Ich bin nun wieder zurück aus dem Süden Afrikas und habe nun einige meiner Bilder zusammengesucht, die ich euch gerne hier zeigen möchte.
Atmosphärisch und natürlich auch astronomisch betrachtet hat ja der Süden Afrikas einiges zu bieten und ich durfte einmal einen kurzen aber umfassenden Einblick in die Schönheit Afrikas bekommen. Hier jetzt aber mal nur der atmosphärische und astronomische Teil davon.
Zunächst mal das, was ich mir gar nicht so spektakulär ausgemalt hatte, wie es dann wurde: Die Sonnenauf- und -untergänge!
Bereits beim Überfliegen der Grenze zwischen Angola und Namibia war aus dem Flugzeug eine sehr schöne klare und farbige Dämmerung zu sehen, leider gab es dann Frühstück und die Festbeleuchtung im Flieger verhinderte störungsfreie Fotos:

Beim Aussteigen konnte die Morgendämmerung dann in voller Pracht auf dem Rollfeld genossen werden! Der Flughafen der Hauptstadt Windhoek ist wirklich nur ein kleiner Provinzflughafen mitten im Nirgendwo.


Ein nicht ganz so schönes Detail waren die ca. 0°C Lufttemperatur, ganz unten am Boden muss es gar noch ein Stück weniger gewesen sein, denn trotz der extremen Trockenheit glitzerte der Betonboden..
Tagsüber waren es dann aber angenehme 20-25 Grad, bei allerdings extrem niedriger Luftfeuchtigkeit. Irgendwas so im Bereich 10-20%.
Zwei Tage später waren wir in der Namib unterwegs, wo wir die atemberaubendsten Sonnenuntergänge in einer fantastischen Landschaft sehen konnten. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gesehen, die Farben waren einfach genial, der Himmel war tatsächlich blau-violett-gelb-orange-rot gefärbt. Und kurz nach Sonnenuntergang gab es einen tollen Mondaufgang im aufsteigenden Erdschatten, der Mond hatte ja zu allem Überfluss auch noch Übergröße dank Periheldurchgang.






Der Mond war allerdings dann auch schuld daran, dass man den Sternenhimmel in den ersten Nächten quasi gar nicht und dann jede Nacht ein Stündchen länger in ganzer Pracht sehen konnte. Mit dem Fotografieren war es schwierig, weil der Mond, bis man erstmal richtig eingesüdet hatte, schon am Aufgehen war.

Hier ein Ausschnitt mit dem Sternbild des Kranich ;D

Erst ein paar Tage später gelangen mir dann wirklich gute Aufnahmen, wobei aber leider zunehmend Wolken die Sicht erschwerten. Die nachfolgenden Aufnahmen sind nicht mit irgendwelchen speziellen Stacking-Programmen erstellt sondern ganz normale Fotos, natürlich mit entsprechenden Belichtungszeiten (bis zu 16 Minuten)!





Wenn es wirklich dunkel war (oft war es auch an den Lodges schwierig einen guten Platz zu finden, speziell für das Einsüden braucht man einen möglichst störungsfreien Blick nach Süden, da die Region des Himmelssüdpols ziemlich finster ist), war der Anblick wirklich grandios, man konnte zwar keine Farben, aber doch mühelos sämtliche Strukturen der Milchstraße erkennen, die sich einmal komplett über den Himmel spannte.
Nur meine Hoffnungen auf ein schönes Airglow erfüllten sich leider nicht. Insgesamt hätte ich gerne mehr Bilder gemacht, aber durch die schwierigen Rahmenbedingungen wurden es leider nicht viel mehr als die hier gezeigten.
Den ersten Staubteufel sah ich bereits in der Namib. Zuerst sah ich mit bloßem Auge nur den aufgewirbelten Staub direkt am Boden, durch den Sucher ließ sich aber eine viel höhere Säule aus rotierendem Staub ausmachen:

So gut wie auf dem Bild war sie mit bloßem Auge nicht zu sehen, und löste sich auch sehr schnell wieder auf.
Als wir dann im Norden in der Etoshapfanne unterwegs waren gab es dann Staubteufel am laufenden Band zu sehen, einer davon hatte gar riesige Ausmaße. Er zog zunächst nicht größere als alle anderen auch (vielleicht erkennbar maximal 50m hoch) aus der Salzpfanne Richtung Südwest in die Gras- und Baumsavanne und wuchs auf eine sagenhafte Höhe von über 500m an (aus Bildwinkel und mithilfe von Google Earth geschätzer Entfernung errechnet). Auch wenn die Kontraste nur schwach waren, da die Grenzschicht natürlich ohnehin und gerade wegen der vielen Staubteufel voller Staub war, war mit bloßem Auge zu erkennen, dass er sehr hochreichend war. Später sah man dann auch noch ein paar nette Luftspiegelungen.
















So, das soll mal reichen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte aber vielleicht, dass das Land auch unschöne Seiten hat. Namibia ist eben ein Entwicklungsland und die hygienischen Verhältnisse sind häufig katastrophal, außerdem gibt es viel Armut und eine HIV-Rate von fast einem Viertel! Was mich ein wenig erschreckt hat ist, dass selbst mitten in der Wüste gebaute Lodges meistens einen Pool haben. Naja..
Nach der Reise bräuchte ich jetzt eigentlich erst einmal Urlaub..
Beste Grüße,
Chris











