Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

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Laura Kranich
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Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Laura Kranich » 28. Aug 2014, 22:55

Hallo zusammen!

Ich bin nun wieder zurück aus dem Süden Afrikas und habe nun einige meiner Bilder zusammengesucht, die ich euch gerne hier zeigen möchte.
Atmosphärisch und natürlich auch astronomisch betrachtet hat ja der Süden Afrikas einiges zu bieten und ich durfte einmal einen kurzen aber umfassenden Einblick in die Schönheit Afrikas bekommen. Hier jetzt aber mal nur der atmosphärische und astronomische Teil davon.

Zunächst mal das, was ich mir gar nicht so spektakulär ausgemalt hatte, wie es dann wurde: Die Sonnenauf- und -untergänge!
Bereits beim Überfliegen der Grenze zwischen Angola und Namibia war aus dem Flugzeug eine sehr schöne klare und farbige Dämmerung zu sehen, leider gab es dann Frühstück und die Festbeleuchtung im Flieger verhinderte störungsfreie Fotos:

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Beim Aussteigen konnte die Morgendämmerung dann in voller Pracht auf dem Rollfeld genossen werden! Der Flughafen der Hauptstadt Windhoek ist wirklich nur ein kleiner Provinzflughafen mitten im Nirgendwo.


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Ein nicht ganz so schönes Detail waren die ca. 0°C Lufttemperatur, ganz unten am Boden muss es gar noch ein Stück weniger gewesen sein, denn trotz der extremen Trockenheit glitzerte der Betonboden..
Tagsüber waren es dann aber angenehme 20-25 Grad, bei allerdings extrem niedriger Luftfeuchtigkeit. Irgendwas so im Bereich 10-20%.
Zwei Tage später waren wir in der Namib unterwegs, wo wir die atemberaubendsten Sonnenuntergänge in einer fantastischen Landschaft sehen konnten. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gesehen, die Farben waren einfach genial, der Himmel war tatsächlich blau-violett-gelb-orange-rot gefärbt. Und kurz nach Sonnenuntergang gab es einen tollen Mondaufgang im aufsteigenden Erdschatten, der Mond hatte ja zu allem Überfluss auch noch Übergröße dank Periheldurchgang.


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Der Mond war allerdings dann auch schuld daran, dass man den Sternenhimmel in den ersten Nächten quasi gar nicht und dann jede Nacht ein Stündchen länger in ganzer Pracht sehen konnte. Mit dem Fotografieren war es schwierig, weil der Mond, bis man erstmal richtig eingesüdet hatte, schon am Aufgehen war.


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Hier ein Ausschnitt mit dem Sternbild des Kranich ;D
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Erst ein paar Tage später gelangen mir dann wirklich gute Aufnahmen, wobei aber leider zunehmend Wolken die Sicht erschwerten. Die nachfolgenden Aufnahmen sind nicht mit irgendwelchen speziellen Stacking-Programmen erstellt sondern ganz normale Fotos, natürlich mit entsprechenden Belichtungszeiten (bis zu 16 Minuten)!


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Wenn es wirklich dunkel war (oft war es auch an den Lodges schwierig einen guten Platz zu finden, speziell für das Einsüden braucht man einen möglichst störungsfreien Blick nach Süden, da die Region des Himmelssüdpols ziemlich finster ist), war der Anblick wirklich grandios, man konnte zwar keine Farben, aber doch mühelos sämtliche Strukturen der Milchstraße erkennen, die sich einmal komplett über den Himmel spannte.
Nur meine Hoffnungen auf ein schönes Airglow erfüllten sich leider nicht. Insgesamt hätte ich gerne mehr Bilder gemacht, aber durch die schwierigen Rahmenbedingungen wurden es leider nicht viel mehr als die hier gezeigten.
Den ersten Staubteufel sah ich bereits in der Namib. Zuerst sah ich mit bloßem Auge nur den aufgewirbelten Staub direkt am Boden, durch den Sucher ließ sich aber eine viel höhere Säule aus rotierendem Staub ausmachen:


