Liebe LeserInnen!
Ab 03:50 MESZ gab es auch heute wieder schwache NLC´s zu beobachten (bei deutlich schlechteren Bedingungen als vor 2 Tagen - Wolken und Dunst).
Die Helligkeit gebe ich mit 1 an, die Ausdehnung reichte von 355° bis 022°, Höhe bis 8°.
Herzliche Grüße aus Schlägl von
Karl
NLC-Sichtung unter 50°N! 20. Juli 05, 03:50 MESZ
Moderator: StefanK
-
Karl Kaiser
- Beiträge: 906
- Registriert: 9. Mär 2004, 08:33
- Wohnort: Schlägl, Oberösterreich
- Kontaktdaten:
- andreas hermann
- Beiträge: 106
- Registriert: 30. Jan 2004, 18:49
- Wohnort: Wienerwald, 48.1°N, 16.3°E, 43.32°cgml
Lieber Karl !!
Seit einiger Zeit versuche ich selbst auf etwa deiner geografischer Breite (Wienerwald) NLCs zu beobachten, leider bislang ohne Erfolg bzw. auch zu wenig ausdauernd.
Meine Frage an dich wäre, gibt es Unterschiede im sichtbaren Auftreten von NLCs im Abendtermin (ecet bis -16° sunheight) gegenüber dem Morgentermin (-16° sunheight bis bcmt), anders gefragt: stimmt mein Eindruck, dass NLCs morgens häufiger sind als abends und wenn ja, warum ist das so ?
danke, lg, andreas
Seit einiger Zeit versuche ich selbst auf etwa deiner geografischer Breite (Wienerwald) NLCs zu beobachten, leider bislang ohne Erfolg bzw. auch zu wenig ausdauernd.
Meine Frage an dich wäre, gibt es Unterschiede im sichtbaren Auftreten von NLCs im Abendtermin (ecet bis -16° sunheight) gegenüber dem Morgentermin (-16° sunheight bis bcmt), anders gefragt: stimmt mein Eindruck, dass NLCs morgens häufiger sind als abends und wenn ja, warum ist das so ?
danke, lg, andreas
-
Olaf (HRO)
Hallo Andreas,
vielleicht hilft Dir das z.B. ein wenig weiter:
Some Results of the Study of Noctilucent Clouds in Germany during the years 1967-1997 - By Wilfried Schroeder
Summary. The visual and photographical data from German network (and partly from Austria) have been collected. ...
http://verplant.org/history-geophysics/ ... /index.htm
unter 2.
Gruß, Olaf
vielleicht hilft Dir das z.B. ein wenig weiter:
Some Results of the Study of Noctilucent Clouds in Germany during the years 1967-1997 - By Wilfried Schroeder
Summary. The visual and photographical data from German network (and partly from Austria) have been collected. ...
http://verplant.org/history-geophysics/ ... /index.htm
unter 2.
Gruß, Olaf
- andreas hermann
- Beiträge: 106
- Registriert: 30. Jan 2004, 18:49
- Wohnort: Wienerwald, 48.1°N, 16.3°E, 43.32°cgml
-
Karl Kaiser
- Beiträge: 906
- Registriert: 9. Mär 2004, 08:33
- Wohnort: Schlägl, Oberösterreich
- Kontaktdaten:
Verteilung der NLC´s am Abend und Morgen
Lieber Andreas!
Zu deiner Anfrage wegen der Häufigkeitsverteilung von NLC´s am Abend bzw. am Morgen hat Olaf schon geantwortet. Hier noch einige weitere Details:
W. Schröder und Jürgen Rendtel untersuchen eben diese Frage in ihrem Beitrag über „Beobachtungen Leuchtender Nachtwolken in den Jahren 1988 bis 1993“ in: Noctilucent Clouds Leuchtende Nachtwolken (Theoretical concepts and observational implications), Science Edition/IAGA, D – 28777 Bremen (1998).
Darin heißt es in Pkt. 3.2. Tageszeitliche Variationen:
„Ein interessantes Phänomen stellt die Zeit des Auftretens von NLC dar. Seit man um die Existenz der Polaren Mesosphärischen Wolken weiß, steht die Frage nach der Dauer und Beständigkeit der NLC als wichtiges Problem im Raum, auch um die Beziehungen beider Erscheinungen zueinander zu erforschen. Bereits aus früheren Jahren ist bekannt, dass NLC besonders vor Mitternacht auftreten. Das ist ein Tatbestand, der sich auch in den Daten der Tabelle 2 bestätigt. Von 1991 bis 1993 sind 4 NLC in 67 Morgenbeobachtungen registriert worden, aber 14 NLC in 86 Abendbeobachtungen. Dies ist ein Verhältnis von fast 3:1 zugunsten der NLC am Abend. ............... Vielleicht spielen die Sichtbarkeitszeiten aber auch eine Rolle für die Physik der NLC dergestalt, dass vor Mitternacht bessere Konditionen zu ihrer Ausbildung in der Mesopause vorherrschen. Indes ist das rein spekulativ.“ (p. 213 f)
Dem möchte ich noch einmal einige Zeilen aus der von Olaf zitierten Abhandlung von W. Schröder anfügen ( http://verplant.org/history-geophysics/ ... /index.htm )
Considering all observations collected within the systematic program from 1991 and 1995, the respective rates are 0.19 before local midnight and 0.21 after local midnight, respectively (Fig. 1).
