Hallo,
da hier schon mehrmals eine Rate der Geminiden angegeben wurde, kurz ein paar Bemerkungen. Aus den beobachteten Meteoren kann man nicht einfach auf die Rate schliesen!
Raten lassen sich nur vergleichen, wenn sie auf Bedingungen bezogen werden, die für alle Beobachter gleich sind. Deshalb gibt es Korrekturfaktoren:
- Grenzhelligkeit bezogen auf 6.5m. Zur schnellen Ermttlung dieser, gibt es festgelegte Felder am Himmel. In denen braucht man nur noch die Sterne zählen und in der Tabelle nachschauen.
- Radiantenhöhe
- Bedeckungsgrad des Himmels. Bei wolkenlosen Himmel also Faktor 1. Keine Einschränkung des Gesichtfeldes.
- Entdeckungswahrscheinlichkeit - r-Faktor Ist für viele Ströme schon ermittelt worden. Sollte man auch selbst machen, indem einfach die Helligkeiten der einzelnen Meteore notiert werden.
Schließlich gibt die 'stündliche Zenitrate' (ZHR) an, wieviel Meteore ein Beobachter bei Radiantem im Zenit, bei freiem Blick und einer Grenzgröße von 6.5m gesehen hätte. Da nicht alle Bedingungen immer erfüllt sind, sieht man also weniger Meteore als die ZHZ angibt!
Die ZHR der Geminiden ist laut IMO-Calendar mit 120 angegeben!
Z.B. konnte man Leoniden erst sehen, als der Radiant über dem Horizont Stand. Bei den Geminiden steht der Radiant abends noch sehr tief und gegen morgen ist er schon wieder im Absteigen begriffen. Gestern dürfte besonders die Grenzgröße nicht besonders hoch gewesen sein. Es war überall mehr oder weniger Dunst vorhanden.
Wenn ihr mehr über die Beobachtung von Meteoren wissen wollt, gibt es dafür vom AKM eine Anleitung. Könnt ihr bei mir bestellen. Oder ihr könnt sie von den AKM-Seiten herunterladen http://www.meteoros.de/akm/material.htm
Viele Grüße
Wolfgang
Geminiden-Rate
-
Gunnar Glitscher
Re: Geminiden-Rate
Hi Wolfgang,
was Du schreibst ist richtig. Allerdings lassen sich durch Zählungen schon Untergrenzen für die ZHR ermitteln. Ein Beobachter, der pro Stunde 100 Meteore sieht und daraus auf eine ZHR von 100 ableitet liegt sicher falsch, denn der Wert wird in der Regel höher liegen, da der Radiant z.B. nicht im Zenit lag, der Himmel nur Meteore bis 4 mag. zeigte und evtl. auch noch Wolken durchzogen. Bezogen auf die Geminiden der letzten Nacht läßt sich aus einer Durchschnittsrate von 1 Exemplar pro Beobachter und Minute lediglich die Aussage ableiten, dass die ZHR mindest bei 60 gelegen haben muss. (Ich hatte gestern den Fehler gemacht, den Faktor 5 anzuwenden, da ich jeweils ca. 1/5 des Himmels überblicken konnte - die ZHR bezieht sich aber, wie Du ja erwähnst, auf einen einzelnen Beobachter.)
Gruß,
Gunnar
> Hallo,
> da hier schon mehrmals eine Rate der Geminiden angegeben wurde,
> kurz ein paar Bemerkungen. Aus den beobachteten Meteoren kann
> man nicht einfach auf die Rate schliesen!
> Raten lassen sich nur vergleichen, wenn sie auf Bedingungen
> bezogen werden, die für alle Beobachter gleich sind. Deshalb
> gibt es Korrekturfaktoren:
> - Grenzhelligkeit bezogen auf 6.5m. Zur schnellen Ermttlung
> dieser, gibt es festgelegte Felder am Himmel. In denen braucht
> man nur noch die Sterne zählen und in der Tabelle nachschauen.
> - Radiantenhöhe
> - Bedeckungsgrad des Himmels. Bei wolkenlosen Himmel also Faktor
> 1. Keine Einschränkung des Gesichtfeldes.
> - Entdeckungswahrscheinlichkeit - r-Faktor Ist für viele Ströme
> schon ermittelt worden. Sollte man auch selbst machen, indem
> einfach die Helligkeiten der einzelnen Meteore notiert werden.
