Aurora Canadiensis
Während ich diese Zeilen in ein Notebook-PC tippe, tobt links neben mir immer noch ein bemerkenswertes Schauspiel über den Nachthimmel: Polarlicht. Links, wieso links? Im Moment sitze ich an
Bord einer Boeing 777 der United Airlines auf dem Flug von San Francisco nach London, es ist 5:05 Weltzeit am 7. Februar 2002 und wir haben die Hudson Bay erreicht.
Seit über einer Stunde schon wabert es über den Nord- bis Nordosthorizont. Anfangs konnte ich nur einen diffusen, strukturlosen Streifen parallel zum Horizont erkennen, aber in der
Zwischenzeit kam richtig Leben in die Aurora. Immer wieder tauchen Knoten und Verdickungen auf, fangen an zu wandern oder verschwinden einfach wieder. Dann immer wieder Pausen,
plötzlich franst das Polarlicht nach oben in einzelne Strähnen aus. Nach und nach tauchen geschwungene Bögen auf, die Aurora wird so hell, dass sie sich in der linken Tragfläche spiegelt. Immer
höher ziehen die Bögen, teilweise habe ich den Eindruck, als ob wir direkt drunterweg fliegen. Die meiste Zeit über ist die Färbung ein blasses Grün, stellenweise ist auch einmal ein leichter Rotton
auszumachen.
Immer wieder versuche ich, per Digitalkamera ein paar Aufnahmen zu machen. Mit der Decke als Lichtschutz und dank der gedimmten Bordbeleuchtung klappt das leidlich. Die Bilder sehen
allerdings ziemlich verrauscht aus, denn ich habe 8 Sekunden belichtet. Dass sie verschmiert sind, ist natürlich auch auf die raschen Veränderungen in der Polarlichtfront zurückzuführen. Egal, ein
paar nette Erinnerungsschüsse werden schon dabei sein, für die Website werden sie schon taugen..
Die Borduhr zeigt inzwischen 5:22 Uhr an, Flug UA954 ist jetzt in 11.277 Metern Höhe mitten über der Hudson Bay und rauscht mit 958 km/h nach Osten. Die Polarlichter sind heckwärts
entschwunden, nur ein fahler Streifen zieht sich noch Richtung Deneb. Hinter mir liegen viele genussvolle Minuten, bei denen ich an einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele teilhaben durfte,
die mir bislang in die Quere gekommen sind. Auch wenn ich schon Polarlicht an deutschem Himmel bewundern durfte diese Aurora Canadiensis hat das germanische Gegenstück um Längen
übertroffen. Man, bin ich glücklich! So, Schluss jetzt, gegen den Jetlag nehme ich noch eine Mütze Schlaf.
Polarlicht über Kanada *PIC*
-
Sven Lüke
Wow... coole Fotos trotz der Bedingungen... :-) *oT*
Wow... coole Fotos trotz der Bedingungen...
*oT*
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Peter Kuklok
Tolle Schilderung und prima aufbereitet...dankeschön! *o.T.*
Tolle Schilderung und prima aufbereitet...dankeschön! *o.T.*
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Herwig, Rostock
Seltene Dokumentation - eindrucksvoller Bericht
Hallo Stefan,
Bildberichte dieser Art sind ausgesprochene Raritäten. Herzlichen Dank.
Zum Vergleich eine weitere Fliegeraufnahme von PL über Nordamerika:
Michael Theusner 19.11.01
http://www.muk.uni-hannover.de/~theusne ... 11119.html
Gruß Herwig
> Aurora Canadiensis
> Während ich diese Zeilen in ein Notebook-PC tippe, tobt links
> neben mir immer noch ein bemerkenswertes Schauspiel über den
> Nachthimmel: Polarlicht. Links, wieso links? Im Moment sitze ich
> an
> Bord einer Boeing 777 der United Airlines auf dem Flug von San
> Francisco nach London, es ist 5:05 Weltzeit am 7. Februar 2002
> und wir haben die Hudson Bay erreicht.
> Seit über einer Stunde schon wabert es über den Nord- bis
> Nordosthorizont. Anfangs konnte ich nur einen diffusen,
> strukturlosen Streifen parallel zum Horizont erkennen, aber in
> der
> Zwischenzeit kam richtig Leben in die Aurora. Immer wieder
> tauchen Knoten und Verdickungen auf, fangen an zu wandern oder
> verschwinden einfach wieder. Dann immer wieder Pausen,
> plötzlich franst das Polarlicht nach oben in einzelne Strähnen
> aus. Nach und nach tauchen geschwungene Bögen auf, die Aurora
> wird so hell, dass sie sich in der linken Tragfläche spiegelt.
