Leoniden fotographieren aber wie ?

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Heiko

Leoniden fotographieren aber wie ?

Beitrag von Heiko » 16. Nov 2001, 11:15

Kann mir jemand allgemeine Tip's oder einen Link zur Fotographie von Leoniden angeben ?
-Belichtungszeit
-Filmempfindlichkeit
-geeignete Objektive
-Kamera auf welches Sternbild gerichtet

Vielen Dank schon mal im voraus.

Heiko

Michael Hagen

Würde mich auch interessieren. Besonders welcher Film. Habe

Beitrag von Michael Hagen » 16. Nov 2001, 13:01

Würde mich auch interessieren. Besonders welcher Film. Habe nämlcih keine Ahnung

Mark (Rottal/Niederbayern)

Re: Leoniden fotographieren aber wie ?

Beitrag von Mark (Rottal/Niederbayern) » 16. Nov 2001, 13:14

Hallo Heiko und andere,
ich habe es noch nie geschafft, einen Meteor zu fotografieren. Daher bin ich vielleicht nicht der richtige Ratgeber. Hab allerdings die letzten 5 Jahre immer bei den Leoniden dichte Wolken gehabt, daher hab ich auch kaum Versuche zur Meteorfotografie angestellt. Trotzdem sag ich mal, wie ich es diesmal versuche:

-1.8/35mm Objektiv (alternativ kann man auch andere lichtstarke Objektive nehmen, aber Brennweite nicht länger als 50mm)
-Film: Funji Superia 800
-Belichtungszeit jeweils etwa 10-15 Minuten (wenn man eine lichtstärkere Kombination nimmt, z.B. 1.2/50er Objektiv und 1600er Film würde ich nicht länger als 5 Minuten pro Bild belichten)
-Kameraausrichtung: Zentrum etwa 30°-40° vom Radianten entfernt
-Stativ, feststellbarer Drahtauslöser

Zusätzlich vielleicht noch eine 2. Kamera, entweder mit 2.8/16mm oder 28mm+Fisheye-Vorsatz für Feuerkugeln

Grüße,
Mark

> Kann mir jemand allgemeine Tip's oder einen Link zur Fotographie
> von Leoniden angeben ?
> -Belichtungszeit
> -Filmempfindlichkeit
> -geeignete Objektive
> -Kamera auf welches Sternbild gerichtet

> Vielen Dank schon mal im voraus.

> Heiko

Heiko

Re: Leoniden fotographieren aber wie ?

Beitrag von Heiko » 16. Nov 2001, 13:26

Hallo Mark,

vielen Dank fuer die Tip's. Habe noch'ne Frage:
Ich wollte mit meinem 28mm/1.8 Foto's machen. Was waere da die max.
und die min. Belichtungszeit, wenn ich a. einen 100 Diafilm und b. einen 400 Film verwende ?

Wenn Du wieder schlechtes Wetter haettest, kannst Du zu uns kommen.
Es sieht glaube ich nicht schlecht im SW'en aus.

Gruss Heiko

Ulrich Rieth

Leoniden fotografieren - mit viel Glück

Beitrag von Ulrich Rieth » 16. Nov 2001, 13:32

Hallo !

Ich hatte das Glück den 1999er Sturm in Wolkenlücken sehen und Fotografieren zu können.
Damals hatte ich nur das 50/1.8er und einen 400er Ektachrome im Einsatz.
Die Wolken haben die meisten Bilder stark aufgehellt.
Aber hier mal ein Exemplar mit Leonide (Belichtungsdauer: 1min):

Mehr Erfolg hatte ich immer bei den Perseiden (außer in diesem Jahr).
Das folgende Bild ist auf Elitechrome 400 (push auf 800) mit dem 50/1.8er aufgenommen (Belichtungsdauer: 5min):

Bei 28/2.8 sind die Meteore natürlich kürzer:

