370 Bilder vernichtet - was für eine Katastrophe!
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Bernd
370 Bilder vernichtet - was für eine Katastrophe!
Liebes Forum,
heute ist der enttäuschenste Tag seitdem ich Astrofotografie betreibe. Die 370 Aufnahmen, die ich in der Nacht vom 4. auf den 5. April auf Spiekeroog gemacht habe sind vom Labor allesamt komplett geschwärzt worden. Um 100 % sicher zu gehen, dass bei der Entwicklung alles ok geht, hatte ich die Bilder für einen Aufpreis von 40 Euro direkt dem Kundendienst meines Fotohändlers übergeben. Was schief gelaufen ist, weiß man noch nicht, vielleicht bekomme ich zusätzlich zum Ersatz der Filme eine kleine Aufwandsentschädigung. Die Aufnahmen waren jedoch einzigartig und sind für immer verloren.
Folgendes hatte ich fotografiert: Kurz vor Ende der Dämmerung habe ich begonnen, alle 75 Sekunden die gesamte Nordosthälfte des Himmel vom Horizont bis in 60° höhe abzulichten (Aufnahmedaten: f=20mm t=32 Sekunden, Blende 1.8, auf Kodak Supra 400 push 800). So sollte ein 30 sekündiger Film entstehen, der inklusive Ende der Abenddämmerung und Beginn der Morgendämmerung die Drehung der Sterne um den Himmelspol zeigt. Der Pol befand sich oben Links auf den Bildern, im Hintergrund lag eine Dünenkette, die zum rechten Bildrand ansteigt und auf ihrer höchsten Stelle von einer wunderschönen Kiefer gekrönt wird. Gegen Mitternacht begann sich langsam die Sommermilchsstraße hinter dem Dünenkamm zu erheben, gefolgt von Ikeya-Zhang. Es ist zu bezweifeln, ob ich noch einmal eine so ungewöhnlich klare Nacht für solche Aufnahmen erleben werde, in der nächsten Neumondphase wird die Nacht bereits dreieinhalb Stunden kürzer sein, Ikeya-Zhang steht dann lange nicht mehr so günstig. Und niemand kann garantieren, dass beim nächsten mal alle Film- und Batteriewechsel reibungslos klappen, dass ich es schaffe 8 Stunden lang nicht vors Stativ zu treten, dass die Kamera richtig fokussiert ist und und und...
Der Film hätte bei 25 Bildern pro Sekunde eine Länge von 15 Sekunden gehabt. Durch Verdoppelung auf 740 Bilder durch Drehung der einzelnen Bilder um 0,15625° um den Himmelspol sollte die Filmlänge auf 30 Sekunden verlängert werden. Zum Scannen hatte ich extra einen Minolta Dimage Scan Elite II Diascanner mit extrem hohem Kontrastumfang angeschafft. Schon Wochen zuvor hatte ich Testaufnahmen zur Auswahl des besten Films und zum bestimmen des besten Aufnahmerhythmus durchgeführt. Zusätzlich habe ich Bearbeitungstechniken zum Entfernen von Vignettierung und Verzerrung des Weitwinkelobjektivs entwickelt. Als Hintergrundmusik wären die Klaviertöne von "Sound of Silence" von Simon und Garfunkel in Frage gekommen.
Wie gewonnnen, so zerronnen. Das schreibt euch ein grenzenlos enttäuschter
Bernd
heute ist der enttäuschenste Tag seitdem ich Astrofotografie betreibe. Die 370 Aufnahmen, die ich in der Nacht vom 4. auf den 5. April auf Spiekeroog gemacht habe sind vom Labor allesamt komplett geschwärzt worden. Um 100 % sicher zu gehen, dass bei der Entwicklung alles ok geht, hatte ich die Bilder für einen Aufpreis von 40 Euro direkt dem Kundendienst meines Fotohändlers übergeben. Was schief gelaufen ist, weiß man noch nicht, vielleicht bekomme ich zusätzlich zum Ersatz der Filme eine kleine Aufwandsentschädigung. Die Aufnahmen waren jedoch einzigartig und sind für immer verloren.