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So gut wie auf dem Bild war sie mit bloßem Auge nicht zu sehen, und löste sich auch sehr schnell wieder auf.
Als wir dann im Norden in der Etoshapfanne unterwegs waren gab es dann Staubteufel am laufenden Band zu sehen, einer davon hatte gar riesige Ausmaße. Er zog zunächst nicht größere als alle anderen auch (vielleicht erkennbar maximal 50m hoch) aus der Salzpfanne Richtung Südwest in die Gras- und Baumsavanne und wuchs auf eine sagenhafte Höhe von über 500m an (aus Bildwinkel und mithilfe von Google Earth geschätzer Entfernung errechnet). Auch wenn die Kontraste nur schwach waren, da die Grenzschicht natürlich ohnehin und gerade wegen der vielen Staubteufel voller Staub war, war mit bloßem Auge zu erkennen, dass er sehr hochreichend war. Später sah man dann auch noch ein paar nette Luftspiegelungen.


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So, das soll mal reichen. :D Wir haben natürlich neben abwechslungsreichen Landschaften auch viele wilde Tiere gesehen, von Springböcken, Antilopen, Pferden, Zebras, Gnus, Affen, Giraffen, Elefanten, Geparden, Luchsen, Löwen, Leoparden, Wildhunden, Schakalen, Adlern, Geiern, anderen schönen Vögeln über Chamäleons, Geckos, Schlangen, sogar Kröten und eine riesige Spinne bis hin zu einem schönen kleinen aber giftigen Skorpion war fast alles dabei was das Herz begehrt. Ich will auf jeden Fall irgendwann wieder hin!
Nicht unerwähnt bleiben sollte aber vielleicht, dass das Land auch unschöne Seiten hat. Namibia ist eben ein Entwicklungsland und die hygienischen Verhältnisse sind häufig katastrophal, außerdem gibt es viel Armut und eine HIV-Rate von fast einem Viertel! Was mich ein wenig erschreckt hat ist, dass selbst mitten in der Wüste gebaute Lodges meistens einen Pool haben. Naja..
Nach der Reise bräuchte ich jetzt eigentlich erst einmal Urlaub.. :lol: Es war jedenfalls alles andere als ein Erholungsurlaub.

Beste Grüße,
Chris

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Claudia Hinz
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Claudia Hinz » 30. Aug 2014, 11:28

Danke für die tollen Bilder. Vor allem die vom Südhimmel und der südlichen Milchstraße sind total faszinierend.

Kevin Förster
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Kevin Förster » 30. Aug 2014, 14:24

Ich schließe mich Caludia an. Wunderschöne Bilder! Es ist schön, wie bei den Dämmerungsbildern sich auch die Umgebung in ein anderes Licht einfärbt.
Und natürlich auch die Bilder der südlichen Milchstraße - herrlich!

Gruß Kevin

Stefan Heitmann
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Stefan Heitmann » 30. Aug 2014, 15:14

Ich werde gerade ganz gelb vor Neid ... :twisted:
Tolle Bilder!

Gruß
Stefan

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Laura Kranich
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Laura Kranich » 31. Aug 2014, 22:17