Restricting to the years 1993 - 95 only, the rates are 0.20 and 0.27 respectively. Considering the number of reports one might state an even distribution of NLC displays observed before and after midnight local time. However, it should be noted that the rate of NLC observed in the morning steadily increased from 1991 to 1995. Again, the small sample must be kept in mind.
Wenn ich meine Beobachtungen nun bzgl. der Sichtbarkeit von NLC´s auswerte, komme ich auf 10 Beobachtungen am Abend und 13 Sichtungen am Morgen. Irgendwie ist der Unterschied nicht allzu groß. Vergleiche ich allerdings die Verteilung meiner Beobachtungsintervalle (150 Abendbeobachtungen, 116 Morgenbeobachtungen ) dann ist eindeutig die Mehrzahl der NLC´s am Morgen anzusiedeln. Wahrscheinlich ist es notwendig, eine deutlich größere Anzahl an Beobachtungen in solch eine Auswertung bzgl. Morgen- und Abendsichtungen einfließen zu lassen.
Dass du bis jetzt noch keine NLC´s vom Wiederwald aus gesehen hast, bedauere ich. Schließlich würde bei einer erfolgreichen Sichtung gleich die Motivation für weitere abendliche und morgendliche „Ausflüge“ steigen!
Was ich noch zur Suche nach den Wolken in so niedrigen Breiten, wie die unseren es sind, anfügen will: NLC´s werden bei uns mit ganz wenigen Ausnahmen nie so imposant erscheinen wie in nördlicheren Gefilden. Für uns wäre ganz wichtig der ungestörte Horizontblick. So sind die NLC´s vom 18. Juli dieses Jahres nur wenig über den Böhmerwaldkamm emporgestiegen – meinen Aufnahmen nach müsste es sich aber um eine der schönsten Erscheinungen bisher gehandelt haben, leider aber unterm einsehbaren Horizont!
Was noch für die erfolgreiche Beobachtung ganz wichtig ist, ist ein Feldstecher. So war die Wolke vom 20. Juli dieses Jahres stark vom reichlich vorhandenen Cirrus bedeckt und nur durch, ich möchte fast sagen, langjährige Beobachtungserfahrung zwischen den Wolken zu erkennen. Und was dann sicher noch zum Erfolg beiträgt, ist die Ausdauer und Konsequenz der Beobachtung, selbst bei nicht optimalen Bedingungen ins Freie zu gehen.
Freue mich jedenfalls, dass ich jetzt nicht mehr der einzige in Österreich bin, der sich auf die Suche nach den NLC´s begibt. Ein Astrokollege aus dem Waldviertel und du im Wienerwald habt euch dieser wunderbaren Aufgabe gestellt. Bei erfolgreicher Sichtung bitte ich dich um deinen Bericht. Danke!
Wünsche dir und allen anderen LesernInnen noch einen schönen Abend!
Herzliche Grüße aus Schlägl von
Karl
PS: Wenn es dich/euch interessiert: Ich habe einen Bericht über die
„Beobachtung Leuchtender Nachtwolken in Österreich im Zeitraum 1995 bis 2002“ verfasst. Zu finden in:
Lectures in Geophysics and Physics, Bd. 6/2, p. 46 – 51, (2005)
Zu deiner Anfrage wegen der Häufigkeitsverteilung von NLC´s am Abend bzw. am Morgen hat Olaf schon geantwortet. Hier noch einige weitere Details:
W. Schröder und Jürgen Rendtel untersuchen eben diese Frage in ihrem Beitrag über „Beobachtungen Leuchtender Nachtwolken in den Jahren 1988 bis 1993“ in: Noctilucent Clouds Leuchtende Nachtwolken (Theoretical concepts and observational implications), Science Edition/IAGA, D – 28777 Bremen (1998).
Darin heißt es in Pkt. 3.2. Tageszeitliche Variationen:
„Ein interessantes Phänomen stellt die Zeit des Auftretens von NLC dar. Seit man um die Existenz der Polaren Mesosphärischen Wolken weiß, steht die Frage nach der Dauer und Beständigkeit der NLC als wichtiges Problem im Raum, auch um die Beziehungen beider Erscheinungen zueinander zu erforschen. Bereits aus früheren Jahren ist bekannt, dass NLC besonders vor Mitternacht auftreten. Das ist ein Tatbestand, der sich auch in den Daten der Tabelle 2 bestätigt. Von 1991 bis 1993 sind 4 NLC in 67 Morgenbeobachtungen registriert worden, aber 14 NLC in 86 Abendbeobachtungen. Dies ist ein Verhältnis von fast 3:1 zugunsten der NLC am Abend. ............... Vielleicht spielen die Sichtbarkeitszeiten aber auch eine Rolle für die Physik der NLC dergestalt, dass vor Mitternacht bessere Konditionen zu ihrer Ausbildung in der Mesopause vorherrschen. Indes ist das rein spekulativ.“ (p. 213 f)
Dem möchte ich noch einmal einige Zeilen aus der von Olaf zitierten Abhandlung von W. Schröder anfügen ( http://verplant.org/history-geophysics/ ... /index.htm )
Considering all observations collected within the systematic program from 1991 and 1995, the respective rates are 0.19 before local midnight and 0.21 after local midnight, respectively (Fig. 1).