So, jetzt zu meinem Plan. Da ich immer nur noch Dias mache, wird sich da auch diesmal nichts dran ändern.
Also, ich nehme einen Provia 400F und werde ihn evtl. auf 800 pushen lassen.
Als Objektiv kommt mein neues 28/1.8er von Sigma zum Einsatz.
Die Belichtungszeiten werde ich mit 5min relativ kurz halten, da der mitteleuropäische Himmel selbst im dunklen Hunsrück noch sehr hell sein kann. Bei Wolken, werde ich wohl auch auf das 50/1.8er und kürzere Zeiten ausweichen. Wenn es eine unerwartet "stürmische" Show gibt, werde ich auch so mal mit dem 50er ein paar "close-ups" versuchen.
Für evtl. nachleuchtende Rauchwolken ist natürlich auch das 28-105er und das 75-300er Zoom im Gepäck.
Ich denke, hiermit sollte man ganz gut hinkommen.
Wichtig ist, die Leoniden sind sau schnell.
Also muss die Film-Objektiv-Kombo auch schnell sein.
Das heißt, hohe ASA Zahl, kleine Blende.
Am besten f/1.8 und wenigstens 400 ASA.
Viel Erfolg, klaren Himmel und reichlich helle Boliden.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Vergiss den 100ASA Film....

Beitrag von Ulrich Rieth » 16. Nov 2001, 13:34

...der ist viiiieeel zu lahm.
Selbst wenn Du ihn 2 Stufen pushen lässt, kannst Du ihn noch nicht als guten Meteorfilm nehmen.
Der Rest zur 28/1.8er Kombo steht in meinem anderen Posting.
Gruß

Ulrich

Heiko

Re: Vergiss den 100ASA Film....

Beitrag von Heiko » 16. Nov 2001, 13:50

Ich wuerde Dir ja fuer den Tip mit dem 100'er Film gern einen Kaffee rueber-schicken aber ...... bis der in Mainz angekommen ist, wird der kalt sein !

Gruss Heiko

Ulrich Rieth

Schon ok...

Beitrag von Ulrich Rieth » 16. Nov 2001, 13:51

...wenn Du mir klaren Himmel rüberschiebst, macht der kalte Kaffee mir auch nichts aus :-)

Heiko

Re: grosses Wetterschieben

Beitrag von Heiko » 16. Nov 2001, 13:59

am besten waer's aber, Du wuerdest Dich Richtung Sueden schieben ....

Der Astro-Club Luzern stiefelt mit seiner Jugendgruppe auch durch die Nacht. (siehe Link)

Gruss Heiko

Claudia

hochempfindlicher Film und kein Weitwinkel

Beitrag von Claudia » 16. Nov 2001, 14:25

Hallo Heiko,

da die Leoniden viel schneller sind, als andere Meteore (z.B. Perseiden) und es in diesem Jahr laut Vorhersage nur wenig helle Meteore geben wird, sind hochempfindliche Filme am besten geeignet.

Wie Ulrich schon vorgeschlagen, ist der Provia F wohl der Film, mit dem man die besten Ergebnisse erziehlen wird. Er ist nicht so grobkörnig, wie vergleichbare Filme, bekommt auch bei längerer Belichtungszeit keinen Grauschleier und er ist für einen 400er sehr empfindlich.

Wer in sehr dunkelen Gegenden ohne Lichtverschmutzung fotografiert, der sollte aber schon auch einen noch empfindlicheren Film ausprobieren, z.B. bei Diafilmen den Fuji Provia 1600. Ich selbst habe diesen zwar noch nicht benutzt, aber er wurde mir von mehreren Hobbyastronomen empfohlen.

Auf jeden Fall sollte man die Hände von Weitwinkelobjektiven lassen, auch wenn der Reiz besteht, damit einen großen Himmelsabschnitt mit evtl. sehr viel Meteoren fotografieren zu wollen. Die Erfahrungen von 1998 und 1999 haben gezeigt, daß auf derart gemachten Fotos kein einziger Meteor zu sehen ist! Die besten Ergebnisse haben wir damals mit 50 und 75 mm erzielt.

Das Problem bei den diesjährigen Leoniden ist aber, daß man nicht einfach auf den Radianten halten kann, wo die meisten Sternschnuppen zu erwarten sind, denn wenn dieser in unseren Breiten über den Horizont steigt, wird das Schauspiel wohl schon vorbei sein. Man muß also bei größerer Brennweite wirklich Glück haben, daß ausgerechnet in dem Himmelsfeld ein Leonid vorbeizischt, auf das man seine Kamera gerichtet hat. Es ist wie mit dem Fotografieren von Blitzen bei einem schwachen Gewitter...Ich rechne deshalb mit keiner sehr großen Fotoausbeute. Unsere Asienreisenden werden da sicherlich mehr Glück haben...

Ich wünsche Euch trotzdem eine erfolgreiche Nacht!