> Schließlich gibt die 'stündliche Zenitrate' (ZHR) an, wieviel
> Meteore ein Beobachter bei Radiantem im Zenit, bei freiem Blick
> und einer Grenzgröße von 6.5m gesehen hätte. Da nicht alle
> Bedingungen immer erfüllt sind, sieht man also weniger Meteore
> als die ZHZ angibt!
> Die ZHR der Geminiden ist laut IMO-Calendar mit 120 angegeben!
> Z.B. konnte man Leoniden erst sehen, als der Radiant über dem
> Horizont Stand. Bei den Geminiden steht der Radiant abends noch
> sehr tief und gegen morgen ist er schon wieder im Absteigen
> begriffen. Gestern dürfte besonders die Grenzgröße nicht
> besonders hoch gewesen sein. Es war überall mehr oder weniger
> Dunst vorhanden.
> Wenn ihr mehr über die Beobachtung von Meteoren wissen wollt,
> gibt es dafür vom AKM eine Anleitung. Könnt ihr bei mir
> bestellen. Oder ihr könnt sie von den AKM-Seiten herunterladen
> http://www.meteoros.de/akm/material.htm Viele Grüße
> Wolfgang
was Du schreibst ist richtig. Allerdings lassen sich durch Zählungen schon Untergrenzen für die ZHR ermitteln. Ein Beobachter, der pro Stunde 100 Meteore sieht und daraus auf eine ZHR von 100 ableitet liegt sicher falsch, denn der Wert wird in der Regel höher liegen, da der Radiant z.B. nicht im Zenit lag, der Himmel nur Meteore bis 4 mag. zeigte und evtl. auch noch Wolken durchzogen. Bezogen auf die Geminiden der letzten Nacht läßt sich aus einer Durchschnittsrate von 1 Exemplar pro Beobachter und Minute lediglich die Aussage ableiten, dass die ZHR mindest bei 60 gelegen haben muss. (Ich hatte gestern den Fehler gemacht, den Faktor 5 anzuwenden, da ich jeweils ca. 1/5 des Himmels überblicken konnte - die ZHR bezieht sich aber, wie Du ja erwähnst, auf einen einzelnen Beobachter.)
Gruß,
Gunnar
> Hallo,
> da hier schon mehrmals eine Rate der Geminiden angegeben wurde,
> kurz ein paar Bemerkungen. Aus den beobachteten Meteoren kann
> man nicht einfach auf die Rate schliesen!
> Raten lassen sich nur vergleichen, wenn sie auf Bedingungen
> bezogen werden, die für alle Beobachter gleich sind. Deshalb
> gibt es Korrekturfaktoren:
> - Grenzhelligkeit bezogen auf 6.5m. Zur schnellen Ermttlung
> dieser, gibt es festgelegte Felder am Himmel. In denen braucht
> man nur noch die Sterne zählen und in der Tabelle nachschauen.
> - Radiantenhöhe
> - Bedeckungsgrad des Himmels. Bei wolkenlosen Himmel also Faktor
> 1. Keine Einschränkung des Gesichtfeldes.
> - Entdeckungswahrscheinlichkeit - r-Faktor Ist für viele Ströme
> schon ermittelt worden. Sollte man auch selbst machen, indem
> einfach die Helligkeiten der einzelnen Meteore notiert werden.
> Schließlich gibt die 'stündliche Zenitrate' (ZHR) an, wieviel
> Meteore ein Beobachter bei Radiantem im Zenit, bei freiem Blick
> und einer Grenzgröße von 6.5m gesehen hätte. Da nicht alle
> Bedingungen immer erfüllt sind, sieht man also weniger Meteore
> als die ZHZ angibt!
> Die ZHR der Geminiden ist laut IMO-Calendar mit 120 angegeben!
> Z.B. konnte man Leoniden erst sehen, als der Radiant über dem
> Horizont Stand. Bei den Geminiden steht der Radiant abends noch
> sehr tief und gegen morgen ist er schon wieder im Absteigen
> begriffen. Gestern dürfte besonders die Grenzgröße nicht
> besonders hoch gewesen sein. Es war überall mehr oder weniger
> Dunst vorhanden.
> Wenn ihr mehr über die Beobachtung von Meteoren wissen wollt,
> gibt es dafür vom AKM eine Anleitung. Könnt ihr bei mir
> bestellen. Oder ihr könnt sie von den AKM-Seiten herunterladen
> http://www.meteoros.de/akm/material.htm Viele Grüße
> Wolfgang
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