Folgendes hatte ich fotografiert: Kurz vor Ende der Dämmerung habe ich begonnen, alle 75 Sekunden die gesamte Nordosthälfte des Himmel vom Horizont bis in 60° höhe abzulichten (Aufnahmedaten: f=20mm t=32 Sekunden, Blende 1.8, auf Kodak Supra 400 push 800). So sollte ein 30 sekündiger Film entstehen, der inklusive Ende der Abenddämmerung und Beginn der Morgendämmerung die Drehung der Sterne um den Himmelspol zeigt. Der Pol befand sich oben Links auf den Bildern, im Hintergrund lag eine Dünenkette, die zum rechten Bildrand ansteigt und auf ihrer höchsten Stelle von einer wunderschönen Kiefer gekrönt wird. Gegen Mitternacht begann sich langsam die Sommermilchsstraße hinter dem Dünenkamm zu erheben, gefolgt von Ikeya-Zhang. Es ist zu bezweifeln, ob ich noch einmal eine so ungewöhnlich klare Nacht für solche Aufnahmen erleben werde, in der nächsten Neumondphase wird die Nacht bereits dreieinhalb Stunden kürzer sein, Ikeya-Zhang steht dann lange nicht mehr so günstig. Und niemand kann garantieren, dass beim nächsten mal alle Film- und Batteriewechsel reibungslos klappen, dass ich es schaffe 8 Stunden lang nicht vors Stativ zu treten, dass die Kamera richtig fokussiert ist und und und...
Der Film hätte bei 25 Bildern pro Sekunde eine Länge von 15 Sekunden gehabt. Durch Verdoppelung auf 740 Bilder durch Drehung der einzelnen Bilder um 0,15625° um den Himmelspol sollte die Filmlänge auf 30 Sekunden verlängert werden. Zum Scannen hatte ich extra einen Minolta Dimage Scan Elite II Diascanner mit extrem hohem Kontrastumfang angeschafft. Schon Wochen zuvor hatte ich Testaufnahmen zur Auswahl des besten Films und zum bestimmen des besten Aufnahmerhythmus durchgeführt. Zusätzlich habe ich Bearbeitungstechniken zum Entfernen von Vignettierung und Verzerrung des Weitwinkelobjektivs entwickelt. Als Hintergrundmusik wären die Klaviertöne von "Sound of Silence" von Simon und Garfunkel in Frage gekommen.
Wie gewonnnen, so zerronnen. Das schreibt euch ein grenzenlos enttäuschter
Bernd
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Peter Wloch
Re: sehr traurig, da hilft nur eins: weitermachen! *o.T.*
Re: sehr traurig, da hilft nur eins: weitermachen! *o.T.*
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Gunnar Glitscher
,,,und in DIESES Labor nie wieder enen Auftrag geben....
denn sowas darf einfsch nicht passieren. Hatte eine ähnliche Erfahrung mal mit Hale-Bopp Bildern: 2 Rollen Mittelformatfilm im Eimer - wären wahrscheinlich die besten Aufnahmen gewesen, weil der Beobachtungsplatz (Fahrzeit fast zwei Stunden) sehr dunklen Himmel bot...
Solidarische Grüße,
Gunnar
Solidarische Grüße,
Gunnar
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Peter Wloch
was ich aber nicht kapiere, ist...
...wie das mit 10 oder besser elf Filmen passiert ist.
Einen kann man verhunzen, das passiert...
Aber 10-11 Filme auf einmal???
Die Erklaerung vom Labor wuerde mich wirklich interessieren...
Ansonsten, Bernd, schnell vergessen und durchstarten !
Ein neues Vorhaben tut dem Geist gut und ist die beste Medizin.
Teilnahmsvolle Gruesse
Peter
Einen kann man verhunzen, das passiert...
Aber 10-11 Filme auf einmal???
Die Erklaerung vom Labor wuerde mich wirklich interessieren...
Ansonsten, Bernd, schnell vergessen und durchstarten !
Ein neues Vorhaben tut dem Geist gut und ist die beste Medizin.
