The sky is usually full of diffuse aurora mess...it's not a clear sky. only under bright moonlight it may seem clear, but that's about the only occasions when that afwul diffuse aurora mess in not visible. Then many would like to have somekind of horizon too and you won't maybe get that at all if the pic is exposed only concerning to the brightest part. So, is the purpose of the picture show only aurora and nothing more? Is it more real if you have 10% correct and 90% faded to oblivion? Details are nice and not burned out aurora is very nice, but....at what cost?
Personally i have been in a tug of war with myself about these options, but often at the end i prefer to take pics which at least try to show some horizon and scenery too. This sure poses an danger to get not seen colors and way too bright reds, but i consider it better option than to get back photos of aurora in otherwise all black frame. Unfortunately sometimes (quite often) the aurora fools me, especially moderately bright diffuse ones seem fainter than they actually are...and then the horrible widespread yellow monster shows it's face on the photos..
So, in the end...in my opinion nothing can escape it's own realities and that the aurora itself was the original and all our photos and memories are just copies of the real thing...and that we should be happy that we got at least those!!!
Finally for those who want to get pictures that look as much "real" as possible...Well, there is about only one thing you can do to get those "real looking" images and that is to travel to high latitude! Nothing short of that will do you any good, at least if you do not have bright moon on the sky. Only in the land where the aurora is sure of it's shape and where the aurora overhead hides the "unreal" other colors from the camera, you can have somekind of certainty to get "pure" colors!
Best regards and apologies for too long and messy posting. Well, doesn't have to post next one any time soon.
Tom E.
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Peter Haubold
Re: Dichtung und Wahrheit :) *PIC*
Hallo Peter und all die anderen,
ich glaube zu wissen, was du meinst, aber ich glaube nicht, das es eine Kamera gibt, die das produziert was du willst. manchmal wünsch ich mir eine Kamera, die farblich UND von der Helligkeit genau das wiedergibt, was ich sehe. Es mag sein, das es solche Kameras gibt, aber die liegen weit entfernt dann von dem was ich mir leisten kann.
Also nehme ich einen Kompromis in Kauf.
Ich habe zwei Kameras , eine Digitale und eine Analoge.
Und ich habe das Polarlicht mit beiden Kameras fotografiert. Das Ergebnis würde ich schier als Katastrophe bezeichnen.
Das was du als bunte BonBon Bilder bezeichnest mag meine Digitale gemacht habe. Die Chemischen Bilder dagegen sind mir zu blass.
Ja du hast recht, mit einem anderem Film, mit anderen Belichtungszeiten, mit ner anderen Kamera oder gar jemanden der mehr von der Materie versteht als ich, wäre das rechte Bild besser herausgekommen. Aber da muss man sich dann fragen, was soll's.
Bei der digitalen nutze ich die Vorteile und passe die Kamera schon kurz nach dem Fotografieren dem Original weitgehenst an. Das ist mir bei der chemischen nicht möglich. Da hilft nur experimenteles Fotografieren. Also nutze ich lieber die Digitale.
Aber ich gebe dir in einem Punkt recht. Bon Bon Bilder entstehen immer dann, wenn jemand, verführt durch die Digitaltechnik glaubt, er könne das Bild verbessern wenn er es aufputscht. Das mag möglich sein und ist auch manchmal notwendig. Aber wir sind alle keine Profis und von daher übertreibt der eine oder andere dann etwas. Wirklich zufrieden ist dann keiner. Du beschwerst dich, die Bilder seien zu bunt. Andere haben aber ganz andere Eindrücke des Moments in Erinnerung. Das ist eine Subjektiv Angelegenheit die NICHT bewertet werden sollte. Irgendjemand hat hier gesagt, das man das Philosophisch so sehen kann das es ein ehrliches Bild nicht gibt.