Danke euch!
Also mich persönlich haben eigentlich am meisten die Sonnenauf- und -untergänge in der Namib fasziniert. Die Farben sind, ähnlich wie aus dem Flugzeug gesehen, wirklich genial und ich habe so etwas noch nie vorher gesehen. Ich schätze, es hat etwas damit zutun, dass die Atmosphäre dort einfach sehr rein ist. Die Luftverschmutzung auf der Südhalbkugel ist ja um ein Vielfaches geringer als in der Nordhemisphäre und dann natürlich die extreme Trockenheit dort. Die Namib ist meines Wissens nach der Atacamawüste die zweittrockenste Wüste überhaupt und das hat man dort auch zu spüren bekommen. Die Schleimhäute kommen da nicht mehr mit, man hat ständig getrocknete Absonderungen in der Nase und die Lippen reißen schnell auf, da helfen auch keine Cremes mehr. Einmal sah man morgens tatsächlich etwas Nebel über den vertrockneten Grasflächen, da waren aber am Boden auch um die null Grad und wenn mittags dann die 25-30 Grad erreicht sind, kann man sich die maximale Luftfeuchtigkeit ausrechnen, über 20 % bis vielleicht maximal 30% kommt sie da schon rein rechnerisch nicht (braucht man sich ja nur die Sättigungsdampfdruckkurve angucken), wenn nicht gerade irgendeine bodennah feuchte Luftmasse advehiert wird.
Das ist da im Winter aber selten der Fall, selbst wenn der Wind vom Meer weht.
Das Meer ist dort (mit derzeit um die 15 Grad) ja auch relativ kalt. Durch die Zirkulation ist es gerade direkt am Meer eigentlich besonders trocken, da die kühle SST fast gänzlich Niederschlag verhindert. Das einzige was dort an Niederschlag zusammenkommt ist durch Seenebel der sich am Boden niederschlägt. Das sieht man dann auch daran, dass der Strand nahtlos in die Wüste übergeht.
Direkt am Meer in Swakopmund war allerdings der Sonnenuntergang nicht ganz so schön farbig mit Rot- bzw. Violettanteil wie weiter landeinwärts in der Namib. Allerdings wurde dann ja auch langsam die Luft feuchter, später hatten wir immer mehr Wolken. Ich hatte auch auf einen grünen Blitz gehofft, den sah ich aber leider nicht. Vielleicht lag es daran, dass die Sonne wirklich wie ein Stein ins Wasser fällt und man viel Glück braucht um ihn zu erwischen..

Bemerkenswert fand ich das auch (vielleicht weil ich vorher noch nie so nah am Äquator war..), wie schnell die Sonne aufgrund der geringen geographischen Breite dort den Horizont überquert, man kann förmlich zusehen. An eben jenem Morgen sahen wir sie hinter einem Berg aufgehen und man konnte sie im Moment des Überschreitens des Bergrückens richtig dahinter aufblitzen sehen. Ich musste mich auch erstmal daran gewöhnen, dass der Tag dort im australen Winter ein paar Stunden kürzer ist als bei uns, die Sonne geht gegen halb 7 auf und um halb 6 abends wieder unter und die Dämmerung (mal ab der nautischen gesehen) dauert dort auch nur eine knappe Stunde vs. fast doppelt so lang hier im Norden.

Die auch auf den Bildern sichtbaren Krepuskularstrahlen kamen da vermutlich weniger vom Nebel oder der Luftfeuchte als vom Staub. Ich fand es da zwar noch einigermaßen im Rahmen mit dem Staub (in der Etoshapfanne war das viel schlimmer), aber er war schon sichtbar vorhanden, besonders wird er natürlich durch Fahrzeuge aufgewirbelt.

Hier noch ein paar Bilder:

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Blick in entgegengesetzter Richtung (Westen) auf die versteinerten Dünen nahe des Sossusvlei:
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Die Küste südlich von Walvis-Bay:
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Viele Grüße aus Berlin,
Laura

http://www.lk-photo-film.de

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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 1. Sep 2014, 11:53

Zum drittletzten Bild: Na, das nenn' ich mal einen Sandstrand! :)

Dankeschön füd die schönen Bilder!
„Ob Du denkst, Du kannst es, oder Du kannst es nicht :
Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ www.galerie-art21.de

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Elmar Schmidt
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Elmar Schmidt » 1. Sep 2014, 20:19

Hallo Chris,

schöne Fotos, war auch mal eine Woche da unten, aber nur auf Hakos, rein astronomisch.

Gruß, Elmar


PS: eine Bitte; bei so großen Bildersammlungen sind Thumbnails besser, das lädt sonst bei jedem Aufruf arg lange.

Bernt Hoffmann
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Re: Atmosphärisches+Astronomisches aus Namibia August 2014

Beitrag von Bernt Hoffmann » 1. Sep 2014, 22:06

Sagenhaft schöne Fotos - von denen mich als Berufsfotograf manche vor Neid erblassen lassen ... ;-)

DANKE, dass Du uns Deine Ausbeute zeigst.

Herzliche Grüße aus Flensburg, Bernt

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