Teilnahmsvolle Gruesse
Peter
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Uwe Mueller
Re: 370 Bilder vernichtet - was für eine Katastrophe!
Hallo Bernd,
Ich kann sehr gut mir Dir mitfühlen. Ich hatte in diesem Winter einen kompletten Film mit Langzeitbelichtungen (bis zu 45 min bei -10°C) im Labor abgeben und bekam Dias auf denen jemand seine verschimmelten Wände fotografiert hatte. Meine Reklamation verlief im Sande und ich sah die Dias niemals wieder. Nun warte ich bis zum nächstem Winter um diese Objekte wieder optimal fotografieren zu können.
Glücklicherweise ist uns das nicht mit Polarlichtbildern passiert aber so ein Komet ist ja auch nicht jeden Tag in solcher Schönheit zu sehen
Ich für meinen Teil überlege, ob ich nicht meine Dias selbst entwickle. Armin Quante aus Eckernförde macht das seit seinen verkorksten Polarlichtern vom 15.07.00, die mit Wasserflecken versaut worden, auch selbst.
mitfühlend Uwe
Ich kann sehr gut mir Dir mitfühlen. Ich hatte in diesem Winter einen kompletten Film mit Langzeitbelichtungen (bis zu 45 min bei -10°C) im Labor abgeben und bekam Dias auf denen jemand seine verschimmelten Wände fotografiert hatte. Meine Reklamation verlief im Sande und ich sah die Dias niemals wieder. Nun warte ich bis zum nächstem Winter um diese Objekte wieder optimal fotografieren zu können.
Glücklicherweise ist uns das nicht mit Polarlichtbildern passiert aber so ein Komet ist ja auch nicht jeden Tag in solcher Schönheit zu sehen
mitfühlend Uwe
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Wolfgang Dzieran
Re: 370 Bilder vernichtet - was für eine Katastrophe!
Hallo Bernd,
einen solchen Tiefschlag muß man erstmal verdauen. Da kann ich gut mit Dir mitfühlen. Soviel Arbeit reingesteckt ... und dann einem Fotolabor ausgeliefert zu sein ... das ist schon echt frustrierend!
Es zeigt einmal mehr, dass man nur das wirklich besitzt, was man in seinem eigenem Kopf sammelt. Das Wissen um diese eine wunderschöne Nacht wird Dir trotzallem niemand nehmen können.
Auf Sylt hatte ich etwas nehr Glück, ein paar Fotos sind etwas geworden, wenn auch nicht ganz so gut wie erhofft. Hatte aber stark mit dem Wind zu kämpfen, mehr dazu demnächst auf meiner Homepage. Die Bilder müssen aber erstmal gescannt werden.
Kopf hoch!
Wolfgang
einen solchen Tiefschlag muß man erstmal verdauen. Da kann ich gut mit Dir mitfühlen. Soviel Arbeit reingesteckt ... und dann einem Fotolabor ausgeliefert zu sein ... das ist schon echt frustrierend!
Es zeigt einmal mehr, dass man nur das wirklich besitzt, was man in seinem eigenem Kopf sammelt. Das Wissen um diese eine wunderschöne Nacht wird Dir trotzallem niemand nehmen können.
Auf Sylt hatte ich etwas nehr Glück, ein paar Fotos sind etwas geworden, wenn auch nicht ganz so gut wie erhofft. Hatte aber stark mit dem Wind zu kämpfen, mehr dazu demnächst auf meiner Homepage. Die Bilder müssen aber erstmal gescannt werden.
Kopf hoch!
Wolfgang
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Katja Gottschewski
Re: :-(((
Hallo Bernd,
Du hast mein volles Mitgefuehl. Der Alptraum jedes Photographen... So viel Muehe umsonst...
Das laesst sich natuerlich auf keine Weise wieder gutmachen, aber ich hoffe, sie zahlen Dir wenigstens wirklich eine Entschaedigung, darauf solltest Du bestehen.
Katja
Du hast mein volles Mitgefuehl. Der Alptraum jedes Photographen... So viel Muehe umsonst...
