Ein Freund erzählte mir neulich, er habe vor kurzem am Strand bei Eckernförde einen merkwürdigen Stein gefunden und dass er glaube, es könnte ein Meteorit sein, weil er sehr schwer sei und einige ungewöhnliche Strukturen habe. Wir haben heute zusammen gefrühstückt und er brachte das Ding mit. Ich hatte natürlich gehofft, dass man gleich sehen würde, ob das einer ist, aber das, was er da gefunden hat, bringt mich dann doch an meine Grenzen. Auch weil der Stein recht verwittert scheint.
Ich persönlich würde dennoch eher sagen, dass es ein Gestein irdischen Ursprungs ist, aber ausschließen kann ich einen Meteoriten auch nicht ganz.
So hoffe ich, dass sich hier Personen finden, die sich mit Gesteinen besser auskennen und eventuell sagen können, was das ist, bevor ich hier an der Uni irgendeinen Geologen bemühe.
Der ca. 5-6cm durchmessende und dafür wirklich ziemlich schwere Stein (geschätzt ca. 600-900g, Dichte wohl um die 7±2g/cm³) hat zahlreiche Wölbungen, die mich an eine metallische Schlacke denken lassen. Es sieht ein wenig aus, wie einmal geschmolzenes verrostetes Eisen. Ein Magnet blieb aber nicht daran haften. Es sind auch verschiedene mineralische Strukturen an dem Stein vorhanden, besonders interessant sind mehrere schillernde Stellen, die offenbar aus winzigen (teilweise gelblichen, teilweise eher silberfarbenen) Kristallen bestehen, welche mit bloßem Auge schon sehr klein waren und auch mit meinem Makroobjektiv habe ich sie kaum größer abbilden können. An einer Stelle waren sie schieferartig übereinandergeschichtet, was ich mit der Kamera nur schlecht abbilden konnte.
Die Färbung des Steins ist sehr vielfältig, an einer Stelle geht es schon ins dunkelrötliche, sonst eher rostfarben, teilweise grau-schwarz, mit weißen, gelblichen oder leicht grünlichen Teilen. Letztere wirken teilweise ein wenig wie Kalkanlagerungen.
Eine Seite des Steins ist eher rundlich, die andere eher flach und zerklüftet. An einigen Stellen hat sich vom Strand wohl auch etwas Sand angelagert. Ebenfalls auffällig ist ein dünner weißer Streifen, wie ein Riss oder eine Scherlinie im Gestein.
Der Stein wurde am Ufer gefunden, lag zwar nicht im Wasser, aber in einem Bereich mit größeren Steinen, der auch hin und wieder überspült wird. Man kann also vermuten, dass manche Färbungen von Algen oder anderen Lebewesen herrühren. Es ist aber ansonsten kein organischer Bewuchs erkennbar oder tastbar, wie bei vielen gut strukturierten Steinen die in der Brandung liegen.
Ich könnte mir theoretisch auch vorstellen, dass es sich um irgendwelche Munitionsreste handelt, daher war ich auch etwas sparsam, das Teil anzufassen. Aber insgesamt scheint es mir am ehesten irgendein irdisches Gestein zu sein.
Er ist ziemlich hart, ließ sich nicht mit einem Fingernagel ritzen, weshalb ich für das Material der Wölbungen auch Blei eher ausschließe.
Hier einige Bilder:
Gesamtansicht, auf flacher Seite liegend

eher gelblich glitzernde Kristallstruktur

gleiche Struktur, anderer Blickwinkel

ganzer Stein, anderer Blickwinkel

flache, zerklüftete Seite mit dunkelroter Färbung

andere Seite mit weißer Linie

gleiche Seite, anderer Blickwinkel

silbrig schillernde Kristallstruktur

wie vorher größerer Bildausschnitt

anderer Blickwinkel

vergrößert, man sieht hier auf die schieferartig geschichteten silbrigen Kristalle

Ich würde mich freuen, wenn jemand zur Bestimmung beitragen könnte.