Finde ich auch, den das was ich mit eigenen Augen sehe ist die Wahrheit, alles andere ist allein aufgrund des Zeitversatzes beim Betrachten schon verfälscht. Beispiel Feuerwerk: ein Feuerwerk ruft erstaunen ähnlich einem Polarlicht hervor. Die Menge jubelt Aah, Ohh. Abe auf Video fehlt dir dieser Liveeffekt. Egal ob der Ton drauf ist oder nicht. Die Atmospäre fehlt, das Livegefühl. Daher wird ein Feuerwerk im Fernsehen auch nur ein "billiger" Abklatsch sein. Egal wie gut aufgenommen. Ich glaube daher, das deine Kritik auch dahingeht, das die von dir gesichteten Bilder dir dieses Gefühl nicht geben kann. Schade, das man das nicht einfangen kann.
Gruss, Peter
PS: ja auch ich gebe zu das ich nicht 100% Zufrieden mit meinen Aufnahmen bin, aber es ist besser als nichts. Das zählt und was noch mehr zählt ist das Gefühl so etwas erlebt und gesehen zu haben.
An Wolfgang Hamburg: kannst du dich an unser Telefonat erinnern, wo ich einfach das Gefühl hatte mit jemanden zu sprechen. Die Begeisterung, all das kann ein Foto doch nie geben.
ich glaube zu wissen, was du meinst, aber ich glaube nicht, das es eine Kamera gibt, die das produziert was du willst. manchmal wünsch ich mir eine Kamera, die farblich UND von der Helligkeit genau das wiedergibt, was ich sehe. Es mag sein, das es solche Kameras gibt, aber die liegen weit entfernt dann von dem was ich mir leisten kann.
Also nehme ich einen Kompromis in Kauf.
Ich habe zwei Kameras , eine Digitale und eine Analoge.
Und ich habe das Polarlicht mit beiden Kameras fotografiert. Das Ergebnis würde ich schier als Katastrophe bezeichnen.
Das was du als bunte BonBon Bilder bezeichnest mag meine Digitale gemacht habe. Die Chemischen Bilder dagegen sind mir zu blass.
Ja du hast recht, mit einem anderem Film, mit anderen Belichtungszeiten, mit ner anderen Kamera oder gar jemanden der mehr von der Materie versteht als ich, wäre das rechte Bild besser herausgekommen. Aber da muss man sich dann fragen, was soll's.
Bei der digitalen nutze ich die Vorteile und passe die Kamera schon kurz nach dem Fotografieren dem Original weitgehenst an. Das ist mir bei der chemischen nicht möglich. Da hilft nur experimenteles Fotografieren. Also nutze ich lieber die Digitale.
Aber ich gebe dir in einem Punkt recht. Bon Bon Bilder entstehen immer dann, wenn jemand, verführt durch die Digitaltechnik glaubt, er könne das Bild verbessern wenn er es aufputscht. Das mag möglich sein und ist auch manchmal notwendig. Aber wir sind alle keine Profis und von daher übertreibt der eine oder andere dann etwas. Wirklich zufrieden ist dann keiner. Du beschwerst dich, die Bilder seien zu bunt. Andere haben aber ganz andere Eindrücke des Moments in Erinnerung. Das ist eine Subjektiv Angelegenheit die NICHT bewertet werden sollte. Irgendjemand hat hier gesagt, das man das Philosophisch so sehen kann das es ein ehrliches Bild nicht gibt.
Finde ich auch, den das was ich mit eigenen Augen sehe ist die Wahrheit, alles andere ist allein aufgrund des Zeitversatzes beim Betrachten schon verfälscht. Beispiel Feuerwerk: ein Feuerwerk ruft erstaunen ähnlich einem Polarlicht hervor. Die Menge jubelt Aah, Ohh. Abe auf Video fehlt dir dieser Liveeffekt. Egal ob der Ton drauf ist oder nicht. Die Atmospäre fehlt, das Livegefühl. Daher wird ein Feuerwerk im Fernsehen auch nur ein "billiger" Abklatsch sein. Egal wie gut aufgenommen. Ich glaube daher, das deine Kritik auch dahingeht, das die von dir gesichteten Bilder dir dieses Gefühl nicht geben kann. Schade, das man das nicht einfangen kann.
Gruss, Peter
PS: ja auch ich gebe zu das ich nicht 100% Zufrieden mit meinen Aufnahmen bin, aber es ist besser als nichts. Das zählt und was noch mehr zählt ist das Gefühl so etwas erlebt und gesehen zu haben.