> Immer
> höher ziehen die Bögen, teilweise habe ich den Eindruck, als ob
> wir direkt drunterweg fliegen. Die meiste Zeit über ist die
> Färbung ein blasses Grün, stellenweise ist auch einmal ein
> leichter Rotton
> auszumachen.
> Immer wieder versuche ich, per Digitalkamera ein paar Aufnahmen
> zu machen. Mit der Decke als Lichtschutz und dank der gedimmten
> Bordbeleuchtung klappt das leidlich. Die Bilder sehen
> allerdings ziemlich verrauscht aus, denn ich habe 8 Sekunden
> belichtet. Dass sie verschmiert sind, ist natürlich auch auf die
> raschen Veränderungen in der Polarlichtfront zurückzuführen.
> Egal, ein
> paar nette Erinnerungsschüsse werden schon dabei sein, für die
> Website werden sie schon taugen..
> Die Borduhr zeigt inzwischen 5:22 Uhr an, Flug UA954 ist jetzt
> in 11.277 Metern Höhe mitten über der Hudson Bay und rauscht mit
> 958 km/h nach Osten. Die Polarlichter sind heckwärts
> entschwunden, nur ein fahler Streifen zieht sich noch Richtung
> Deneb. Hinter mir liegen viele genussvolle Minuten, bei denen
> ich an einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele teilhaben
> durfte,
> die mir bislang in die Quere gekommen sind. Auch wenn ich schon
> Polarlicht an deutschem Himmel bewundern durfte diese Aurora
> Canadiensis hat das germanische Gegenstück um Längen
> übertroffen. Man, bin ich glücklich! So, Schluss jetzt, gegen
> den Jetlag nehme ich noch eine Mütze Schlaf.
Bildberichte dieser Art sind ausgesprochene Raritäten. Herzlichen Dank.
Zum Vergleich eine weitere Fliegeraufnahme von PL über Nordamerika:
Michael Theusner 19.11.01
http://www.muk.uni-hannover.de/~theusne ... 11119.html
Gruß Herwig
> Aurora Canadiensis
> Während ich diese Zeilen in ein Notebook-PC tippe, tobt links
> neben mir immer noch ein bemerkenswertes Schauspiel über den
> Nachthimmel: Polarlicht. Links, wieso links? Im Moment sitze ich
> an
> Bord einer Boeing 777 der United Airlines auf dem Flug von San
> Francisco nach London, es ist 5:05 Weltzeit am 7. Februar 2002
> und wir haben die Hudson Bay erreicht.
> Seit über einer Stunde schon wabert es über den Nord- bis
> Nordosthorizont. Anfangs konnte ich nur einen diffusen,
> strukturlosen Streifen parallel zum Horizont erkennen, aber in
> der
> Zwischenzeit kam richtig Leben in die Aurora. Immer wieder
> tauchen Knoten und Verdickungen auf, fangen an zu wandern oder
> verschwinden einfach wieder. Dann immer wieder Pausen,
> plötzlich franst das Polarlicht nach oben in einzelne Strähnen
> aus. Nach und nach tauchen geschwungene Bögen auf, die Aurora
> wird so hell, dass sie sich in der linken Tragfläche spiegelt.
> Immer
> höher ziehen die Bögen, teilweise habe ich den Eindruck, als ob
> wir direkt drunterweg fliegen. Die meiste Zeit über ist die
> Färbung ein blasses Grün, stellenweise ist auch einmal ein
> leichter Rotton
> auszumachen.
> Immer wieder versuche ich, per Digitalkamera ein paar Aufnahmen
> zu machen. Mit der Decke als Lichtschutz und dank der gedimmten
> Bordbeleuchtung klappt das leidlich. Die Bilder sehen
> allerdings ziemlich verrauscht aus, denn ich habe 8 Sekunden
> belichtet. Dass sie verschmiert sind, ist natürlich auch auf die
> raschen Veränderungen in der Polarlichtfront zurückzuführen.
> Egal, ein
> paar nette Erinnerungsschüsse werden schon dabei sein, für die
> Website werden sie schon taugen..
> Die Borduhr zeigt inzwischen 5:22 Uhr an, Flug UA954 ist jetzt
> in 11.277 Metern Höhe mitten über der Hudson Bay und rauscht mit
> 958 km/h nach Osten. Die Polarlichter sind heckwärts
> entschwunden, nur ein fahler Streifen zieht sich noch Richtung
> Deneb. Hinter mir liegen viele genussvolle Minuten, bei denen
> ich an einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele teilhaben
> durfte,
> die mir bislang in die Quere gekommen sind. Auch wenn ich schon
> Polarlicht an deutschem Himmel bewundern durfte diese Aurora
> Canadiensis hat das germanische Gegenstück um Längen
> übertroffen. Man, bin ich glücklich! So, Schluss jetzt, gegen
> den Jetlag nehme ich noch eine Mütze Schlaf.
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