Viele Grüße
Claudia

Mark (Rottal/Niederbayern)

Welche Brennweite für Leoniden?

Beitrag von Mark (Rottal/Niederbayern) » 16. Nov 2001, 15:25

Hi,
dazu ein interessanter Artikel von Daniel Fischer:
http://groups.yahoo.com/group/imo-news/message/150

Grüße,
Mark

> Hallo Heiko,

> da die Leoniden viel schneller sind, als andere Meteore (z.B.
> Perseiden) und es in diesem Jahr laut Vorhersage nur wenig helle
> Meteore geben wird, sind hochempfindliche Filme am besten
> geeignet.

> Wie Ulrich schon vorgeschlagen, ist der Provia F wohl der Film,
> mit dem man die besten Ergebnisse erziehlen wird. Er ist nicht
> so grobkörnig, wie vergleichbare Filme, bekommt auch bei
> längerer Belichtungszeit keinen Grauschleier und er ist für
> einen 400er sehr empfindlich.

> Wer in sehr dunkelen Gegenden ohne Lichtverschmutzung
> fotografiert, der sollte aber schon auch einen noch
> empfindlicheren Film ausprobieren, z.B. bei Diafilmen den Fuji
> Provia 1600. Ich selbst habe diesen zwar noch nicht benutzt,
> aber er wurde mir von mehreren Hobbyastronomen empfohlen.

> Auf jeden Fall sollte man die Hände von Weitwinkelobjektiven
> lassen, auch wenn der Reiz besteht, damit einen großen
> Himmelsabschnitt mit evtl. sehr viel Meteoren fotografieren zu
> wollen. Die Erfahrungen von 1998 und 1999 haben gezeigt, daß auf
> derart gemachten Fotos kein einziger Meteor zu sehen ist! Die
> besten Ergebnisse haben wir damals mit 50 und 75 mm erzielt.

> Das Problem bei den diesjährigen Leoniden ist aber, daß man
> nicht einfach auf den Radianten halten kann, wo die meisten
> Sternschnuppen zu erwarten sind, denn wenn dieser in unseren
> Breiten über den Horizont steigt, wird das Schauspiel wohl schon
> vorbei sein. Man muß also bei größerer Brennweite wirklich Glück
> haben, daß ausgerechnet in dem Himmelsfeld ein Leonid
> vorbeizischt, auf das man seine Kamera gerichtet hat. Es ist wie
> mit dem Fotografieren von Blitzen bei einem schwachen
> Gewitter...Ich rechne deshalb mit keiner sehr großen
> Fotoausbeute. Unsere Asienreisenden werden da sicherlich mehr
> Glück haben...

> Ich wünsche Euch trotzdem eine erfolgreiche Nacht!

> Viele Grüße
> Claudia

Dieter Raith

Re: 1.2/50er 1600er und 5 Minuten Beli Zeit?

Beitrag von Dieter Raith » 16. Nov 2001, 23:56

Hallo Mark,
sicherlich hast Du bestimmt schon mehr von diesen Dingern auf "Platte" als ich aber ich glaube bei den Werten bekommst Du einen weißen Elch, im Schnee, 10fach überbelichtet. Die Werte dürften viel zu lang werden.
Ich würde mal sagen 1.2/50er 1600er und max 1/2 Minute.
Gruß Dieter

Claudia (Chemnitz)

1600er wirklich nur bei dunklen Himmel

Beitrag von Claudia (Chemnitz) » 17. Nov 2001, 02:20

Wow, woher bekommt man ein 1,2/50er Objektiv? Hab nur 1,8er rumliegen...

Ich glaub, ein 1600er eignet sich nur bei absoluter Dunkelheit. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, daß dieser (zumindest der von Kodak) äußerst empfindlich gegenüber Lichtverschmutzung ist. Selbst wenn man in Zenitnähe fotografiert, ist oft hinterher das ganze Bild aufgehellt. Was die Belichtungszeit angeht, so denke ich, daß man bei dunklen Himmel länger belichten kann. Wenn die Sterne zu Strichspuren werden, zeichnet sich der Meteor trotzdem schön ab. Bei Stadtlicht sollte man nicht länger als 1 Minute auf 400er Film belichten. Sind übrigens Erfahrungswerte von den Perseiden. Leoniden hat man ja nicht all zu oft...

Viele Grüße
Claudia

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