Restricting to the years 1993 - 95 only, the rates are 0.20 and 0.27 respectively. Considering the number of reports one might state an even distribution of NLC displays observed before and after midnight local time. However, it should be noted that the rate of NLC observed in the morning steadily increased from 1991 to 1995. Again, the small sample must be kept in mind.
Wenn ich meine Beobachtungen nun bzgl. der Sichtbarkeit von NLC´s auswerte, komme ich auf 10 Beobachtungen am Abend und 13 Sichtungen am Morgen. Irgendwie ist der Unterschied nicht allzu groß. Vergleiche ich allerdings die Verteilung meiner Beobachtungsintervalle (150 Abendbeobachtungen, 116 Morgenbeobachtungen ) dann ist eindeutig die Mehrzahl der NLC´s am Morgen anzusiedeln. Wahrscheinlich ist es notwendig, eine deutlich größere Anzahl an Beobachtungen in solch eine Auswertung bzgl. Morgen- und Abendsichtungen einfließen zu lassen.
Dass du bis jetzt noch keine NLC´s vom Wiederwald aus gesehen hast, bedauere ich. Schließlich würde bei einer erfolgreichen Sichtung gleich die Motivation für weitere abendliche und morgendliche „Ausflüge“ steigen!
Was ich noch zur Suche nach den Wolken in so niedrigen Breiten, wie die unseren es sind, anfügen will: NLC´s werden bei uns mit ganz wenigen Ausnahmen nie so imposant erscheinen wie in nördlicheren Gefilden. Für uns wäre ganz wichtig der ungestörte Horizontblick. So sind die NLC´s vom 18. Juli dieses Jahres nur wenig über den Böhmerwaldkamm emporgestiegen – meinen Aufnahmen nach müsste es sich aber um eine der schönsten Erscheinungen bisher gehandelt haben, leider aber unterm einsehbaren Horizont!
Was noch für die erfolgreiche Beobachtung ganz wichtig ist, ist ein Feldstecher. So war die Wolke vom 20. Juli dieses Jahres stark vom reichlich vorhandenen Cirrus bedeckt und nur durch, ich möchte fast sagen, langjährige Beobachtungserfahrung zwischen den Wolken zu erkennen. Und was dann sicher noch zum Erfolg beiträgt, ist die Ausdauer und Konsequenz der Beobachtung, selbst bei nicht optimalen Bedingungen ins Freie zu gehen.
Freue mich jedenfalls, dass ich jetzt nicht mehr der einzige in Österreich bin, der sich auf die Suche nach den NLC´s begibt. Ein Astrokollege aus dem Waldviertel und du im Wienerwald habt euch dieser wunderbaren Aufgabe gestellt. Bei erfolgreicher Sichtung bitte ich dich um deinen Bericht. Danke!
Wünsche dir und allen anderen LesernInnen noch einen schönen Abend!
Herzliche Grüße aus Schlägl von
Karl
PS: Wenn es dich/euch interessiert: Ich habe einen Bericht über die
„Beobachtung Leuchtender Nachtwolken in Österreich im Zeitraum 1995 bis 2002“ verfasst. Zu finden in:
Lectures in Geophysics and Physics, Bd. 6/2, p. 46 – 51, (2005)
- andreas hermann
- Beiträge: 106
- Registriert: 30. Jan 2004, 18:49
- Wohnort: Wienerwald, 48.1°N, 16.3°E, 43.32°cgml
Danke für die ermutigenden Worte und ich werde dich und das Forum selbstverständlich über eventuelle erfolgreiche Sichtungen informieren.
Die Idee mit dem Feldstecher ist mir auch schon gekommen, daher hatte ich das letzte Mal bereits einen dabei.
Meine 2 Beobachtungsplätze sind, glaube ich, halbwegs gut geeignet, beide liegen erhöht über der unmittelbaren Umgebung und erlauben eine fast uneingeschränkte Sicht bis zum nördlichen Horizont, zudem ist Richtung N kaum störendes Stadtlicht vorhanden.
lg, andreas
Die Idee mit dem Feldstecher ist mir auch schon gekommen, daher hatte ich das letzte Mal bereits einen dabei.
Meine 2 Beobachtungsplätze sind, glaube ich, halbwegs gut geeignet, beide liegen erhöht über der unmittelbaren Umgebung und erlauben eine fast uneingeschränkte Sicht bis zum nördlichen Horizont, zudem ist Richtung N kaum störendes Stadtlicht vorhanden.
lg, andreas
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste