Hatte in der entsprechenden Nacht leider Dienst und all das dabei,was man zur Polarlichtfotografie eigentlich nicht hernimmt: 100er Film, 2,8/16mm und viel zu hellen Nordhorizont. War aber erstaunt, daß die Dias trotzdem nicht für den Müll sind. Hier mal ein paar Diascans (die natürlich um einiges schlechter sind, als die Originale). Aufnahmen sind alle am Südrand der Stadt Chemnitz entstanden. Belichtungszeiten: 30-60 sec.
Interessant ist, daß auch auf den Aufnahmen weit nach mitternacht noch ein deutlich roter Himmel erkennbar ist:
Ich habe gleich mal noch eine Frage an die Experten: Durch welche atmosphärischen Bestandteile entsteht eigentlich dieses Blau-Violett? Bisher dachte ich immer, dies wäre ein Lichteffekt bei gleichzeitigem Mondschein, aber dies war ja am Männertag nicht der Fall und diese seltsamen Farben sind dennoch auf den Fotos mehrerer Beobachter vertreten.
Danke und viele Grüße
Claudia
Falls ihr noch Himmelfahrtspolarlichter sehen könnt ...
-
Dieter Raith
Re: Falls ihr noch Himmelfahrtspolarlichter sehen könnt ...
Hallo Clau-dia
die Schärfe liegt aber nicht am 100 ASA Film
Jetzt hast Du ja Zeit bis zum nächsten Winterurlaub über Autofocus nach zu denken. Überleg Dir doch das gleiche wie der Uli hat. Das funzt tadellos. Einen hellen Stern anvisiren und die Schärfe dort abgreifen, ein zwei mal nach kontrollieren und alles passt.
Du weißt ja wer es sagt,
Gruß Dieter
die Schärfe liegt aber nicht am 100 ASA Film
Du weißt ja wer es sagt,
Gruß Dieter
-
Claudia
Falls ihr noch Himmelfahrtspolarlichter sehen könnt ...
> die Schärfe liegt aber nicht am 100 ASA Film 
Nein, die (Un)-Schärfe liegt am Objektiv, welches die finnische Kälte bei unserem PL-Urlaub nicht unbeschadet überlebt hat und wo leider nur noch Nahaufnahmen scharf werden. Hatte nur leider kein anderes dabei. Die Alternative wäre also gewesen, gar keine Bilder zu machen...
> Jetzt hast Du
> ja Zeit bis zum nächsten Winterurlaub über Autofocus nach zu
> denken.
Dann müßte ich meine komplette Kameraausstattung auswechseln und das ist allein finanziell nicht machbar. Ich glaube, ich komme preiswerter, wenn ich das 16mm irgendwann mal austausche. Vielleicht kann man sowas ja auch reparieren lassen?
Viele Grüße
Claudia
Nein, die (Un)-Schärfe liegt am Objektiv, welches die finnische Kälte bei unserem PL-Urlaub nicht unbeschadet überlebt hat und wo leider nur noch Nahaufnahmen scharf werden. Hatte nur leider kein anderes dabei. Die Alternative wäre also gewesen, gar keine Bilder zu machen...
> Jetzt hast Du
> ja Zeit bis zum nächsten Winterurlaub über Autofocus nach zu
> denken.
Dann müßte ich meine komplette Kameraausstattung auswechseln und das ist allein finanziell nicht machbar. Ich glaube, ich komme preiswerter, wenn ich das 16mm irgendwann mal austausche. Vielleicht kann man sowas ja auch reparieren lassen?
Viele Grüße
Claudia
-
Jürgen Krieg
Re: Falls ihr noch Himmelfahrtspolarlichter sehen könnt ...
Hallo Claudia,
> Ich habe gleich mal noch eine Frage an die Experten: Durch
> welche atmosphärischen Bestandteile entsteht eigentlich dieses
> Blau-Violett? Bisher dachte ich immer, dies wäre ein Lichteffekt
> bei gleichzeitigem Mondschein, aber dies war ja am Männertag
> nicht der Fall und diese seltsamen Farben sind dennoch auf den
> Fotos mehrerer Beobachter vertreten.
auch wenn ich mich nicht als Experten für PLs bezeichnen möchte, so kann ich Deine Frage doch teilweise beantworten. Teilweise deshalb, weil ich nicht weiß, ob meine Antwort auf die Farben auf den Bildern zutrifft.