An Wolfgang Hamburg: kannst du dich an unser Telefonat erinnern, wo ich einfach das Gefühl hatte mit jemanden zu sprechen. Die Begeisterung, all das kann ein Foto doch nie geben.
-
wolfgang hamburg
Re: Dichtung und Wahrheit :)
Moin moin,
> An Wolfgang Hamburg: kannst du dich an unser Telefonat erinnern,
> wo ich einfach das Gefühl hatte mit jemanden zu sprechen. Die
> Begeisterung, all das kann ein Foto doch nie geben.
klar kann ich das. Hatte auch mit anderen noch ähnliche Telefonate in dieser Nacht. Die Kornkreise, die ich bei den Freudentänzen erzeugt habe, sind auch noch zu sehen.
In dieser Nacht habe ich neben den Filmaufnahmen mit der Mintron auch digital geknipst. Bei ähnlichen Aufnahmeparameter ist einmal ein IMHO gutes Bild:
(zu der Zeit sah man das PL aber noch lange nicht so eindeutig, kommt aber vom Farbeindruck ziemlich nah)
Während der Hauptaktivität hab ich der Knipse zu viel zugemutet:
(da hätte die Hälfte der Belichtungszeit gereicht, das hab ich erst später gemerkt, da war es aber auch schon wieder ruhiger, also keine 2.Chance das Bild zu wiederholen, that's life, soll ich mich deswegen schämen? Ich glaube nicht. Der helle "Stern" ist Jupiter.)
Außer Verkleinern hab ich mit den Bildern nix angestellt.
Bei den Mintronfilmen ist das Grün etwas zu gelblich und die Mintron hat natürlich auch das Rot und Violett als solches gesehn, nicht wie ich wie ich z.T. als Weiß. Auch die wanderten Strahlen(z.T. im Grün und oberhalb als Violett synchron) kommen im Film viel besser. Aber jetzt kann ich belegen, was das für ein IMHO außergewöhnliches Ereignis das war und ich sage allen wo die Grenzen bzw. Übertreibungen des Systems liegen.
wolfgang
PS: PLS ist zur Zeit akut bei mir! Das oftmalige Anschauen des Mintronfilms hilft auch nicht. Ich will PL!!! NOAA0375 hilf!
0.02 Euronen
wolfgang
> An Wolfgang Hamburg: kannst du dich an unser Telefonat erinnern,
> wo ich einfach das Gefühl hatte mit jemanden zu sprechen. Die
> Begeisterung, all das kann ein Foto doch nie geben.
klar kann ich das. Hatte auch mit anderen noch ähnliche Telefonate in dieser Nacht. Die Kornkreise, die ich bei den Freudentänzen erzeugt habe, sind auch noch zu sehen.
In dieser Nacht habe ich neben den Filmaufnahmen mit der Mintron auch digital geknipst. Bei ähnlichen Aufnahmeparameter ist einmal ein IMHO gutes Bild:
(zu der Zeit sah man das PL aber noch lange nicht so eindeutig, kommt aber vom Farbeindruck ziemlich nah)
Während der Hauptaktivität hab ich der Knipse zu viel zugemutet:
(da hätte die Hälfte der Belichtungszeit gereicht, das hab ich erst später gemerkt, da war es aber auch schon wieder ruhiger, also keine 2.Chance das Bild zu wiederholen, that's life, soll ich mich deswegen schämen? Ich glaube nicht. Der helle "Stern" ist Jupiter.)
Außer Verkleinern hab ich mit den Bildern nix angestellt.
Bei den Mintronfilmen ist das Grün etwas zu gelblich und die Mintron hat natürlich auch das Rot und Violett als solches gesehn, nicht wie ich wie ich z.T. als Weiß. Auch die wanderten Strahlen(z.T. im Grün und oberhalb als Violett synchron) kommen im Film viel besser. Aber jetzt kann ich belegen, was das für ein IMHO außergewöhnliches Ereignis das war und ich sage allen wo die Grenzen bzw. Übertreibungen des Systems liegen.
wolfgang
PS: PLS ist zur Zeit akut bei mir! Das oftmalige Anschauen des Mintronfilms hilft auch nicht. Ich will PL!!! NOAA0375 hilf!
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wolfgang
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