Katja
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Dieter Raith
Re: da gibt es finanziell zumindest eine Lösung
Hallo,
das Du gefrustet bist muß keiner wohl hier extra noch erwähnen. Aber Du mußt es plausibel darlegen wie unwiederbringlich die Bilder waren und wie teuer (Fahrt, Anschaffung des Scanners etc..) die Bilder Dich effektiv gekostet haben. Was macht der Profifotograf wenn er so ein Debakel erlebt? Er klagt! Aus diesem Grund würde ich versuchen ein erstes Schreiben über einen RA zu versenden und ausser den Filmkosten alles andere ebenfalls in Rechnung zu stellen. Selbst hatte ich mal für nen versackbeutelten Film 100 Mark erhalten und das ist OK. Christoph Duge ist ein Rechtsanwalt speziell für Fotorecht in Hamburg auch da kannst Du mal nach Rat fragen.
Viel Glück!
Gruß Dieter (Berufsfotograf)
das Du gefrustet bist muß keiner wohl hier extra noch erwähnen. Aber Du mußt es plausibel darlegen wie unwiederbringlich die Bilder waren und wie teuer (Fahrt, Anschaffung des Scanners etc..) die Bilder Dich effektiv gekostet haben. Was macht der Profifotograf wenn er so ein Debakel erlebt? Er klagt! Aus diesem Grund würde ich versuchen ein erstes Schreiben über einen RA zu versenden und ausser den Filmkosten alles andere ebenfalls in Rechnung zu stellen. Selbst hatte ich mal für nen versackbeutelten Film 100 Mark erhalten und das ist OK. Christoph Duge ist ein Rechtsanwalt speziell für Fotorecht in Hamburg auch da kannst Du mal nach Rat fragen.
Viel Glück!
Gruß Dieter (Berufsfotograf)
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Bernd
Vielen Dank für eure Ermutigungen...
... ich überlege inzwischen, eventuell in der ersten Maihälfte in die Alpen zu fahren - wenn das Wetter es zulässt. Die Nächte sind dort noch länger, der Himmelspol liegt tiefer, lässt sich also besser im Bild unterbringen. Vielleicht kann ich ja sogar Abends noch ein Alpenglühen auf dem Film festhalten.
Gruß,
Bernd
Gruß,
Bernd
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Tom
Re: 370 Bilder vernichtet - was für eine Katastrophe!
Hallo Bernd,
auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, ein VBS-Virus hat meine ersten (fotografischen) Schritte in der Astronomie (sowie alle anderen Aufnahmen zu anderen Themen), die ich mir mit meiner neuen Digiknipse erschlossen habe, innerhalb 3 Sekunden restlos und unwiederbringlich vernichtet. Man steht plötzlich mit nichts da. Das waren u. a. etliche kalte Stunden auf dem Balkon. Der Komet IZ u. v. a. war auch dabei. Ein Backup war geplant, wurde aber wg. noch zu geringer Datenmenge noch verschoben. Ein schlechter Einstieg in die Materie. Wir lernen daraus, erst zu lesen und dann zu klicken. Es wäre vermeidbar gewesen. Da ist natürlich gering gegen deinen Verlust, aber auch von dieser Seite kann es treffen.
So long,
Tom
auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, ein VBS-Virus hat meine ersten (fotografischen) Schritte in der Astronomie (sowie alle anderen Aufnahmen zu anderen Themen), die ich mir mit meiner neuen Digiknipse erschlossen habe, innerhalb 3 Sekunden restlos und unwiederbringlich vernichtet. Man steht plötzlich mit nichts da. Das waren u. a. etliche kalte Stunden auf dem Balkon. Der Komet IZ u. v. a. war auch dabei. Ein Backup war geplant, wurde aber wg. noch zu geringer Datenmenge noch verschoben. Ein schlechter Einstieg in die Materie. Wir lernen daraus, erst zu lesen und dann zu klicken. Es wäre vermeidbar gewesen. Da ist natürlich gering gegen deinen Verlust, aber auch von dieser Seite kann es treffen.
So long,
Tom
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