Einfach ionisierte Stickstoffmoleküle senden Licht bei 427,0 und bei 470,0 mm aus. Die 427,0 Linie ist blau waehrend die andere Linie eher blaugrün ist (Schlegel, Kristian, Kapitel 8: Das Polarlicht, S.174; aus Plasmaphysik im Sonnensystem, Glassmeier, K.-H., Scholler, M. (Hrsg.), 1991). Daß es so selten zu sehen ist, könnte mit der geringen Anzahl der Stickstoffmoleküle (und nicht Atome!) in großer Höhe zu tun haben. Aber da wissen sicher die richtigen Experten besser Bescheid.
Gruß
Jürgen
> Ich habe gleich mal noch eine Frage an die Experten: Durch
> welche atmosphärischen Bestandteile entsteht eigentlich dieses
> Blau-Violett? Bisher dachte ich immer, dies wäre ein Lichteffekt
> bei gleichzeitigem Mondschein, aber dies war ja am Männertag
> nicht der Fall und diese seltsamen Farben sind dennoch auf den
> Fotos mehrerer Beobachter vertreten.
auch wenn ich mich nicht als Experten für PLs bezeichnen möchte, so kann ich Deine Frage doch teilweise beantworten. Teilweise deshalb, weil ich nicht weiß, ob meine Antwort auf die Farben auf den Bildern zutrifft.
Einfach ionisierte Stickstoffmoleküle senden Licht bei 427,0 und bei 470,0 mm aus. Die 427,0 Linie ist blau waehrend die andere Linie eher blaugrün ist (Schlegel, Kristian, Kapitel 8: Das Polarlicht, S.174; aus Plasmaphysik im Sonnensystem, Glassmeier, K.-H., Scholler, M. (Hrsg.), 1991). Daß es so selten zu sehen ist, könnte mit der geringen Anzahl der Stickstoffmoleküle (und nicht Atome!) in großer Höhe zu tun haben. Aber da wissen sicher die richtigen Experten besser Bescheid.
Gruß
Jürgen
-
Claudia
Fragen über Fragen...
Hallo Jürgen,
danke für Deine Antwort. Das heißt also, daß Violetttöne nur dann zu sehen sind, wenn das Polarlicht sehr tief in die Erdatmosphäre eindringt, wo die Zahl der Stickstoffmoleküle eine bestimmte Dichte erreicht? Kann man eigentlich die Eindringtiefe des PL's irgendwie messen oder wird diese "nur" anhand der Farben bestimmt?
Worüber ich mir noch den Kopf zerbreche, ist, daß ich die viel dunkleren violetten Farbtöne visuell besser wahrgenommen habe, als die Rottöne, die eigentlich überwiegend weiß erschienen. Aber wahrscheinlich hängt das mit der verminderten Farbwahrnehmung des menschlichen Auges bei Dunkelheit zusammen, auch wenn ich bisher immer davon ausgegangen bin, daß nachts langwelligere Farben besser wahrgenommen werden können, als kurzwellige, aber wahrscheinlich hängt es nicht und nur wenig damit zusammen. Kennt jemand Literatur oder interessante Links zum Thema nächtliche Farbwahrnehmung?
Grübelnde Grüße
Claudia
> auch wenn ich mich nicht als Experten für PLs bezeichnen möchte,
> so kann ich Deine Frage doch teilweise beantworten. Teilweise
> deshalb, weil ich nicht weiß, ob meine Antwort auf die Farben
> auf den Bildern zutrifft.
> Einfach ionisierte Stickstoffmoleküle senden Licht bei 427,0 und
> bei 470,0 mm aus. Die 427,0 Linie ist blau waehrend die andere
> Linie eher blaugrün ist (Schlegel, Kristian, Kapitel 8: Das
> Polarlicht, S.174; aus Plasmaphysik im Sonnensystem, Glassmeier,
> K.-H., Scholler, M. (Hrsg.), 1991). Daß es so selten zu sehen
> ist, könnte mit der geringen Anzahl der Stickstoffmoleküle (und
> nicht Atome!) in großer Höhe zu tun haben. Aber da wissen sicher
> die richtigen Experten besser Bescheid.
