Ich habe letzte Woche von Karsten Hansky folgende Email bekommen.
Guten Tag,
ich verfolge schon seit geraumer Zeit das AKM - Polarlichtforum da ich
als Funkamateur großes Interesse an Polarlichtern habe.
Nachdem ich mehrere Ereignisse verpasst habe stellte ich Recherchen zum Magnetometerselbstbau an. In Deutschland scheint auf diesem Gebiet wohl nur die "Sodaflaschen-Variante" verbreitet zu sein. Ich habe bei meinen Recherchen einen Fluxgate-Sensor aus Großbritannien gefunden, der für diese Art der Magnetfeldmessungen hervorragend geeignet ist. Gemeinsam mit Dirk Langenbach habe ich eine entsprechende Auswerteelektronik erstellt. Es ist ein Prototyp mit derzeit folgenden Parametern entstanden:
- Auflösung von Feldstärkeschwankungen ab 1-2nT,
- Ausgabe der Messwerte auf LCD-Display, RS-232 Schnittstelle und
Analogausgang (0..5V),
- Bestimmung des 3-stündigen K-Wertes,
- Anschluss von 2 Sensoren möglich (z.B. X- und Y-Komponente),
- optimales Reisemagnetometer.
Der Gesamtpreis aller Komponenten liegt im Bereich von 200-250DM. Wir
werden das Magnetometer als Selbstbauprojekt auf dem Bundeskongress der AATiS im März 2002 vorstellen (http://www.aatis.de), wollen also kein Geld damit verdienen.
Nun meine Fragen:
Welche Funktionen sollte ein solches Magnetometer bieten um sinnvoll
nutzbar zu sein? Wie schätzen Sie das Interesse der aktiven Polarlichtbeobachter am Selbstbau eines solchen Gerätes ein?
Ich habe dieser Mail einen Tagesplot meiner Messungen vom 23.10. (nach
dem großen "Event") angefügt. Diese sind den Messungen in Braunschweig
gegenübergestellt und zeigen die Leistungsfähigkeit der Sensoren. Meine geographischen Koordinaten sind: 12.04E 50.04N
Vielen Dank
Karsten Hansky
Nach einer kurzen Antwort von mir (hatte die Mail zunächst nur an Mark, Peter, Sven, WolfgangH und Lutz weitergeleitet), bekam ich noch folgende Mail mit näheren Infos:
Hallo Ulrich,
danke für die schnelle Antwort.
Ich habe den Prototypen des Gerätes in "fliegender Verdrahtung" letzte
Woche fertiggestellt. Jetzt sind die Unterlagen bei Dirk Langenbach, der ein Layout für die Platine erstellt. Ich nehme an, dass im Dezember das erste Gerät fertig ist. Danach muss man weitersehen wie groß das Interesse ist. Bei den teuersten Bauteilen wie Sensor, Display, Prozessor, Platine und Gehäuse kann man in der Regel einiges an Rabatt bekommen.
Ich habe meinen Sensor im Garten in ca. 80cm Tiefe vergraben. Dadurch
sind die täglichen Temperaturschwankungen minimal. Wir haben ohnehin
nicht den Ehrgeiz Absolutwerte zu messen. Auf der Platine ist eine
Echtzeituhr, so dass täglich um 0:00Uhr UTC das Bezugsfeld auf 0 gesetzt wird und dann nur die Relativwerte ausgegeben werden.
Herzstück des Gerätes ist ein PIC-Prozessor mit Flash-Speicher. Dieser
ist mit einem Urladeprogramm versehen, so dass Softwareupdates über die serielle Schnittstelle jederzeit möglich sind. Außerdem will ich die Software so gestalten, dass wichtige Parameter über die serielle
Schnittstelle einstellbar sind.
Die Sensoren laufen sehr stabil. Ein Problem stellen allerdings
Temperaturschwankungen dar. Ich habe noch keine Zeit gefunden die
Kennlinie aufzunehmen habe aber in einer Mailing-Liste aus den U.S.A.
gelesen, dass die Schwankungen im Bereich von 10-20nT je Grad
Temperaturänderung liegen. Wenn der Sensor fest installiert ist (am
besten vergraben) stellt das kein Problem dar. Für den portablen Einsatz muss man ein Gehäuse verwenden, das bestmöglichst wärmegedämmt ist (Bauschaum, Styropor oder ein nichtmagnetisches Thermosgefäß). Da es aber beim Feldeinsatz darum geht kurzfristige Feldschwankungen zu erkennen, sollte das in den Griff zu bekommen sein.
Was ich noch suche sind konkrete Aussagen zur Bestimmung des K-Wertes.
Ich habe vorerst die Werte von Niemegk übernommen. Es gibt aber bestimmt einen Zusammenhang zur geographischen Breite.
Ich bin gespannt wie die Reaktionen sind.
Gruß
Karsten
Insgesamt klingt das ganze auch für mich als Elektronik-Analphabet sehr lukrativ und ich würde mir wohl so ein Paket kommen lassen. Wenn ich nicht damit klar komme, kann ich ja immer noch die Elektroniker bei uns im Institut fragen
Jetzt aber die Frage an alle, wie sieht das Interesse bei Euch aus.
So als verspätetes Weihnachtsgeschenk (keine Konkurenz zur DVD von Sven natürlich) wäre das MM doch nicht schlecht.
Gruß
Ulrich