> Gruß
> Jürgen
danke für Deine Antwort. Das heißt also, daß Violetttöne nur dann zu sehen sind, wenn das Polarlicht sehr tief in die Erdatmosphäre eindringt, wo die Zahl der Stickstoffmoleküle eine bestimmte Dichte erreicht? Kann man eigentlich die Eindringtiefe des PL's irgendwie messen oder wird diese "nur" anhand der Farben bestimmt?
Worüber ich mir noch den Kopf zerbreche, ist, daß ich die viel dunkleren violetten Farbtöne visuell besser wahrgenommen habe, als die Rottöne, die eigentlich überwiegend weiß erschienen. Aber wahrscheinlich hängt das mit der verminderten Farbwahrnehmung des menschlichen Auges bei Dunkelheit zusammen, auch wenn ich bisher immer davon ausgegangen bin, daß nachts langwelligere Farben besser wahrgenommen werden können, als kurzwellige, aber wahrscheinlich hängt es nicht und nur wenig damit zusammen. Kennt jemand Literatur oder interessante Links zum Thema nächtliche Farbwahrnehmung?
Grübelnde Grüße
Claudia
> auch wenn ich mich nicht als Experten für PLs bezeichnen möchte,
> so kann ich Deine Frage doch teilweise beantworten. Teilweise
> deshalb, weil ich nicht weiß, ob meine Antwort auf die Farben
> auf den Bildern zutrifft.
> Einfach ionisierte Stickstoffmoleküle senden Licht bei 427,0 und
> bei 470,0 mm aus. Die 427,0 Linie ist blau waehrend die andere
> Linie eher blaugrün ist (Schlegel, Kristian, Kapitel 8: Das
> Polarlicht, S.174; aus Plasmaphysik im Sonnensystem, Glassmeier,
> K.-H., Scholler, M. (Hrsg.), 1991). Daß es so selten zu sehen
> ist, könnte mit der geringen Anzahl der Stickstoffmoleküle (und
> nicht Atome!) in großer Höhe zu tun haben. Aber da wissen sicher
> die richtigen Experten besser Bescheid.
> Gruß
> Jürgen
-
Juergen krieg
Re: Fragen über Fragen...
> Hallo Jürgen,
> danke für Deine Antwort. Das heißt also, daß Violetttöne nur
> dann zu sehen sind, wenn das Polarlicht sehr tief in die
> Erdatmosphäre eindringt, wo die Zahl der Stickstoffmoleküle eine
> bestimmte Dichte erreicht?
Das ist meine(!) Vermutung.
> Kann man eigentlich die Eindringtiefe
> des PL's irgendwie messen oder wird diese "nur" anhand
> der Farben bestimmt?
Es gab wohl schon Hoehenbestimmungen mit Hilfe der Triangulation (wie bei der Hoehenbestimmungen von Meteoren). Bisher habe ich aber noch keine Literaturquelle dazu aufgetan.
> Grübelnde Grüße
> Claudia
Zermartere Dir Dein Hirn nicht zu viel, das ist bei diesem heissen Wetter gar nicht gesund.
Gruss
Juergen
> danke für Deine Antwort. Das heißt also, daß Violetttöne nur
> dann zu sehen sind, wenn das Polarlicht sehr tief in die
> Erdatmosphäre eindringt, wo die Zahl der Stickstoffmoleküle eine
> bestimmte Dichte erreicht?
Das ist meine(!) Vermutung.
> Kann man eigentlich die Eindringtiefe
> des PL's irgendwie messen oder wird diese "nur" anhand
> der Farben bestimmt?
Es gab wohl schon Hoehenbestimmungen mit Hilfe der Triangulation (wie bei der Hoehenbestimmungen von Meteoren). Bisher habe ich aber noch keine Literaturquelle dazu aufgetan.
> Grübelnde Grüße
> Claudia
Zermartere Dir Dein Hirn nicht zu viel, das ist bei diesem heissen Wetter gar nicht gesund.
Gruss
Juergen
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste